Brekina kündigt drei Formneuheiten im Modellbusbereich an. Foto: Brekina, Schreiber; Montage: omnibus.news

Fleischer S5, Fiat 306-3 und der Büssing D2U sollen auch noch in 2022 in den Handel kommen. Foto: Brekina, Schreiber; Montage: omnibus.news

Danke an Matthias Frank und Ingo Meyer! Die beiden kreativen Köpfe hinter der Marke Brekina füllen pünktlich am 2. Februar 2022 die leere Messehalle 4A in Nürnberg. Mit gleich drei Formneuheiten überrascht der Teninger Modellfahrzeughersteller, der unter das Dach der Modelcarworld gehört, die Modellbuswelt. Wobei, überraschend ist das nicht, denn seit mehreren Jahren sind kleine Omnibusse eine feste Größe im Angebot von Brekina.

Auch wenn die Spielwarenmesse 2022 abgesagt wurde und zum zweiten Mal in Folge nun Hersteller und Einkäufer sowie der Fachhandel auf den weltweit geschätzten Branchentreff und Austausch verzichten müssen, pünktlich zum Messebeginn zündet Brekina wieder ein Feuerwerk an Neuheiten. Eigentlich hätte omnibus.news heute wieder im Laufe des Tages live aus Nürnberg berichtet und auch die drei neuen Modellbusse von Brekina online präsentiert.

Pandemiebedingt hat sich vieles Neues mittlerweile im Alltag etabliert, Videokonferenzen leisten viel, aber der persönliche Austausch und das haptische Erleben bleiben dabei auf der Strecke. Statt der Fotos von der Messe mit den Formneuheiten, die als Vorserien-Handmuster oder 3-D-gedrucktes Anschauungsmodell gut ausgeleuchtet in den Glasvitrinen der Hersteller stehen, gibt es sterile Fotos der Hersteller, freigestellt und aufgenommen in einer Fotobox. Auch das Atmosphärische, was das Berichten direkt von der Messe so prägt, gibt es derzeit nicht.

Dafür drei Formneuheiten bei Brekina: Zunächst kommt ein alter Bekannter ins Programm, den Borgward BO 4000 gab es im Maßstab 1/87 schon – allerdings als Resine-Modell. Jetzt kommt der Borgward in der gewohnten Brekina-Qualität der Großserie in den Handel. Borgward alleine zu nennen wird dem schmucke Bus nicht gerecht, denn die Karosserie fertigte Steib. Auf Basis des B 3000 bauten Karosseriefirmen erste Omnibusse auf die rollende Basis von Borgward auf, die Weiterentwicklung war das Fahrgestell B 4000.

Hiermit zeigte Carl F. Borgward wieder einmal sein untrügliches Gespür für die jeweiligen Markterfordernisse, denn im wirtschaftlichen Aufschwung gab es keinen anderen Viertonner-Lkw als den aus dem Hause Borgward. Auf dieser Basis entwickelte sich der im September 1950 vorgestellte BO 4000 schnell zu einem gefragten Omnibus. Der 8,68 m lange Bus bot 34 Sitzplätze und hatte im Vergleich zum Vorgänger mit einem 95 PS Sechszylinder-Dieselmotor schon einen entsprechend stärkeren Motor.

Das Leiterrahmenfahrgestell gab es auch mit einem verlängerten Radstand sowie ohne Fahrerhaus. Das waren ideale Bedingungen für Omnibusaufbauten. Von 1945 bis 1960 wurden auf den Fahrgestellen von Borgward rund 600 Omnibusse aufgebaut. Die Fa. Carl F.W. Borgward GmbH meldete 1961 Konkurs an, was, wie sich später zeigte, aufgrund der wirtschaftlichen Lage der Firma eigentlich unnötig gewesen wäre. Wann der in der bekannten Dekoration des “Wander-Falken” in den Fachhandel kommt, ist noch nicht kommuniziert worden.

Im letzten Jahr schon angekündigt ist jetzt auch der Mercedes-Benz O 302 11 R Stn fertig dekoriert in der Vorschau dabei. Einer für alle – dieses Motto beschreibt den Mercedes-Benz O 302 am besten. Stadtlinienbus, Überlandwagen, Reisebus – dieser Omnibus mit Stern ist ein echter Alleskönner, wie Mercedes-Benz seinrzeit warb. Das hat auch Brekina erkannt und noch den 13 R als Formneuheit angekündigt.. Der O 302 löste bei seiner Präsentation im Mai des Jahres Jahr 1965 den beliebten O 321 H ab – der Sprung konnte kaum größer sein.

Die Vorgabe für den neuen O 302 war enorm: Mit mehr als 20.000 Exemplaren in 13 Jahren war der O 321 H ein echter Welterfolg. Während der Vorgänger mit vielen Rundungen und kleinen Fenstern optisch den fünfziger Jahren verhaftet ist und zum Ende seiner Karriere ein wenig aus der Mode kommt, so prägt den O 302 der klare automobile Bauhausstil der Sechziger. Zwar wölben sich Dach und Rücken, doch dies ändert wenig an der Grundform dieses Quaders mit steil stehender Stirn und üppiger Verglasung, mit schlanken Fenstersäulen, langen Seitenfenstern, großer Heckscheibe. Typischer Luxus der sechziger Jahre sind die Chromrahmen an allen Fenstereinfassungen. 

Vielfalt zählt zu den besonderen Merkmalen des drei Meter hohen Hochbodenwagens: vier Radstände ergeben Längen von 9,6 bis 11,9 Meter (die größte Variante wird 1967 nachgereicht). Ausstattungen und Bestuhlungen gibt es reichlich, die Spanne umfasst funktionelle Stadtbusse, vielseitige Überlandwagen und gehobene Reisewagen, Schlagtüren vorne und hinten für den Reisebus, Schlagtüren oder zweiflügelige Außenfalttüren für den Überlandwagen, doppeltbreite Drehschiebetüren für Stadtlinienbusse, auf Wunsch Außenschwingtüren – der O 302 schöpft alle Möglichkeiten aus. Man darf schon jetzt gespannt sein, ob Brekina dieser Philosophie folgt. Auch für den Mercedes-Benz O 302 11 R Stn gilt, dass der Auslieferungstermin noch nicht genannt wurde.

Mit dem IFA H6B ist auch die dritte Formneuheit ein alter Bekannter, der schon bei IXO in anderen Maßstäben für Sammelserien aufgelegt wurde. Nun hat auch Brekina mit dem IFA H6B einen echten Klassiker aus dem Stadt- und Überlandverkehr der 50er Jahre im Angebot. Das Vorbild wurde zunächst im VEB Kraftfahrzeugwerk Ernst Grube gefertigt, danach auch in Ammendorf, um das Plansoll zu erfüllen. Der volkseigene Betrieb (VEB) in Werdau war Teil der Industrievereinigung für den Fahrzeugbau (IFA).
Immer wieder ins Stocken geratene Importe von Omnibussen aus sozialistischen Bruderländern führten dazu, den H6B noch bis 1960 zu bauen. Die Entscheidungen übe die Spezialisierung der Automobilindustrie in den sozialistischen Ländern fiel im Rahmen der sogenannten RGW-Tagung im Februar/März 1956 in Berlin: Die DDR sollte sich zukünftig auf Pkw und mittlere Lkw konzentrieren,  die „metallurgische Potenz“ des Landes reiche nicht für mehr hieß es seinerzeit.
Die von 1952 bis zum Ende der 50er Jahre gebauten H6B-Busse waren aufgrund ihrer robusten und einfachen Konstruktion noch in die 70er Jahre hinein im Einsatz. Die wichtigsten Ausführungen waren der Stadtlinienbus H6B/S mit Schiebe- und Falttüren, der Überlandbus H6B/L mit Schlagtüren und der Reisebus H6B/R. Die letze Serie des H6B, die vom zweiten Halbjahr 1959 an lief, erhielt den stärkeren Motor 6 VD 14,5/12,5 mit 110 kW Höchstleistung.
Der Bus, dessen Planung noch im 2. Weltkrieg bei der Firma Vomag begann und bei Horch fortgesetzt wurde, leitet sich vom H6-Lkw ab. Die Bezeichnung steht für H – Horch, 6 – 6 t Nutzlast und B- Bus. Der Modellbus von Brekina ist – wie die beiden anderen Formneuheiten auch – fein graviert und wird in der wertigen Art und Weise lackiert bzw. bedruckt. Auch für den IFA H6B gilt, dass das Lieferdatum noch nicht bekannt ist.
Zu den drei Formneuheiten gesellen sich noch der Büssing D2U, der Fiat 306-3 mit Karosserie von Carrozzerie Novaresi Società Anonima und der Fleischer S5. Diese Modellbusse wurde schon auf Messen gezeigt bzw. wie der Büssing teilweise auch schon in einer Sonderedition verkauft, deshalb werden sie hier nur kurz erwähnt. Bei Interesse jeweils auf den Link klicken, er verweist auf die entsprechende Meldung auf omnibus.news mit Hintergrundinformationen zum großen Vorbild. (Brekina/Spielwarenmesse/MesseNürnberg/omnibus.news/Sr)
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