Die Module von VDL Pure Air Technology werden unsichtbar im Luftkanal des Fahrzeugs platziert. Foto: VDL, Montage: omnibus.news

Auch bei VDL haben die Ingenieure in COVID-19-Zeiten die Gesundheit von Fahrern und Fahrgästen im Blick: Die Niederlände haben verschiedene Empfehlungen und Lösungen für die Futura- und Citea-Modellreihe ausgearbeitet, die das Risiko einer Ansteckung während der Fahrt verringern. Die Einführung der VDL Pure Air Technology (für den Futura) und der VDL Clean Air Technology (Citea und Futura) ist eine der wichtigsten Neuerungen. „Es versteht sich von selbst, dass die COVID-19-Krise erhebliche Auswirkungen auf VDL Bus & Coach und die Busbranche hat”, so Pieter Gerdingh, Business Manager Coach Range von VDL Bus & Coach. „Wir müssen uns an die neue Realität anpassen. Die Zahl der Reisebewegungen ist als Folge von COVID-19 stark zurückgegangen, und es ist unklar, wie schnell sich der Tourismus erholen wird. Während der Corona-Krise standen wir vom ersten Moment an im Dialog mit unseren Kunden. Wir als Branche haben ganz klar die gemeinsame Aufgabe, den Transport per Reisebus so sicher wie möglich zu machen und das Vertrauen der Reisegäste zurückzugewinnen.” Alex de Jong, Business Manager Öffentlicher Verkehr, ergänzt: „Unsere Kunden werden damit konfrontiert, dass weniger Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen. Das hat auch Konsequenzen für die Ausschreibungsverfahren, insbesondere in den Niederlanden.” Das COVID-19-Virus verbreitet sich auf unterschiedliche Weise. Die Erfahrung zeigt, dass eine Ansteckung am häufigsten durch winzige Virusteilchen auf Oberflächen und durch Aerosole in der Luft erfolgt. Neben den Grundregeln im Bus (Hände desinfizieren, Mundschutz tragen und Abstand halten) gibt es eine weitere wichtige Regel: möglichst oft für Luftaustausch sorgen. Durch einen ständigen Luftaustausch wird die Anwesenheit von Viruspartikeln auf ein Minimum reduziert. Um das mögliche Vorhandensein von Viruspartikeln noch weiter zu reduzieren, führt der niederändische Bushersteller nun die VDL Pure Air Technology bei den Futuras ein. Diese Technologie beinhaltet die aktive Ionisierung der Luft mit Plasma-Cluster-Ionisatoren. Die aus dem Luftkanal in den Fahrgastraum eintretende ionisierte Luft hat einen so hohen Ionenwert, dass nicht nur Viren, sondern beispielsweise auch Feinstaub und Bakterien unschädlich gemacht werden. Die Module von VDL Pure Air Technology werden unsichtbar im Luftkanal des Fahrzeugs platziert. Das Pure-Air-System wird beim Starten automatisch aktiviert. Dies garantiert eine konstante Reinigung. Der Ionisierungsprozess ist für Mensch und Umwelt unschädlich. VDL Clean Air Technology ist in den Modellen Futura und Citea erhältlich. Dies bietet die Möglichkeit, die Umluftfilter des Klimasystems in Reise- und Linienbussen auf die Filterklasse F7 aufzurüsten. F7-Filter reduzieren bis zu 90 % der Anzahl von Partikeln mit einer Größe bis zu 0,4 μm. Dazu gehören auch die Tröpfchen, die durch Sprechen oder Husten entstehen. Diese Tröpfchen können kleinere Viruspartikel transportieren und werden durch den F7-Filter vollständig abgewehrt. Für den VDL Citea wurden noch weitere spezifische Lösungen entwickelt, um das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten. Die Belüftung ist eine der wichtigsten Möglichkeiten zur Reduzierung möglicher Viruspartikel im Fahrzeug. Um das Risiko einer Ansteckung während der Reise weiter zu verringern, kann die Funktionsweise des Klimasystems verändert werden. Dadurch wird der Anteil der Frischluft auf 100 % erhöht. Diese Anpassung sorgt dafür, dass weniger Luft rezirkuliert wird und die Ansteckungsgefahr sinkt. Ein sicherer Arbeitsplatz ist unabdingbar. Um den Fahrer besser vor einer möglichen Ansteckung zu schützen, bietet VDL Bus & Coach die Möglichkeit, eine kundenspezifische Abtrennung an der Fahrertür anzubringen. Diese Abtrennung wird maßgefertigt, so dass wichtige Elemente wie Zahltische gut erreichbar bleiben. Eine der Grundregeln betrifft die Händedesinfektion. Um diese zu erleichtern, gibt es die Möglichkeit, an den verschiedenen Türpositionen automatische Desinfektionsspender anzubringen. Die Spender sind robust und verhindern den Handkontakt mit dem Gerät durch einen Sensor, der erkennt, ob sich Hände unter dem Gerät befinden. Durch die Anwendung von Desinfektionsspray anstelle von Gel geht dabei nur eine sehr geringe Menge an Desinfektionsflüssigkeit verloren. Auch im VDL Futura können Kunden eine Reihe spezifischer Lösungen wählen, allen voran der Desinfektionsspender mit manueller Bedienung. Diese Spender für die manuelle Desinfektion können ebenfalls an den verschiedenen Türpositionen montiert werden. Die Spender sind robust und verhindern den Handkontakt mit dem Gerät durch einen langen Hebel, der das Desinfektionsmittel durch Betätigung mit dem Ellenbogen herauspumpt. Um den Fahrer und den Reiseleiter besser vor einer möglichen Ansteckung zu schützen, kann sowohl auf der Fahrerseite als auch auf der Seite des Reiseleiters eine Glasabtrennung an den serienmäßig vorgesehenen Trennwänden angebracht werden. Diese Glasabtrennung deckt den gesamten Bereich hinter dem Fahrer bzw. dem Reiseleiter ab und entspricht den aktuellen Sicherheitsanforderungen. Fahrgäste auf die neue Situation aufmerksam zu machen und Bewusstsein für das richtige Verhalten zu schaffen ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer sicheren Reise. VDL Bus & Coach hat zu diesem Zweck verschiedene Aufkleber-Pakete entwickelt, die mit verständlichen Symbolen die Fahrgäste auf die neuen Regeln aufmerksam machen, die während der Beförderung gelten. Abschließend teilen die Niederländer in der Presseinformation noch mit, dass die VDL Groep gesellschaftliche Verantwortung übernommen hat und einen Beitrag zu Systemen leisten möchte, die eine wichtige Rolle bei der Genesung von COVID-19-Patienten spielen: Zusammen mit Koninklijke DSM wurde ein Joint Venture zur Herstellung hochwertiger medizinischer Mundschutzmasken gegründet. Dass Filtermaterial in den Niederlanden hergestellt wird, ist ein Unikum. Darüber hinaus sind drei VDL-Unternehmen an der Realisierung von hunderten Beatmungssystemen des Partners Demcon beteiligt. Auf diese Weise wurde ein komplettes Beatmungssystem entwickelt, produziert und getestet, das für die Beatmung von COVID-19-Patienten auf der Intensivstation geeignet ist. (VDL/PM/Schreiber)

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