Hommage an Van Hool: Der Van Hool TDX23 Astrolabe, den jean-marc Durand am Computer entworfen hat. Foto: Durand

Neues von Jean-Marc Durand: Der Franzose kreiert am Computer seit Jahren immer wieder Traumbusse, ganz neu ist ein Van Hool TDX23 Astrolabe. In der Schule hat Jean-Marc Durand viel von Fahrzeugen geträumt. So manchen Gedanken hat er dabei mehr oder wenig flüchtig in seinen Heften festgehalten. Weitsichtige Lehrer lobten die phantasievollen Zeichnungen. Aus den kindlichen Bildern von einst sind heute ganz reale Schmuckstücke geworden. Die Leidenschaft für Omnibusse wurde bei Jean-Marc Durand schon in jungen Jahren geboren. Im Schulbus hatte er einen Stammplatz, direkt hinter dem Fahrer versteht sich. Und der Fahrerplatz hat ihn nachhaltig beeindruckt, denn seine Träumereien kreisen allesamt um Omnibusse mit einem Unterflurcockpit. Die ungewöhnliche Sitzposition war seinerzeit für viele Busfahrer neu, eine Abneigung gab es aber kaum. Auch wenn das Lenkrad nicht mehr fast senkrecht stand, sondern schräg aus der Armaturentafel wie beim Pkw kam, funktional und ergonomisch war auch dieser Arbeitsplatz. “Wer da einmal dahinter saß, der weiß, dass alle wichtigen Anzeigen gut zu überblicken waren”, berichtet Durand. Mit dem Esprit, mit dem er es erzählt, könnte man denken, er sei ein leidenschaftlicher Busfahrer. Nein, ganz das Gegenteil ist der Fall. Ganz nüchtern geht er dem Beruf eines Reprographen und kümmert sich unter anderem um die Vervielfältigung von Architekturplänen. Nach wie vor schwärmt der Franzose für Omnibusse mit einem Unterflurcockpit: Dieser Bereich lässt sich den eigenen Bedürfnissen entsprechend klimatisieren, Verkehrsfunk und sogar den eigenen Musikgeschmack höre man hier unabhängig von den Fahrgastwünschen. Man sitzt, ähnlich wie beim Doppeldecker, nah an der Straße und kann fast millimetergenau rangieren. Auch sei die kleinere Frontscheibe mit Blick auf die Sonnenstrahlen und das Blenden durchaus von Vorteil. Zu dem Zeitpunkt, wo Jean-Marc Durand hätte Busfahrer werden können, strichen die Hersteller im Rahmen der Modellwechsel die Busse mit dem Unterflurcockpit aus dem Programm. Um sich seinen Traum von Omnibussen mit Unterflurcockpit aus aktuellen Baureihen zu erfüllen, greift Jean-Marc Durand zu einem handelsüblichen Bildbearbeitungsprogramm. Das sei sogar manchmal als Zugabe beim Kauf eines Druckers erhältlich, so der Franzose. Ausgangspunkt der Montage ist ein ganz normales Foto eines Omnibusses. Wichtig sei nur der richtige Aufnahmewinkel, verrät Durand, man sollte unter 45 Grad auf Front und Seitenwand schauen. In unzähligen Stunden werden dann Teile des gescannten Bildes ausgeschnitten, kopiert, eingefügt, farblich angeglichen und formal angepasst. „Übung macht den Meister“, sagt der Franzose, der sich 2007 das erste Mal an das Bildbearbeitungsprogramm gesetzt hat. Die Zeiten des Unterflurcockpits sind passé. Als digitale Gedankenspiele leben diese Omnibusse aber sogar in der jeweils aktuellen Baureihe weiter. Die Fotomontagen des Franzosen sind mehr als eine Hommage, man konnte sie durchaus auch als Aufforderung an die Hersteller verstehen.

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