Hoch hinaus mit E-Schulbussen. Lion Electric fertigt die gelben Ikonen mit batterielektrischem Antrieb in Saint-Jérôme (Québec) und baut eine Produktion in den USA auf. Foto: Lion Electric

Die USA und auch Kanada sind V2Grid-Fieber: Hersteller von Elektrofahrzeugen wie beispielsweise The Lion Electric Co. bieten ihre elektrischen Fahrzeuge, insbesondere Schulbusse, im Rahmen zahlreicher Vehicle-to-Grid-Projekte (V2G) an, um erfolgreich  zur Rückspeisung von Strom beizutragen. Das Prinzip ist denkbar einfach: Überflüssigen oder in der Nacht zu preiwerten Konditionen erworbener Strom kann so gewinnbringend verkauft werden. Das V2G-Laden und Entladen kann beispielsaweise in einem Depot stattfinden, wo die elektrischen Schulbusse an ein Ladegerät angeschlossen bleiben, wenn sie nicht im Einsatz sind. Die Batterien werden geladen, wenn der Strombedarf gering ist, und die Ladegeräte sind so programmiert, dass sie den Stromfluss in das Netz zu Zeiten umkehren, in denen die Busse nicht in Betrieb sind. Lion Electric ist aufgrund der großen Nachfrage jetzt dazu übergegangen, alle Busse und Nutzfahrzeuge standardmäßig mit V2G-Technologie auszustatten. Da Regierungen rund um den Globus zunehmend ehrgeizige Ziele zur Kohlenstoffneutralität verfolgen, die größtenteils auf erneuerbaren Energiequellen und emissionsfreiem Transport basieren, wird laut Ansicht der Kandier die V2G-Integration zu einem immer wichtigeren Werkzeug für den Ausgleich der Netze – vor allem, wenn man das hohe Spitzenangebot berücksichtigt, das erneuerbaren Energiequellen eigen ist. Gleichzeitg meldet der kanadische Nutzfahrzeughersteller den bisher größten Einzelauftrag für elektrische Schulbusse seiner Firmengeschichte: 260 LionC wurden von First Student geordert. Die Auslieferung der E-Schulbusse soll in der zweiten Jahreshälfte 2021 beginnen und bis zur ersten Hälfte des Jahres 2023 abgeschlossen werden. First Student betreibt bereits einige E-Busse von Lion und verfügt somit über Erfahrung mit der Technik. Die nun bestellten Busse sollen von Transco, der in Québec tätigen Tochtergesellschaft von First Student, eingesetzt werden. Gemeinsam wollen First Student und der Bushersteller über seine Tochter Lion Energy die erforderliche Infrastruktur für den Einsatz der Fahrzeuge aufbauen. Außerdem gab Lion Electric im letzten Monat nicht nur seinen Börsengang bekannt, sondern teilte zudem noch mit, dass man als kanadische Firma die Stadt Joliet im Bundesstaat Illinois als Standort für die Produktionsstätte in den USA ausgewählt habe. (LionElectric/PM/Sr)

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