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Modellgepflegt: Der Wiking MB O 319 im Maßstab 1/87. Foto: Wiking

Modellgepflegt: Der Wiking MB O 319 im Maßstab 1/87. Foto: Wiking

Wiking kündigt mit den Neuheiten Juni 2016 auch den Mercedes-Benz O 319 als „modellgepflegt“ an: Der Panoramabus kommt mit zeitgenössischer Bicolor-Gestaltung in den Fachhandel. Der erste Transporter mit Stern – damals „Schnell-Lastwagen“ genannt – feiert seine Premiere im September 1955 auf der IAA. Er ist Vorläufer von zahlreichen erfolgreichen Transporter-Generationen von Mercedes-Benz bis zu der aktuellen Sprinter-Baureihe. Nach einer ganzen Generation neuer Lkw und nach neuen Omnibussen dehnt die damalige Daimler-Benz AG ab 1955 ihr Nutzfahrzeug-Programm in leichtere Gewichtsklassen aus. Mit 3,6 Tonnen Gesamtgewicht und kompakten Abmessungen kommt die neue Baureihe L 319 für Handwerk, Handel und Gewerbe gerade recht. Ungewöhnlich tritt der neue L 319 optisch auf: Fahren schwere und leichte Lastwagen in den fünfziger Jahren üblicherweise als Haubenwagen vor, so nutzt man für leichte Transporter gerne die Platz sparende Frontlenker-Bauweise. Folgerichtig wählen die Entwickler für den L 319 eine Optik, die den zwei nahezu parallel erscheinenden Baureihen LP 315 (der erste Frontlenker-Lkw von Mercedes-Benz) und dem rundlichen Omnibus O 321 H ähnelt: Der ovale Grill des L 319 fasst vorne sowohl den großen Stern als Markenzeichen ein als auch die Rundscheinwerfer. Analog zu Omnibus und Lkw ziert den Transporter ebenfalls ein Band aus Chrom. Es zieht sich unter der Windschutzscheibe quer über die rundliche Frontpartie bis seitlich über die Türen des Fahrerhauses. Im Unterschied zu Lkw und Bus verfügt der L 319 jedoch über eine einteilige, kühn geschwungene Panorama-Frontscheibe. Trotz Frontlenker-Bauweise erreichen die Konstrukteure einen komfortablen Einstieg hinter der Vorderachse. Die deshalb ungewöhnlich weit nach vorn gerückte Achse und dynamisch ausgestellte Radläufe geben der Optik des Transporters ein sehr eigenständiges Gepräge. Der handliche Bus O 319/O 319 D, zunächst im Werk Mannheim gefertigt, spielt als Sympathieträger eine besondere Rolle in der Karriere dieser Modellfamilie. Es gibt ihn ab 1956 sowohl in funktionellen Varianten für den Berufsverkehr mit bis zu 18 Sitzplätzen als auch in Versionen als Reisebus. Spitzenmodell im Programm ist der O 319 mit Dachrandverglasung, Faltschiebedach, zweifarbiger Lackierung und Luxusbestuhlung für zehn Passagiere – heute würde man ihn als Clubbus bezeichnen. Die Aussicht ist bestens, die Fahrgäste genießen großen Komfort: Nur drei Sitzreihen mit jeweils drei Einzelsitzen im Fahrgastraum bedeuten viel Platz und einen großen Gepäckraum im Heck. Einzelsitze mit roten Veloursbezügen, Armlehnen, verstellbare Rückenlehnen, Gepäckablagen und verchromte Aschenbecher verbreiten ein gehobenes Ambiente und sind für damalige Verhältnisse Luxus pur.
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