Hatte beim New Bus for London das Steuer in der Hand: Boris Johnson. Foto: Wirghtbus

Wrightbus, bekannt als Hersteller des so genannten “Boris Bus”, dem roten Doppeldecker für London, der als Wahlversprechen unter der Amtszeit von Boris Johnson als Bürgermeister von London angeschafft wurde, hat im Sommer diesen Jahres Insolvenz anmelden müssen und wurde unter Zwangsverwaltung gestellt. Mit rund 1.500 Arbeitern ist Wrightbus in Nordirland ein wichtiger Arbeitgeber. Wie es seitens Wrightbus heißt, arbeite man mit dem Finanzberater Deloitte zusammen, um Investoren zu finden. Der Daily Telegraph hatte die BYD als Retter von Wrightbus ins Gespräch gebracht, doch wie britische Medien jetzt melden, sei es Jo Bamford, Mitglied der Industriellenfamilie hinter dem britischen Bau- und Landmaschinenhersteller J.C. Bamford Excavators, der Wrightbus gerettet hat. Wie BBC berichtet, habe Bamford am letzten Freitag bekannt gegeben, er sei erfreut, dass er „mit der Familie Wright einen grundsätzlichen Vertrag über die Wrightbus-Fabrik und das Wrightbus-Land geschlossen habe“. Bamford bestätigte aber, dass die Bamford Bus Company den Geschäftsbetrieb und die Vermögenswerte von Wrightbus überneheme. Beratend tätig seien neben Experten von Deloitte auch noch Mitarbeiter PricewaterhouseCoopers gewesen. Sie ließen durchblicken, dass die Auftragslage der Iren gut sei, im Doppeldeckergeschäft mit alternativen Antrieben sei Wrightbus gut aufgestellt, zuletzt seien auch für den Doppeldecker mit Brennstoffzellenantrieb aus London entsprechende Aufträge eingegangen. Das Portfolio von Wirgthbus bediene unterschiedliche Gefäßgrößen und Antribeskonzepte. Nur das Busgeschäft auf der Insel sei schwierig, wie die Gerwerkschaftler im Hause Wrightbus anmerken. Aktuell würden viele Betreiber die technische Entwicklung abwarten, denn nach abgasarmen Omnibussen würde man jetzt in Richtung eines batterie- oder wasserstoffbetriebenen Antriebes schauen. Bestellungen für Eleketro- oder Wasserstoffbusse würden aber nicht die Stückzahlen ausmachen, die bis dato für Omnibusse mit konventionellem Antrieb eingegangen wären. Erst im letzten Jahr hatt Wrightbus auf der Euro Bus Expo den „weltweit ersten Doppeldeckerbus mit Brennstoffzelle“ vorgestellt. Der BZ-Bus wurde im Rahmen des von der EU geförderten JIVE-Projekts entwickelt. Wrightbus wurde darin als alleiniger Lieferant von BZ-Doppeldeckern für Großbritannien genannt. Im Juni dieses Jahres schlossen sich dann die Firmen Everfuel, Wrightbus, Ballard Power Systems, Hexagon Composites, Nel Hydrogen und Ryse Hydrogen zum Konsortium H2Bus zusammen, um den Einsatz von 1.000 BZ-Bussen in europäischen Städten sowie die hierfür nötige Infrastruktur zu wettbewerbsfähigen Preisen zu realisieren. Fahrzeuge sollte unter anderem Wrightbus beisteuern. Das Unternehmen will deshalb sogar sein Produktangebot um einen 12-Meter-Solowagen und einen Gelenkbus erweitern.

Praxistest bestanden: Die Ballard Brennstoffzelle konnte sich im harten Linienalltag bewähren. Foto: Sanders

Premiere auf der Euro Bus Expo: Der erste Doppeldecker mit BZ-Antrieb. Foto: Hucknall

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