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Wer macht’s? Die Frage des Montas April. Die Frage der Kanzlerkandidaturen überdecken im April zeitweise selbst das Thema Corona. Vor allem das Duell Laschet gegen Söder polarisiert die potentiellen Wähler. Und noch etwas Neues lernen die Bürger, die Regierung beschließt eine “Bundesnotbremse”. Schlechte Nachrichten gibt es mit Blick auf das Klima: 2020 war eines der drei wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen Mitte des 19. Jahrhunderts. Obwohl das Coronavirus die Wirtschaft und Verkehr ausgebremst hat, geht die WMO davon aus, dass sich der negative Trend beim Klimawandel unabhängig von Klimaschutzmaßnahmen noch einige Jahrzehnte fortsetzen wird.

MAN verlagert die Entwicklung und Produktion der Reise- und Überlandbusse der Marken MAN sowie Neoplan komplett in die Türkei. Foto: MAN, Montage: omnibus.news

Kein April-Scherz: Mit der Neuausrichtung des Konzerns ist die Busgeschichte von MAN in Deutschland beendet. Zum 1. April 2021 gibt es das Bus Modification Center in Plauen und damit die hauseigene Edelschmiede für Aus- und Umbauten nicht mehr, mit dem Verkauf hat man nun den letzten deutschen Busproduktionsstandort aufgegeben. Der Vorstand der MAN Truck & Bus SE hat sich mit dem Gesamtbetriebsrat und der IG Metall auf den Abschluss eines Interessensausgleichs, eines Sozialplans und eines „Tarifvertrags Zukunft“ für die deutschen Standorte der MAN Truck & Bus SE geeinigt. Rund 3.500 Stellen in Deutschland fallen weg. 

Die BVG hat die ersten zwei Doppeldecker der Baureihe Enviro 500 von ADL in Berlin erfolgreich getestet. Foto: BVG / Andreas Süß

Die BVG hat im April 2021 den Auftrag für die Serienlieferung der neuen Doppeldecker bei Alexander Dennis ausgelöst. Ab Anfang 2022 werden nun insgesamt 198 neue Doppeldecker von Alexander Dennis nach Berlin geliefert werden. Alle neuen Doppeldecker für Berlin werden an den ADL-Standorten in Scarborough und Yorkshire gebaut und nicht als Auftragsarbeit außerhalb von Großbritannien gefertigt. Pro Woche sollen fünf Enviro 500 geliefert werden, die letzten neuen Doppeldecker werden coronabedingt erst 2023 in der Hauptstadt eintreffen. Vier Monate lang hatten die Berliner Verkehrsbetriebe zwei Exemplare des ADL-Doppeldeckers getestet.

Hyzon Motors aus den USA will den Busmarkt auch in Europa mit Brennstoffzellenbussen erobern. Foto: Hyzon Motors

Hyzon-Motors, US-amerikanischer Neuling im Brennstoffzellen-Nutzfahrzeugmarkt, hat einen Leasing-Service für Brennstoffzellen-Nutzfahrzeuge für Kunden in der Europäischen Union aufgelegt. Damit will das Unternehmen nach eigenen Angaben interessierten Kunden in Europa einen vereinfachten Zugang zu Hyzon-Nutzfahrzeugen geben und so die Transformation zu wasserstoffbetriebenen Nfz-Flotten ermöglichen. Hyzon hat mit seinem Partnernetzwerk komplette End-to-End Lebenszykluslösungen entwickelt, die es Fuhrparkbetreibern ermöglichen, den Wechsel zu Nutzfahrzeugen mit Wasserstoff-Antrieb wirtschaftlich umzusetzen. Hyzon hatte im vergangenen Jahr eine europäische Tochterfirma in den Niederlanden gegründet und plante, bis Ende 2021 bereits „Hunderte von schweren Brennstoffzellenfahrzeugen“ in Europa auszuliefern – das hat aber nicht geklappt.

Sascha Böhnke porträtiert für BUS TV einen Impfbus. Foto: Screenshot Bus TV, Montage: omnibus.news

Keine Frage, schon vor einem Jahr beim 1. Lockdown war Sascha Böhnke, der Test- und Technikredakteur der Fachzeitschriften Omnibusrevue und Busfahrer, für seine bewegten Bilder das Youtube-Kanals BUS TV bei mehreren Busunternehmern im Stillstand und den sich anschließenden Demonstrationen mit der Filmkamera immer live dabei und sozusagen am Puls der Zeit. Im April 2021 gab es erste zu Impfbussen umgebaute Omnibusse und natürlich war einer davon schon gleich bei BUS TV zu sehen. Für die Filmaufnahmen, die mit ganz neuen spärischen Töne beginnen und diesmal nur zu Beginn auf dynamische Einstellungen setzten,war Sascha Böhnke nach Neu-Ulm zu Setra gereist, denn dort wurde aus einem normalen S 415 LE business in Zusammenarbeit mit der Huber Group und Medizinern ein Spezialfahrzeug gefertigt, in dem Impfungen vorgenommen werden können.

Neu im Maßstab 1/76: Der Elektrobus von BYD. Foto: He

Der Kooperation mit der Dickie Spielzeug GmbH aus Fürth, bei der gleich zwei Omnibusse als Spielzeug für Kinder verkleinert wurden (siehe Meldung auf omnibus.news vom 19. März), ließ der chinesische Elektrobus-Primus BYD eine weitere folgen: Diesmal ist 76-fach verkleinert kein Spielzeug entstanden, sondern eine maßstabsgerechte Miniatur des 12,2m Elektrobusses. Saubere und stimmige Positiv- sowie Negativ-Gravuren samt entsprechender Bedruckungen (Logo, Scheinwerfer, Reflektoren, Türtatser, etc.) kennzeichnen den Modellbus. Auf der Fahrtzielanzeige hinter der Frontscheibe ist in einer Matrixschrift BYD eBus zu lesen, im hinteren Zielschild steht BYD. Die Karosserie aus Metall ist mit zahlreichen Plastikteilen ergänzt, wie sich beim Blick auch das Dach oder in den Inneraum zeigt. Ob Kondensatoren auf dem Dach oder der Fahrerarbeitsplatz, Fahrgastsitze sowie Haltestange, auch im Innern kann der kleine BYD überzeugen. Einziger Wehrmutstropfen für Modellbus-Fans: Der schöne Modellbus wird der zur Zeit nur an Mitarbeiter von BYD ausgegeben.

Ingrid Nilsson verantwortet die äußere und innere Gestaltung der Omnibusse von Scania und setzt dabei auf Teamwork. Foto: Schreiber

Mit der Premiere der neuen Citywide-Generation auf der Busworld 2019 in Brüssel läutete Scania die Zukunft urbaner Mobilität ein. Nicht ohne Grund hatte sich die Schweden entschieden, die Premiere mit dem Elektrobus zu feiern. Vieles wurde neu gedacht, so wie der komplett überarbeitete Fahrerplatz. „Unser Ziel bestand darin, den bestmöglichen Arbeitsplatz für professionelle Busfahrer zu schaffen“, sagt Lotta Jähkel, Studio Engineer bei Scania R&D. In puncto Ergonomie und Erreichbarkeit wurden bedeutende Verbesserungen erzielt. Alle Bedienelemente sind eindeutig gekennzeichnet und befinden sich von der normalen Sitzposition des Fahrers aus in unmittelbarer Reichweite. Das Armaturenbrett ist modular ausgelegt und bietet Erweiterungsmöglichkeiten – mit dem Haltestellenmodul oder aber in größerem Umfang auch mit einer Infotainment-Anlage.

Autonom und rein elektrisch in Eindhoven unterwegs. Foto: EindhovenCityCouncil

Brainport Eindhoven ist eine innovative und wirtschaftlich starke Region in den Niederlanden, in der sich unzählige Hightech-Unternehmen, darunter auch multinationale Konzerne, angesiedelt haben. Alle haben ein Ziel: Die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Technologien, mit denen Lösungen für den Mobilitäts-, Energie- und Gesundheitssektor geschaffen können. Dem großen Zuspruch und Wachstum entsprechend haben die Niederländer aber auch schnell gemerkt, dass die vielen Menschen ihren Arbeitspltz nur bedingt optimal erreichen. Weil die Region auch weiter wachsen wird, stehen Erreichbarkeit und gelenkte Verkehrsströme ganz oben auf der Agenda der Region Brainport Eindhoven. Nun soll ein autonomes Bussystem die Lösung bieten.

Premiere für den eCitaro G mit neuen Lithium-Ionen-Batterien: Mercedes-Benz liefert erste vollelektrisch angetriebene Gelenkbusse an die Üstra in Hannover aus. Foto: Daimler

Mehr oder weniger direkt nach der Premiere des eCitaro als Gelenkbus folgt ein Batterie-Update für die Baureihe und die erste Kundenauslieferung: Mercedes-Benz wechselt auf die nächste, leistungsstärkere Generation der Akasol–Batterien. Die Üstra in Hannover hat die ersten eCitaro Gmit den neuen Lithium-Ionen-Speichern erhalten. Für den vollelektrisch angetriebenen Stadtbus eCitaro gibt es drei Jahre nach seiner Weltpremiere ein Leistungs-Update.

Sichtlich zufrieden blickt Matthias Frank bei der Fachhändler-Vorstellung auf das Muster des Büssing D2U. Foto: Screenshot Brekina

Brekina lud Fachhändler zum zweiten Livestream ein, um wieder über künftige Neuheiten zu berichten und Fragen zu beantworten. Matthias Frank als der kreative Kopf mit der nötigen Liebe für kleine und große Fahrzeuge zeigte dabei mit dem Büssing D2U eine der bereits bekannten Modellbus-Neuheiten als graues Musterstück. Und er erklärte, dass die nächste Formneuheit nicht lange auf sich warten lasse. Bereits beim nächsten Livestream im Juli bzw. August werde er einen europäischen Bus zeigen. Spannend, die Betonung auf “europäisch” und der Hinweis, dass sich Omnibusse im Gegensatz zu Pkw weit über die 70 und 80er Jahre ihre Unterschiede bewahrt hätten, lässt auf etwas ganz Neues hoffen. Das Brekina-Team von Matthias Frank setzt das Modellbus-Neuheitenfeuerwerk, das in dieser Vielfalt zum ersten Mal auf der Spielwarenmesse 2020 gezündet wurde, weiter fort.

Mit dem UV-Filter von Valeo sollen auch Corona-Viren im Fahrgastraum von Bussen beseititgt werden. Fotos: Valeo, Montage: omnibus.news

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hat das Luftentkeimungssystem des französischen Anbieters Valeo für Busse als Top-Innovation des Jahres ausgezeichnet. Der „UV Purifier“ sei derzeit das weltweit leistungsfähigste Luftentkeimungssystem für Omnibusse, wie es in diesem Zusammenhang von Valeo heißt. Sie eliminiere mehr als 95 % der Viren, einschließlich Coronaviren, sowie alle Bakterien und Schimmelpilze, die sich in der Luft in Fahrzeugen mit Fahrgästen an Bord befinden. Die Wirksamkeit gegen SARS-CoV-2 wurde vom Universitätsklinikum Frankfurt und dem Institut für Lasertechnologien in der Medizin und Messtechnik (ILM) an der Universität Ulm wissenschaftlich nachgewiesen.

Aktuell setzt Bremerhaven beim HafenBus auf die Marke Setra. Foto: Hadel/bremerhaven.de

Bitter: Gerade im Jubiläumsjahr durfte der in Bremerhaven so beliebte “HafenBus” nicht fahren. Den Grundstein für die rollende Erfolgsgeschichte legte der damalige Tourismuschef Hennig Goes, der in Bremerhaven liebevoll auch „Mr. Sail“ genannt wird. Er hatte die Idee, führte 2001 den “HafenBus” ein, um Besuchern den Blick auf die dicken Pötten, die riesigen Containerschiffe, zu ermöglichen. Alles begann mit einem in Berlin ausrangierten Bus. Mehrere Versuche privater Anbieter wurden immer wieder eingestellt, unter der Regie der stadteigenen Tourismusabteilung entpuppte sich der Hafenbus dann aber als Erfolgsmodell: Rund 30.000 Menschen besteigen jährlich den Doppeldeckerbus, um sich von kundigen Gästeführer live über das aktuelle Hafengeschehen informieren zu lassen.

Stefan S. Handt, der kreative Kopf bei Daimler Buses, hat die Zukunft (siehe links) im Blick und setzt auf Traditionelles (siehe rechts hinten). Foto: Daimler

Design braucht einen Ort, an dem es reifen kann. Stefan S. Handt, seit 2018 Leiter Design von Daimler Buses, hat ihn mit seinem Atelier für sich gefunden. Natürlich mittendrin, am traditionsreichen Standort in Neu-Ulm. Das Atelier des kreativen Kopfes der Busse mit Stern sowie der Marke Setra ist der Platz, an dem der 54-jährige Berliner die Innen- und Außengestaltung aller Omnibusse mit ersten Strichen zu bzw. auf das Papier bringt. Zu seinem Atelier merkt er an: „Die Idee war, ein modernes Loft mit einer ganz eigenen Ästhetik und einer optischen Ruhe zu erschaffen – also industrielles Design kombiniert mit wohnlichen Elementen als entsprechenden Kontrast.“ Schon die besondere Location macht klar: Design ist kein eitler Selbstzweck, sondern muss eine Aussage haben, wie Daimlers Busdesigner betont. (ADL/Böhnke/Brekina/BusTV/BVG/BYD/Daimler/EindhovenCityCouncil/Hyzon/MAN/Setra/Üstra/Valeo/VDA/PM/Sr)

Alle Meldungen des Monats April 2021 auf omnibus.news können Sie hier nachlesen!

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