Henk Coppens hat mit dem E-Mobilty-Konzept von VDL einen Volltreffer gelandet, jetzt kommt die Brennstoffzellentechnologie hinzu. Foto: Schreiber

Dr. Ewald Wahlmüller, General Manager Elring Klinger; Ruud Bouwman, New Technology Specialist bei VDL und Menno Kleingeld, Managing Director der VDL mit dem Range Extender-Anhänger am Elektrobus von VDL. Foto: Elring Klinger

Der Automobilzulieferer und Kunststoffverarbeiter Elring Klinger und der niederländische Fahrzeughersteller VDL Bus & Coach haben sich auf eine strategische Partnerschaft im Bereich der Brennstoffzellentechnologie verständigt. Der Kooperationsvertrag sieht die Entwicklung und Industrialisierung von Brennstoffzellenstacks und -systemen für mobile und stationäre Anwendungen vor. Henk Coppens, Vorstandsvorsitzender von VDL Bus & Coach BV, sagte dazu: “Als Vorreiter auf dem Gebiet nachhaltiger Mobilitätslösungen ist VDL Bus & Coach fest davon überzeugt, dass Wasserstoff zu einem wichtigen und strategischen Teil unseres Portfolios werden wird. Das Motto von VDL lautet ‘Stärke durch Kooperation’ und ich freue mich, dass wir dieses Motto für das Thema Wasserstoff mit der Kooperation mit ElringKlinger erfüllen können.” Bei dieser Partnerschaft wird sich die Elring Klinger AG auf die kundenspezifische Entwicklung und Produktion von Brennstoffzellenstacks fokussieren. VDL wird vorrangig für die Systemintegration sowie die Erprobung unter Realbedingungen zuständig sein. Weiterer Kooperationspartner ist die ElringKlinger Fuelcell Systems Austria GmbH (EKAT), die ihre Expertise im Bereich von kompletten Brennstoffzellensystemen hat. Nach der Gründung der EKPO Fuel Cell Technologies, dem Joint Venture zwischen ElringKlinger und Plastic Omnium im Bereich Brennstoffzellen-Stacks, und der abgeschlossenen Übernahme der österreichischen Tochtergesellschaft von ElringKlinger (EKAT), was jeweils für Anfang 2021 vorgesehen ist, wird Plastic Omnium sein Know-how ebenfalls zusammenfassen. Das erklärte Ziel der Partnerschaft besteht darin, die entwickelten Brennstoffzellensysteme im kommenden Jahr bis zur Produktionsreife zu bringen. Diese sollen in mobilen und stationären Anwendungen wie Stromaggregaten, Hybridfahrzeugen oder Fahrzeugen mit Range Extender zum Einsatz kommen. Der Kooperationsvertrag ist daher zunächst bis 2021 befristet. Daran anschließend sind bereits konkrete Kundenprojekte geplant und in Verhandlung, die noch vor Auslaufen des Kooperationsvertrags zur Unterschrift kommen sollen. Elring Klinger ist bereits seit rund 20 Jahren im Bereich der Brennstoffzellentechnologie aktiv und tritt im Markt sowohl als Komponenten- als auch als Systemlieferant auf. Der Konzern fokussiert sich hierbei auf die Niedertemperatur-Brennstoffzelle (PEMFC). PEMFC-Systeme bieten eine hohe Leistungsdichte und eine hohe Dynamik in der Leistungsbereitstellung, eignen sich hervorragend für mobile Anwendungen und sind – mit einer dezentralen Wasserstoffversorgung – bereits heute einsetzbar. PEMFC-Stacks von ElringKlinger zur Integration in Kundensysteme sind mit einer elektrischen Leistung von 10 bis über 200 kWel verfügbar. Sie weisen optional im Endplattenmodul integrierte Peripheriekomponenten und Systemfunktionalitäten auf, die eine deutliche Vereinfachung und Kostenreduktion des Brennstoffzellensystems erlauben. Sie sind sowohl für den Einsatz in Pkw und leichten Nutzfahrzeugen als auch in Bussen und Trucks geeignet. Anfang des Jahres wurde bekannt, dass die Brennstoffzellenstacks der ElringKlinger AG im Rahmen des europäischen Förderprojekts “GiantLeap” hervorragende Resultate erzielt haben. Die Stacks wurden in einem System als Range Extender an einen Elektrobus des niederländischen Herstellers VDL Bus & Coach angehängt, im realen Verkehr getestet und im Zuge dessen auch widrigen Bedingungen ausgesetzt. Selbst schädliche Betriebszustände wie Brennstoffunterversorgung, zu hohe Temperaturen und Drücke, Notabschaltungen des Systems während der Entwicklungsphase sowie menschliches Versagen haben die Stacks in ihrer Leistungsfähigkeit nicht eingeschränkt. Dazu heißt es im Abschlussbericht des mehrjährigen Projekts: “Die Gesamtleistung des Systems überstieg die Erwartungen. […] Die in GiantLeap eingesetzten ElringKlinger-Stacks zeigten während des gesamten Projekts eine hervorragende Leistung. […] Selbst zum Ende des Projekts waren die Stacks in ihrem spezifizierten Leistungsbereich.” (ElringKlinger/VDL/PM/Sr)

 

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