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„Wir sind viele. Wir sind eins.“ lautet das diesjährige Motto am 1. Mai. Foto: Schreiber

„Wir sind viele. Wir sind eins.“ lautet das Motto des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) am 1. Mai 2017. Dieser Tag ist ein Feiertag in Deutschland. Das ist schön für viele Arbeitnehmer. Aber warum wird an diesem Tag eigentlich gefeiert – und was hat es mit dem Tag der Arbeit auf sich? Dass der 1. Mai ein Feiertag in Deutschland ist, geht zurück auf das Jahr 1886. Damals begann in den USA am ersten Maitag ein mehrtägiger Generalstreik, um den Achtstundentag durchzusetzen. In Chicago versammelten sich Tausende Arbeiter auf dem Haymarket. Nach zwei Tagen begann die Lage zu eskalieren, die Polizei tötete mehrere Streikposten, auch einige Polizisten kamen ums Leben. Bei einer Protestkundgebung am nächsten Tag warf ein Unbekannter eine Bombe. Die Polizisten gerieten in Panik und schossen um sich, zahlreiche Menschen starben. In Gedanken daran begingen am 1. Mai 1890 Hunderttausende Menschen in Europa den ersten „Tag der Arbeit“. Ein Jahr zuvor hatte der Internationale Arbeiterkongress in Paris zu einem „Weltfeiertag der Arbeit“ aufgerufen. In Deutschland beteiligten sich damals laut DGB rund 100.000 Menschen an Streiks, Demonstrationen und sogenannten Maispaziergängen. Sie verlangten bessere Arbeitsbedingungen und die Einführung des Achtstundentags. In Deutschland war noch das Bismarck’sche Sozialistengesetz in Kraft, das sozialistische Versammlungen verbot. Besonders viele Arbeiter demonstrierten 1890 in Hamburg, die Unternehmen reagierten mit Entlassungen und Aussperrungen. Bundesweit rufen die Gewerkschaften heute zu Kundgebungen zum Tag der Arbeit auf. Die zentrale DGB-Kundgebung mit dem DGB-Vorsitzenden Reiner Hoffmann findet in diesem Jahr in Gelsenkirchen statt. Weil 2017 ein Wahl-jahr ist (Landtagswahlen im Saarland, in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen – und die Bundestagswahl im Herbst) treiben die Gewerkschaften die Themen Rente und Arbeitszeit voran. Der DGB positioniert sich zudem klar gegen Rechts. Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann warnte bereits am 1. Mai 2016 in Stuttgart, dass die soziale Spaltung den Gegnern der Demokratie nütze. „Die Rechtspopulisten behaupten, sie seien die Partei des kleinen Mannes. Aber ihre politischen Programmpunkte bei der Steuer-, Renten- und Sozialpolitik zeigen, dass sie eine Partei der Besserverdiener ist, ohne Konzept, europafeindlich, menschenfeindlich und keine demokratische Alternative“, stellt der DGB-Vorsitzende klar. Um die Interessen der ArbeitnehmerInnen in den Mittelpunkt zu stellen, hat der DGB frühzeitig seine umfangreichen Anforderungen an alle Parteien formuliert. Angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen setzt sich der DGB unter anderem für eine solidarische und gerechte Flüchtlings- und Migrationspolitik ein. Alle EinwohnerInnen profitieren, wenn Defizite bei Wohnungsbau, Bildung, Gesundheitsversorgung und Infrastruktur behoben werden. Um Integration zum Erfolg zu machen, muss die Politik gleiche Rechte und Pflichten für alle schaffen und die Ankommenden in Ausbildung und Beruf bringen.

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