Zu Gast in Hannover: Traton hatte den Volksbus e-Flex auf die IAA geholt. Foto: Schreiber

Der Fahrerplatz des brasilianischen Elektrobusses ist schlicht gehalten, von Temperament beim Design keine Spur. Foto: Schreiber

Der aus Brasilien importierte Volksbus e-Flex zeigt, dass Elektromobilität trotz des Urteils des Leipziger Bundesverwaltungsgerichtes kein rein deutsches Phänomen ist. Auch wenn man glaubt, dass drohende Dieselfahrverbote dem Elektrobus Tür und Tor geöffnet haben. Keine Frage, es gibt einer Antriebswende für Linienbusse in der Stadt. Seit der so genannte Dieselgipfel mit dem „Sofortprogramm Saubere Luft 2017-2020“ endete, sind deutsche Omnibushersteller mehr denn je in der Pflicht, zu liefern. Das Bundesumweltministerium fördert in dessen Rahmen die Anschaffung von mehr als fünf Elektrobussen mit bis zu 80 Prozent der Investitionsmehrkosten. Die Zeit des Experimentierens ist nun scheinbar vorbei, auf der IAA Nutzfahrzeuge 2018 in Hannover zeigten Hersteller und Zulieferer nicht mehr nur Prototypen, sondern Elektrobusse für den Alltag. Und der e-Flex aus dem Hause Volkswagen oder besser Traton zeigt, dass Hersteller ihre Stromer auf den Markt bringen werden: Der brasilianische Stromer gehört ins Portfolio von Volkswagen Caminhões e Ônibus, die den e-Flex von Marcopolo haben aufbauen lassen. Er soll, man ahnt es schon, wie der MAN Lion’s City E im Jahr 2020 in Serie gehen. Der Brasilianer fährt rein elektrisch, hat im Heck aber auch noch einen Range-Extender. Der liefert den Strom, wenn dem Akku die Puste oder besser der Saft ausgeht. Der Clou: Beim verbauten 1,4-Liter-Motor (einem Volkswagen TSi 1.4) kann der Betreiber zwischen  einem Normalbenziner oder CNG-Antrieb wählen. Der Energiespeicher kann mit bis zu 400 kWh geordert werden und soll dem e-Flex schon in der Grundausführung (80 kWh) eine Reichweite über den Akku von mindestens 100 Kilometern ermöglichen. Mittelfristig wollen die Brasilianer den e-Flex auch als Elektro-Hybrid und Elektro-Hybrid Plug-in anbieten. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Gestaltung des Fahrgastraumes: Der ist nur im vorderen Bereich niederflurig und dann mit einer Berglandschaft versehen, die so gar nicht in das Bild eines aufgeräumten Standardlinienbusses passt. Auch die Trittsufe zur letzten Sitzreihe, die als Klappbrett ausgeführt ist, würde hierzulande sicherlich nicht akzeptiert werden…

65 Fahrgäste können im e-Flex rein elektrisch mitfahren. Foto: Schreiber

Um die letzte Sitzreihe zu erreichen, ist eine zusätzliche Trittstufe erforderlich. Foto: Schreiber

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