Verschwinden bald viele Reisebusunternehmen von der Straße? Foto: Schreiber

In dieser Woche verhandelt die Koalition über einen weiteren Nachtragshaushalt. Laut Informationen des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer (BDO) sollen darin vom Verkehrsministerium wieder jene Gelder enthalten sein, die seit Monaten als Entschädigung für die Zeit der Fahrverbote fordern. Zur Erinnerung: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hatte die vom BDO berechneten 170 Millionen Euro an Bundesfinanzminister Olaf Scholz weitergereicht. Doch der hatte sie in seinem „Wumms“-Konjunkturpaket nicht berücksichtigt, weil er keine so genannte Branchenlösung will. Damit aber beim Nachtragshaushalt die Busbranche nicht wieder vergessen wird, wollen die deutschen Verbände mit einer weiteren Bus-Demo am 17. Juni in Berlin die sprichtwörtliche Flagge zeigen. Ob das etwas bringt, bezweifeln aber mittlerweile viele Busunternehmer. Eine online-Umfrage der Fachzeitschrift Omnibusrevue wieß am 14.6. auf die Frage, “Glauben Sie, dass Aktionen, wie die Bus-Demos am 27. Mai 2020, der Branche helfen?” eine Pattsituation aus: 45 Prozent waren der Meinung, “Ja, nur so verschafft sich die Branche Gehör”, weitere 45 Prozent waren der Meinung “Nein, solche Aktionen rütteln die Politik sicher nicht wach.” Die restlichen zehn Prozent vermochten die Auswirkungen nicht abzuschätzen. Gehört wurden die vielen laut hupend durch das Regierungsviertel fahrenden Reisebusse zweifelsohne, doch verstanden wurde die Busbranche nicht. Die überwiegend familiengeführten Traditionsbetriebe der Busbranche brauchen Zuschüsse und nicht nur Kredite. Und das für die bereits entstandenen Fixkosten seit dem Verbot für Reisebusreisen im März bis mindestens zum Jahresende. Für die zweite Bus-Demo in Berlin hat der BDO diesmal noch eine offizielle Kundgebung am Platz des 18. März vor dem Brandenburger Tor organisiert, die ab 12:00 Uhr stattfinden soll. Die Busse werden zu dieser Zeit auf der Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Ernst-Reuter-Platz versammelt Sammelplätze der Bus-Konvois sind am 17. Juni das Olympiastadion und der Festplatz am Kurt-Schumacher-Damm. Ob das diesmal etwas bewirkt? Am Freitag hörte sich Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier den RDA-Präsidenten Benedikt Esser als Vertreter der Bus- und Gruppentouristik im Rahmen einer Videokonferenz an. (BDO/RDA/PM/Schreiber)

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