Das Busunternehmen Wupsi GmbH hat einen eCitaro von Mercedes-Benz getestet. Foto: Wupsi

Das Busunternehmen Wupsi GmbH (in den Händen von Stadt und Kreis) hat die Planungen für ihre künftige Ausrichtung zusammen mit dem Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises, Stephan Santelmann, und dem Oberbürgermeister der Stadt Leverkusen, Uwe Richrath, vorgestellt. Ab dem Jahr 2022 sollen ausschließlich emissionsfreie Fahrzeuge angeschafft werden. „Wir wollen zunächst mit 10 Fahrzeugen starten und diese auf der ‚grünen Linie‘, der aktuellen Linie 222 einsetzen. Die Linie wird dann ausschließlich von batteriebetriebenen Elektrobussen gefahren und verbindet Leverkusen und den Rheinisch-Bergischen Kreis“, berichtet Marc Kretkowski, der Geschäftsführer der Wupsi. Das Investitionsvolumen inklusive der benötigten Ladeinfrastruktur beträgt 7,8 Mio. €. Die Wupsi konnte aber bereits Fördersummen zwischen 3,7 und 4,4 Mio. € akquirieren. Die Umsetzung der Maßnahme führt so zu einer jährlichen Mehrbelastung für die Aufgabenträger von rund 260 T€. „Ein solches Projekt lässt sich nicht alleine stemmen, hierfür ist interkommunale Zusammenarbeit erforderlich und ich bin froh, Partner wie den Rheinisch-Bergischen Kreis und die Wupsi an meiner Seite zu haben. Nur zusammen können wir diesen weiteren wichtigen Schritt zu einer emissionsfreien Zukunft wagen“, freut sich Uwe Richrath über die Pläne. Die Firma ebusplan war mit der Prüfung für den künftigen Einsatz von alternativen Antrieben im Bediengebiet der Wupsi beauftragt worden. Das Unternehmen hat dabei sowohl die technische Machbarkeit als auch die finanziellen Auswirkungen der verschiedenen Antriebsformen untersucht. Nach dieser Untersuchung sei der Betrieb von Wasserstoff-Bussen gegenüber batteriebetriebenen Elektrobussen für die Wupsi erheblich teurer. Grund für diesen Kostenunterschied sind unter anderem die deutlich höheren Energiekosten für Wasserstoff-Fahrzeuge, da z.B. aufgrund von Verlusten während der Produktion, dem Transport und dem Tankvorgang für die gleiche Fahrleistung mehr Strom aufgewendet werden muss. Dieser höhere Bedarf an Energie wird nach derzeitigem Energiemix in Deutschland zu hohen Teilen weiterhin aus Kohle und Atomkraft gewonnen und als „grauer“ Wasserstoff zur Verfügung gestellt. „Die Diskussion um alternative Antriebe sollte nicht ideologisch geführt werden. Ein richtiger Mix verschiedener Energien für verschiedene Einsatzorte und abhängig von der lokalen Beschaffenheit ist erforderlich“, führt Marc Kretkowski aus und Landrat Stephan Santelmann stimmt zu: „Unterschiedliche Topographien, Anforderungen an höhere Reichweiten oder auch der Zugang zu Wasserstoff haben erheblichen Einfluss auf die Entscheidung für eine Antriebsform. Daher wollen wir im Kreis beide Techniken einsetzen und zwar dort, wo sie optimal passen.“ Kurzfristig steht bei der Wupsi zunächst nun die Beschaffung der 10 Elektrobusse an. Parallel beobachtet die Wupsi aber auch ergebnisoffen die Entwicklungen beim Wasserstoffantrieb und führt daher kontinuierlich Gespräche zu möglichen Kooperationen mit den kommunalen Töchtern EVL und Avea sowie mit weiteren Unternehmen. Für eine komplette Umstellung des Fuhrparks auf emissionsfreie Antriebe sind neben der Beschaffung der Fahrzeuge und der Infrastruktur weitere Maßnahmen nötig. So ist der Platzbedarf für Busse mit alternativen Antrieben höher als für Dieselbusse, die Betriebshoffläche müsste erweitert werden. Auch die erforderliche Stromnetzkapazität müsste hergestellt werden. Der Aufsichtsrat und die Gesellschafterversammlung der Wupsi haben den Plänen in der letzten Sitzung zugestimmt. Im nächsten Schritt müssen der Kreistag und der Stadtrat über die neue Ausrichtung entscheiden. Um einen ersten Eindruck für den Betrieb eines batteriebetriebenen Elektrobusses zu erhalten, hat Mercedes-Benz der Wupsi für eine Woche einen eCitaro bereitgestellt. (Wupsi/MercedesBenz/PM/Schreiber)

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