Unter dem Motto „Vom Roten Punkt zur grünen ÜSTRA“ nimmt die Üstra in Hannover am 9. und 10. Juni 2019 Interessierte eine spannende Zeitreise mit. Grafik: Üstra/Davis

Für die Üstra, wie sie der Hannoveraner heute kennt, waren die ereignisreichen und dramatischen Tage des Roten Punkts zwischen dem 11. und 19. Juni 1969 das wichtigste Datum. Jeder Hannoveraner, der diese Zeit miterlebt hat – ob als Demonstrant, als Polizist, als Straßenbahnfahrer oder als Autofahrer mit Rotem Punkt an der Windschutzscheibe – kann noch heute, über 40 Jahre später, von diesen Tagen erzählen, als wäre das alles erst letzten Sommer passiert. In der Tat geschah damals in dem als so beschaulich geltenden Hannover Unerhörtes: Eine ganze Stadt wehrte sich gegen ungerechte Tarife und ein mangelhaftes Nahverkehrsangebot und organisierte eine beispiellose Selbsthilfe unter dem Zeichen des Roten Punkts. Hannover machte damit bundesweit Schlagzeilen und alle, die dabei waren, hatten das stolze Gefühl, selber einmal Geschichte geschrieben zu haben. Als Ergebnis des erfolgreichen Bürgerprotests fiel die Entscheidung, die Üstra – zu dieser Zeit noch im Besitz der PreußenElektra – in öffentliche Hände zu überführen und mit der Gründung des Großraum-Verkehr Hannover (GVH) die Basis für ein einheitliches und gerechtes Tarifsystem zu schaffen. Nur sechs Jahre später wurde mit der Einweihung des ersten Teilstücks der Tunnelstrecke zwischen Waterlooplatz und Hauptbahnhof ein neues Zeitalter des Nahverkehrs in Hannover – das Zeitalter der Stadtbahn – eingeläutet. Vor fünfzig Jahren wurde die Üstra in Hannover als Folge der Proteste unter dem Zeichen des Roten Punkts kommunalisiert, wenige Jahre später begann mit den grünen Stadtbahnen TW 6000 das Zeitalter der Stadtbahn in Hannover. Aus diesem Anlass können die Hannoveraner am Pfingstsonntag und Pfingstmontag zusammen mit dem Verkehrsbetrieb feiern: Vor dem Hauptbahnhof informiert eine mobile Ausstellung über den Roten Punkt und die Entwicklung des hannoverschen Nahverkehrs in den vergangenen fünfzig Jahren. Neben der Zeitreise können die Besucher auch an einem attraktiven Gewinnspiel teilnehmen und sich über Berufschancen bei der Üstra informieren. Wer sich für die Geschichte des Verkehrsbetriebes interessiert, dem sei die Chronik zu empfehlen, die die Üstra zu ihrem 125jährigen Bestehen auflegen ließ: Auf 576 Seiten wird mit über 1.700 Bildern die bewegte Geschichte des Nahverkehrs in Hannover dokumentiert. Die Chronik kostet 49,99 Euro und ist unter ISBN 978-3-945497-04-3 im Buchhandel und online erhältlich.

Neben der Zeitreise können die Besucher auch an einem attraktiven Gewinnspiel teilnehmen und sich über Berufschancen bei der Üstra informieren. Foto: Üstra

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