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Die Bahn gibt die Fernbussparte BerlinLinienBus auf. Foto: BLB

Die Bahn gibt die Fernbussparte BerlinLinienBus auf. Foto: BLB

Schon Ende Oktober stellt Berlinienbus den Betrieb ein, wie das Unternehmen nach Meldungen in Berliner Tageszeitungen nun offiziell bestätigte. Weniger als 30 Millionen Euro Umsatz und 15 Millionen Euro Verlust – die Fernbusse waren für die Deutsche Bahn ein Zuschussgeschäft. Nur ein kleiner Teil des Unternehmens werde an den konzerneigenen IC Bus übertragen. Dabei sah es doch eigentlich gut aus: Die Bahn hatte ihren Marktanteil auf dem Fernbusmarkt seit Anfang des Jahres von 9 auf 14 Prozent gesteigert, wie das Marktforschungsinstitut Iges erst kürzlich errechnet hatte. Für das Wachstum hatte fast ausschließlich BerlinLinienBus gesorgt. Das Unternehmen war 1947 im Westteil Berlins gegründet worden. Nach dem Mauerbau verbanden die Busse die geteilte Stadt mit dem Bundesgebiet – anfangs mit zwölf Zielorten. Nach der Liberalisierung des Fernbusmarktes 2013 baute Berlinlinienbus das Angebot stetig aus. Zuletzt wurden auf 40 nationalen und 25 internationalen Linien bis zu 290 Zielorte in ganz Europa angefahren. Noch im Oktober 2015 wurde das Angebot erneut aufgestockt. Aber: Die Bahn hatte angekündigt, ihre Fernbus-Strategie im zweiten Halbjahr 2016 neu bewerten zu wollen. Der Druck unter den Wettbewerbern sei nach wie vor hoch, die Preise aber unverändert niedrig, so die Bahn als Begründung für die Prüfung des Geschäftsfeldes. Der Entscheidung sei ein monatelanges Hin und Her vorausgegangen, heißt es. Bahnchef Rüdiger Grube, der in vielen Bereichen des Konzerns für eine gute Bilanz sowie Ergebnisse kämpft, hatte schon länger kein Interesse mehr am Geschäft mit Fernbussen. Von der Betriebseinstellung sind rund 80 BLB-Mitarbeiter betroffen. Ihre Zukunft sei offen, so der Stand der Dinge. In Gesprächen sollen ihnen „individuelle Perspektiven“ angeboten werden, wie die Berliner Morgenpost berichtet.

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