Kleine und große Langfinger aufgepasst, in diesen Bussen der Justiz kommt man mit Sicherheit und auch pünktlich an. Foto: Schreiber

Busch hat jetzt mit den Oktober-Neuheiten einen MB Sprinter der Berliner Justiz an den Fachhandel ausgeliefert. In der entsprechenden Info, die das Viernheimer-Team immer zu den Neuheiten verschickt, heißt es dazu: “Langfinger aufgepasst, in Berlin fährt dieser sehr geräumige silbermetallic lackierte Sprinter der Justizanstalt umher. Die hinteren Fenster sind sehr klein und weit oben angebracht, es reicht für Licht und Luft, aber nicht um mal schnell “auszusteigen”…”

Die Welt der Gefangenentransporter ist eine ganz eigene, ob klein oder groß, es gibt Fahrzeuge für unterschiedliche Anlässe. Allein gemein ist aber, dass die, die einsteigen, nicht einfach so wieder aussteigen können. Wer sich dem Thema widmen möchte, dem sei an dieser Stelle das Buch von Manfred Wilewka empfohlen.

Die Idee, ein Buch über Gefangenentransporter zu produzieren, kam dem ehemaligen Justizbediensteten durch sein Hobby: Er sammelt Modellautos und vor allem Einsatzfahrzeuge aus allen Bereichen. Dabei fiel ihm auf, dass Gefangenentransportfahrzeuge in seiner Sammlung von mehr als 2.000 Exemplaren fehlten.

Als Konsequenz schickte er Fotos von einem Justiz-Transportbus als Modellvorschlag an eine entsprechende Firma. Danach kam die Überlegung für das jetzt vorliegende Buch. Bei der Verwirklichung musste Manfred Wilewka die Erfahrung machen, dass es einfacher war, an Fotos von Polizeifahrzeugen zu kommen, als an solche von Gefangenentransportfahrzeugen der Justiz.

Sicherheitsaspekte spielten dabei eine nicht unerhebliche Rolle. Dennoch gelang es dem Autor, die erforderlichen Genehmigungen für seine Bildpräsentationen zu erhalten. Entstanden ist ein Buch, das die Gefangenentransporter von den Anfängen bis in die Gegenwart präsentiert. Das Buch mit dem Titel “Die grüne Minna – Gefangenentransportfahrzeuge der JUSTIZ aus Deutschland” hat die ISBN 978-3-8391-1053-9 und kann in jeder Buchhandelung bestellt werden.

Weitere Einblicke in die Welt der rund 60 Gefangenentransporter, die deutschlandweit nach einem festen Fahrplan im Linienverkehr zwischen den Justizvollzugsanstalten unterwegs sind, gibt es Reportage auf omnibus.news. Sie ist eine erweitere Fassung mit deutlich mehr Fotos und Skizzen eines Artikels von Rüdiger Schreiber, der im BUSFahrer 1-2014 erschien.

Und auch Modellbusse gibt es, die sich dem Thema des Gefangenentransports widmen: Neben dem Justiz-Sprinter gab es beispielsweise von AWM den Setra S 415 UL-SF (s. Foto). Auch Herpa hat schon einen Sprinter mit entsprechendem Aufbau für die Polizei Österreich hergestellt. Rietze hat entsprechend des großen Modellbus-Portfolios alle namhaften Vorbilder umgesetzt, so gab es von den Altdorfern den MAN Lion’s Star, den MAN Lion’s Regio, den Mercedes-Benz O 303 und O 404, den Mercedes-Benz Travego, den Mercedes-Benz Integro, den Neoplan Euroliner und den Setra S 315 UL jeweils in Ausführungen als Gefangenentransporter.

Brekina hatte Mercedes-Benz O 309 für die Polizei mit vergitterten Fenstern hergestellt, Wiking hatte einen Opel Blitz mit einem Aufbau als Gefangenentransport und einen Borgward Kastenwagen aufgelegt. Müller Modellbau zeigte auf der Intermodellbau einen Mercedes-Benz Vario als “Grüne Minna”. Und Sadlo Model aus Tschechien legte als Kleinserie den Karosa C 734 auf, der in Prag als Gefangenentransporter für die Polizei unterwegs ist. (AWM/Busch/Herpa/Müller/Rietze/Sadlo/Wiking/omnibus.news/Sr)

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