
Der Verkehrsbetrieb Carris in Lissabon hat 29 batterieelektrische Linienbusse des Typ U12 des chinesischen Herstellers Yutong in den Dienst gestellt. Foto: Carris
Der Verkehrsbetrieb Carris in Lissabon hat 29 batterieelektrische Linienbusse des chinesischen Herstellers Yutong in den Dienst gestellt. Bei den Fahrzeugen handelt es sich um den Typ U12. Mit der Anschaffung wächst die Elektrobusflotte von Carris auf insgesamt 103 Fahrzeuge. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, bis 2030 vollständig auf fossile Antriebe zu verzichten. Nach Angaben von Carris gingen die neuen Elektrobusse rechtzeitig zum Beginn des neuen Schuljahres in den regulären Linienbetrieb.
Die Beschaffung der 29 Fahrzeuge beläuft sich auf insgesamt 17,05 Millionen Euro. Rechnerisch entspricht dies rund 588.000 Euro pro Bus. Die Beschaffung der Elektrobusse wurde über den portugiesischen Aufbau- und Resilienzplan (PRR) finanziert, der Teil des europäischen Aufbauprogramms NextGenerationEU ist. Das Geld stamm aus dem Programm C21-i12 zur Dekarbonisierung des öffentlichen Verkehrs und wird offiziell durch den portugiesischen Umweltfonds (Fundo Ambiental) zur Verffügung gestellt.
Die zwölf Meter langen Yutong sind für den Einsatz im urbanen Linienverkehr ausgelegt und haben u.a. USB-A- und USB-C-Ladeanschlüsse an den Sitzplätzen sowie ein Kamerasystem, das die Rundumsicht verbessert und herkömmliche Außenspiegel ersetzen soll, an Bord. Drei Türen unterstützen den Fahrgastwechsel. Barrierefreie Einstiege und Stellflächen für Rollstühle gehören ebenfalls zum Fahrzeugkonzept.
Yutong zählt zu den großen Busherstellern aus China und ist mit elektrischen Stadtbussen auch auf dem europäischen Markt vertreten. Nun nutzt auch Carris nach Omnibussen von Caetano aus heimischer Produktion erste Fahrzeuge aus China. Mit den neuen Fahrzeugen steigt die Zahl der vollelektrischen Busse bei Carris auf 103. Nach Unternehmensangaben wurden davon 78 über den portugiesischen Aufbau- und Resilienzplan finanziert.
Die Elektrifizierung umfasst neben der Fahrzeugbeschaffung auch den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Im Rahmen des bisherigen Programms wurden unter anderem 25 Ladepunkte eingerichtet. Für Ende 2026 sind weitere Investitionen in die elektrische Infrastruktur vorgesehen. Im Jahr 2027 sollen zusätzliche Mittel in Infrastruktur und Energiemanagement fließen. Mit der Inbetriebnahme der 29 neuen Yutong-Busse sollen nach Angaben der Unternehmensführung künftig mehr als 50 Prozent der von Carris gefahrenen Kilometer mit Fahrzeugen ohne Dieselantrieb zurückgelegt werden.
Diese Kennzahl bezieht sich auf die Fahrleistung und nicht auf den Anteil elektrischer Busse am gesamten Fuhrpark. Bis 2030 will Carris die Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen vollständig beenden. Das Unternehmen plant dafür, seine Flotte weiter zu erneuern und die notwendige Infrastruktur auszubauen. Die Beschaffung der Yutong U12 sei ein weiterer Schritt auf diesem Weg, so Carris. Wie wirtschaftlich sich die neuen Fahrzeuge im langfristigen Betrieb bewähren, wird sich unter anderem an ihrem Energieverbrauch, Verfügbarkeit, Wartungskosten und Lebensdauer der Batterien zeigen. (Carris/Yutong/PM/Sr)