Sichtlich zufrieden blickt Matthias Frank bei der Fachhändler-Vorstellung auf das Muster des Büssing D2U. Foto: Screenshot Brekina

Der legendäre Trampelwagen neben dem Do56 – ein perfektes Berliner Paar im Maßstab 1/87. Foto: Screenshot Brekina

Brekina lud Fachhändler zum zweiten Livestream ein, um wieder über künftige Neuheiten zu berichten und Fragen zu beantworten. Matthias Frank als der kreative Kopf mit der nötigen Liebe für kleine und große Fahrzeuge zeigte dabei mit dem Büssing D2U eine der bereits bekannten Modellbus-Neuheiten als graues Musterstück. Und er erklärte, dass die nächste Formneuheit nicht lange auf sich warten lasse. Bereits beim nächsten Livestream im Juli bzw. August werde er einen europäischen Bus zeigen. Spannend, die Betonung auf “europäisch” und der Hinweis, dass sich Omnibusse im Gegensatz zu Pkw weit über die 70 und 80er Jahre ihre Unterschiede bewahrt hätten, lässt auf etwas ganz Neues hoffen. Das Brekina-Team von Matthias Frank setzt das Modellbus-Neuheitenfeuerwerk, das in dieser Vielfalt zum ersten Mal auf der Spielwarenmesse 2020 gezündet wurde, weiter fort. Bekannt sind für das Modelljahr 2021 bisher der Do56 Linienbus-Doppeldecker und der Büssing D2U, womit zwei wichtige Vertetreter der Berliner ÖPNV-Szene maßstabsgerecht umgesetzt werden. Mit dem Doppeldecker begann in Berlin ein neues Zeitalter: Nach dem 2. Weltkrieg suchten die Berliner Verkehrs-Betriebe (BVG) im Rahmen des Wiederaufbaus auch nach neuen Fahrzeug-Ideen. Der Senat des jetzt geteilten Berlins hatte beschlossen, Westberlin zur autofreundlichen Stadt umzubauen – mit mehr Platz für die Straße. Dementsprechend musste die Straßenbahn weichen und der letzte O-Bus stellte 1965 seinen Dienst ein. Und bis 1967 verschwanden die Trassen der Straßenbahn größtenteils unter Asphalt. Im Omnibus sah nicht nur der Senat, sondern auch der Berliner ein ideale Fortbewegungsmittel. Die hohe Akzeptanz bei der Bevölkerung sprach für den systematischen Ausbau des Busnetzes in Westberlin, seit 1950 wuchs der Berliner Busverkehr, nicht zuletzt, weil sich der Senat gegen die Straßenbahn ausgesprochen hatte. Es entstanden viele neue Buslinien, die auch als Zubringer zu den S- und U-Bahnstationen dienten. Das einzige, was fehlte, waren die entsprechenden Fahrzeuge. 1951 wurde von Orenstein & Koppel auf der Industrieausstellung in Berlin mit dem D2U der Prototyp einer neuen Doppeldecker-Generation vorgestellt. Wie erfolgreich dieses Konzept letztendlich war, zeigt die Summe von insgesamt 948 gebauten Doppelstockbussen des D2U. Nicht alle wurden bei Orenstein & Koppel gebaut, auch die Deutsche Waggon– und Maschinenfabriken und Gaubschat bauten mit. Im Jahr 1952 beschaffte die BVG einmalig 39 Fahrzeuge des Typs D3U, die als Dreiachser aber auf einem Fahrgestell aufgebaut wurden. So wollte man einer höheren Beförderungskapazität entsprechen. Der D3U war 70 Zentimeter länger als der D2U, wog aber auch stolze 3 Tonnen mehr – im Verhältnis zur größeren Fahrgastkapazität zu viel. Die Modellbezeichnung des D2U zeigt am Ende zwei weitere Ziffern, die jeweils für das Baujahr der entsprechenden Serie stehen. Ein D2U 64 gehört somit zu der letzten, von Orenstein & Koppel gebauten Serie, die bis Mitte 1965 an die BVG ausgeliefert wurde. Zur Auslieferung des Do56 merkte Matthias Frank an, dass der Modellbus fertig produziert und schon verschifft sei, im Mai wird er hier erwartet. Außerdem gibt es mit dem Personenanhänger Jelcz P01 in diesem Jahr ein schmuckes Anhängsel für den Jelcz 043 und Skoda 706 RTO. Die Auslieferung des Anhängers ist für den Sommer vorgesehen. Der dreitürige Ikarus 260 ergänzt das Teninger Sortiment und wurde auf vielfachen Sammlerwunsch aufgelegt, auch er ist bereits fertig produziert. Einen Herzenswunsch vieler Sammler erfüllt Brekina mit dem Magirus Deutz Saturn II, hier ist die Fangemeinde der Marke groß und das Modellbusangebot klein. Brekina schafft Abhilfe, für Alle möchte man meinen, denn mit dem Mercedes-Benz O 302 11 R St, den Brekina zunächst an den Hamburger Fachhändler Stadt im Modell ausliefern wird, ist die Basis für viele weitere Varianten gelegt. Stadtlinienbus, Überlandwagen, Reisebus – der O 302 war ein echter Alleskönner, der letzte seiner Art, bevor die Spezialisierung auch den Omnibus bei Mercedes-Benz nicht mehr verschonte. Letzte bekannte Formneuheit ist der Fleischer S5. Ob Brekina dem Reisebus aus der ehemaligen DDR vielleicht auch einen aus der Bundesrepublik gegenüberstellt, so wie bei den beiden Doppeldeckern? Wobei, Matthias Frank betonte ja “europäisch” so sehr – es bleibt spannend! Sicher ist nur, dass die Marke Brekina in der Modellbuswelt mehr und mehr Zuspruch erfährt, was nicht nur der gelungenen Vorbildauswahl, sondern auch der Qualität der abgelieferten Modellbusse zuzuschreiben ist. (Brekina/PM/Sr)

Teilen auf: