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Ein Kite Hydroliner von Wrightbus, der für die Tochtergesellschaft, die Spree-Neiße-Cottbusverkehr GmbH jetzt im Probebetrieb im Einsatz ist. Foto: Cottbusverkehr

Eine mobile Wasserstofftankstelle, die Anfang April auf dem Betriebsgelände von Cottbusverkehr als Übergangslösung ans Netz gegangen ist, erlaubt nach Angaben des ÖPNV-Dienstleisters nun einen Probebetrieb von vier FCEV-Linienbussen unter realen Einsatzbedingungen im täglichen Fahrgastbetrieb. Im Fokus stünden die betrieblichen Abläufe, insbesondere Reichweite, Betankungsprozesse, Einsatzplanung sowie das Zusammenspiel von Fahrzeug, Infrastruktur und Fahrpersonal. Die nötige stationäre Wasserstofftankstelle ist im Bau und soll Ende des Jahres in Betrieb genommen werden.

So könne nun, teilt Cottbusverkehr mit, eine innovative Antriebstechnologie nicht nur vorgestellt, sondern unter realen Bedingungen im Alltag getestet werden. Fahrgäste hätten so die Möglichkeit, die Zukunft der Mobilität schon heute live zu erleben. Bereits im Vorfeld wären umfassende Einweisungs- und Schulungsfahrten mit den Fahrerinnen und Fahrern durchgeführt worden, um einen sicheren und reibungslosen Einsatz der neuen Fahrzeuge zu gewährleisten, so die flankierende Information aus Cottbus.

Der nun beginnende Testbetrieb bilde dabei eine wichtige Grundlage für den zukünftigen Regelbetrieb und die weitere Integration emissionsfreier Antriebssysteme in die Fahrzeugflotte. Cottbusverkehr hat vor zwei Jahren bei Wrightbus die Brennstoffzellen-Busse der Kite Hydoliner-Baureihe bestellt. Dieser Auftrag war vor im Mai 2024 der bisher größte Auftrag aus Deutschland. Die Cottbusverkehr GmbH und ihre Tochtergesellschaft, die Spree-Neiße-Cottbusverkehr GmbH, orderten zusammen 46 Kite Hydroliner.

Die zwölf Meter langen Solo-Omnibusse sollen eine wichtige Rolle für das Mobilitätsmodell „Wasserstoff-Regionen-Projekt” in der Lausitz spielen. Die Region ist als traditionsreiches Braunkohle-Revier bekannt und befindet sich derzeit in einem Strukturwandel. Die Wasserstoff-Busse wurden vom Bund mit rund 3 Millionen Euro gefördert, zusätzlich konnte sich der ÖPNV-Betreiber gemeinsam mit dem Projektpartner LEAG weitere Fördermittel aus dem Strukturstärkungsgesetz für die Tankinfrastruktur in Höhe von rund 7,5 Millionen Euro sichern.

Als Grund für die Kaufentscheidung gaben die Verantwortlichen seinerzeit die Erfahrungen mit einem Demo-Bus an, der im Winter bei tiefsten Temperaturen von Belfast über Dublin und dann weiter auf dem Seeweg bis Rotterdam und von dort aus nach Cottbus gefahren war. Und auch noch pünktlich dort ankam, wie betont wurde. Die Kite Hydroliner sind die ersten Wasserstoffbusse im Bestand von Cottbusverkehr. Elf Kite Hydroliner sollen im Stadtverkehr in und um Cottbus eingesetzt werden, 35 Wasserstoffbusse wird die Spree-Neiße-Cottbusverkehr GmbH übernehmen und schrittweise in den Nahverkehr in Spree-Neiße-Ost integrieren.

Mit dem Aufbau eines grünen Wasserstoff-Clusters im Braunkohlerevier Lausitz soll ein Ökosystem geschaffen werden, in dem Wasserstoff als klimaneutraler Energieträger im ÖPNV alle Vorteile ausspielen kann. Die FCEV-Linienbusse seien mit ihrer hohen Reichweite von bis zu 720 Kilometern prädestiniert für lange Fahrstrecken, wie Wrightbus und Cottbusverkehr erklärten. Das Volltanken dauere weniger als zehn Minuten. Die Kite Hydroliner-Flotte auf Deutschlands Straßen werde zeitnah eine dreistellige Zahl ausmachen, wie Wrightbus erklärte. (Cottbusverkehr/Wrightbus/PM/Sr)

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