Scania hat in Söldertälje ein Konzeptfahrzeug vorgestellt: 12m, elektrisch und autonom. Foto: Böhnke

Auch beim Innenraum geht Scania neue Wege, wie ein Blick in das Konzeptfahrzeug zeigt. Foto: Böhnke

Lounge ähnliche Sitzgruppen statt klassischer Einzelsitze… Foto: Böhnke

Dreidimensionales Laserscanning zu Erfassung des Raumes – optisch (noch) nicht formschön in das schmucke Design eingepasst. Foto: Böhnke

Dem NXT folgt jetzt der PXT, die optische Nähe lässt die neue Designlinie bei Scania für die Bussparte erahnen, wenn man den Heckabschluss und die Dachpartie betrachtet. Foto: Böhnke

Wow, mit dem NXT überraschte Scania in Stockholm auf dem UITP Kongress 2019 die Buswelt. Nicht nur optisch, auch technisch ein Ausblick. Jetzt, drei Jahre später, hat Scania nach Schweden ins heimische Södertälje geladen und die nächste Stufe der mobilen Zukunft gezündet bzw. gezeigt: Während der kleine NXT ein innovativer Ansatz für flexible Beförderungslösungen darstellte, ist das jetzt vorgestellte Projekt Scope bzw. PXT ein ausgewachsener 12m Bus für die Linie.

Was sich hinter der Zukunftsmusik von Scania verbirgt, zeigte sich bei der flankierenden Abendveranstaltung: Beatbox trifft Klassik, zwei Musiker kombinierten das Beste aus zwei Welten. Das spiegelt auch das Design, das Konventionelle eines Linienbusses will es nicht verbergen, unter dem schmucken Blechkleid der aktuelle Citywide. Scania gibt ihm neue Akzente mit auf dem Weg in die Zukunft, die sich deutlich von der geschwärzten Karosserie mit blau lackierten Freiflächen von bisher tradierten Formen abheben.

Auf Basis des Citywide ist der PXT eine mögliche Evolution, die auch das seitliche Zielschild neu interpretiert. Neu ist auch das Ein- und Aussteigen über zwei Türen, die sich zwischen den Achsen befinden. Die Schweden sehen in dieser Lösung eine Optimierung des Fahrgastflusses. Und weil es um die Zukunft geht, ist der Prototyp natürlich ein batterieelektrischer Linienbus, der autonom unterwegs ist. Digitale Rückspiegel sind bei der Studie nicht der Rede wert, die 44 Fahrgäste an Bord sind durch eine Wand vom Fahrerplatz abgetrennt – ein großer Monitor nimmt fast die ganze Fläche der Wand ein.

Noch gibt es am Fahrerplatz ein Lenkrad, noch. Willkommen in der Zukunft! Das neue selbstfahrende, batterieelektrische Konzeptfahrzeug von Scania für den urbanen Transport lädt zum Verweilen in Lounge ähnlichen Bereichen ein, die bisher bekannten Einzelsitze gehören zukünftig der Vergangenheit an. Wertige Materialien und eine neue Raumaufteilung werden für Zuspruch sorgen, keine Frage. In unmittelbarer Nähe zur Tür gibt es ausreichend Platz für stehende Fahrgäste und mobilitätseingeschränkte Fahrgäste. Wer länger mitfährt, sucht sich einen Sitzplatz im vorderen oder hinteren Teil des Busses.

Scania zeigt mit dem Projekt Scope PXT eine Zukunftsvision für den ÖPNV. Sicherlich müssen einige der verbauten Technologien noch weiterentwickelt werden, doch das jetzt vorgestellte Konzeptfahrzeug zeigt, wie und dass man Ideen technisch umsetzen und visuell greifbar machen kann. Spannend, denn die Schweden haben auch über eine intelligente Steuerung nachgedacht. Intelligent Control Environment, eine wissenschaftliche Disziplin, in der die entwickelten Steuerungsmethoden versuchen, wichtige Merkmale der menschlichen Intelligenz nachzuahmen.

Zu diesen Merkmalen gehören Anpassung und Lernen, Planung unter großer Unsicherheit und der Umgang mit großen Datenmengen. Und das soll der PXT mit Blick auf die Linienführung zukünftig leisten können. Da darf dann auch V2X nicht fehlen, die Technik, bei der Fahrzeuge mit ihrer Umwelt, aber auch untereinander kommunizieren. Natürlich ist auch 5G an Bord, die 5. Generation des Mobilfunks. Der 5G-Standard ermöglicht eine bis zu 10-mal schnellere Datenübertragung als LTE und damit Kommunikation in Echtzeit. Danke Scania, es wurde echt Zeit für ein solches Konzeptfahrzeug! Und Danke Sascha für die Fotos! (omnibus.news/Sr)

 

Die eRaodmap von Scania

Die eRoadmap von Scania. Foto: Scania

In der Zukunft kann jedes Verkehrsmittel elektrisch sein. Und für eine nachhaltigere Welt werden viele von ihnen das auch müssen, so die Aussage der Schweden. Schon heute gibt es in unseren Städten zahlreiche Hybrid- oder vollelektrische Busse, die Menschen auf nachhaltige Weise befördern. Und auch Müllabfuhrfahrzeuge, die in Städten oder Wohngebieten geräuschlos fahren. Aber der Güterverkehr holt auf. Nicht nur im Stadtverkehr, sondern auch im Regionalverkehr. Und der Langstrecken-Lkw sowie -Bus stehen vor der Tür. Die Elektrifizierung schreite sogar so schnell voran, dass Scania davon ausgeht, dass bis 2025 10 % der Fahrzeugverkäufe der schwedischen Marke unter dem Dach von Traton elektrische Fahrzeuge sein werden – und bis zum Ende dieses Jahrzehnts sogar 50 %. (Scania/omnibus.news/Sr)

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