Schick Daimler Buses

Eine geschickte Strategie, Herr Schick – Respekt!

Trotz sinkender Absatzzahlen geht der Daimler-Konzern für die Bussparte im laufenden Geschäftsjahr von einer stabilen Entwicklung aus. „Wir hatten ein sehr starkes zweites Quartal“, erklärte Bus-Chef Hartmut Schick. Das liege an dem guten Mix, den das Unternehmen weltweit im Angebot habe. Während in Brasilien – wo Daimler nur Fahrgestelle an Aufbauer verkauft – die Absatzzahlen erneut um 40 Prozent einbrachen, sieht es in Westeuropa mit dem weiter wachsenden Komplettbusgeschäft gut aus. Von April bis  Juni konnte EvoBus den Absatz hier um 17 Prozent auf rund 2.000 Omnibusse steigern. In Deutschland verkaufte die Bussparte im gleichen Zeitraum 726  Einheiten, was einem Plus von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Der weltweite Absatz ging dagegen aufgrund der Entwicklung in Lateinamerika um fünf Prozent zurück: auf knapp 7.000 Einheiten. Die Bus-Sparte von Daimler steigerte das operative Ergebnis im gleichen Zeitraum auf 88 Millionen Euro, was einem Plus von 57 Prozent entspricht. Der starke Anstieg resultiere aus positiven Währungseffekten der zunehmenden Exporte von Brasilien nach Afrika und Asien, effizienteren Arbeitsabläufen und dem wachsenden Markt in Westeuropa, erklärte Schick. Derzeit seien in Europa vor allem Reisebusse gefragt, berichtete der Bus-Chef. „Das Image der Reisebusse hat sich durch die Fernbuslinien stark verbessert.“ Die starke Nachfrage nach Reisebussen beschert dem EvoBus-Werk in Neu-Ulm, in dem Busse der Marken Setra und Mercedes Benz montiert werden, volle Auftragsbücher. „Neu-Ulm ist voll ausgelastet“, sagte Schick. 2016 sollen am Standort  2.600 Einheiten und damit 100 mehr als noch im Vorjahr fertiggestellt werden. In Neu-Ulm wachse die Belegschaft im Laufe des Jahres im zweistelligen Bereich, was aber eine normale Schwankung sei. Die Entwicklung im Reisebusgeschäft will Schick auch auf die Stadtbusse übertragen. „Wir wollen durch unser Design attraktiver werden.“ Bis autonom fahrende Stadtbusse wie der neue Future Bus auf deutschen Straßen fahren, dürfte noch einige Zeit vergehen. Von 2020 an seien teilautomatisierte Fahrzeuge denkbar, meint Schick.

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