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Das Leitmotiv der Amerika-Ausstellung: Ein School Bus. Foto: Übersee-Museum Bremen, Haase/Kreidler

Das Leitmotiv der Amerika-Ausstellung: Ein School Bus. Foto: Übersee-Museum Bremen, Haase/Kreidler

Typisch amerikanisch: Der gelbe Schulbus. Foto: Übersee-Museum Bremen, Haase

Typisch amerikanisch: Der gelbe Schulbus. Foto: Übersee-Museum Bremen, Haase

Der Doppelkontinent Amerika, wie wir ihn heute kennen, kann nur vor dem Hintergrund seiner Einwanderungsgeschichte verstanden werden. Die rundum neu gestaltete Ausstellung „Amerika“ des Übersee-Museums Bremen widmet sich daher den unterschiedlichen Gründen für die Einwanderung und den daraus resultierenden Veränderungen für Kultur – und Natur -räume. Acht Filmporträts spinnen den roten Faden der Ausstellung durch die vier Schwerpunktthemen Einwanderung, Religion, Politik & Gesellschaft sowie Welthandel und nehmen die Besucher mit in die Lebenswelten der Protagonisten. Der Ausstellungsrundgang beleuchtet in verschiedenen Themeninseln Nord- und Lateinamerika gleichzeitig und zeigt so Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Verbindungen auf. Der gelbe Schulbusist der Inbegriff für Mobilität amerikanischer Schülerinnen und Schüler. Und er ist das Motiv, mit dem das Bremer Überseemuseum für die Ausstellung „Amerika“ wirbt. Oder zumindest ein Teil von ihm, denn auf dem Plakat ist nur das Heck zu sehen. Und der ist echt, denn der Schulbus wurde eigens für das Bewerben der Ausstellung gekauft. Zweifelsohne ein Hingucker, aber nicht nur. Der gelbe Schulbus sei das Symbol für Mobilität in den Staaten schlechthin, erläutert René Paul Niemann, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Übersee-Musuems. Aufgrund der zuweilen gewaltigen Entfernungen zwischen den Städten wie innerhalb der Städte falle dem Thema Mobilität in Amerika eine noch größere Bedeutung zu als bei uns in Europa. Kostenlos gelangen Millionen von amerikanischen Schülern mit den gelben Schulbusse täglich zur Schule – und auch wieder nach Hause. ­Das Heck eines solchen Schulbusses, das jetzt in Bremen zu sehen ist, gehört einem 2003 gebauten Fahrzeug, das nach auskunft der Bremer an der Ostküste gefahren sei, vermutlich in Virginia. Die Kuratoren der „Amerika“- Schau ­stellen das Heck auf einer Themeninsel mit dem Titel „Mobilität“ aus. Sie haben es in den Bereich „Politik und Gesellschaft“ eingeordnet, zeigen es in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Themeninseln „Migration“ und „Militär“, doch auch zur „Hinterhofpolitik“, welche über Jahrzehnte kennzeichnend für das Verhältnis der Vereinigten Staaten zu den lateinamerikanischen Ländern gewesen sei, wie Niemann findet. Die Ausstellung ist durchaus politisch: Die USA hätten Länder wie Guatemala, Panama oder Chile missbraucht und täten es im Grunde immer noch – wovon auch die Schulbusse zeugten. Denn jene, die ihren Besitzern in den Staaten nicht mehr gut und ­sicher genug erschienen, landeten üblicher Weise – natürlich gegen gutes Geld – in Lateinamerika, wo sie als Überlandbusse weitere Kilometer abrissen, bis sie endlgültig stehen blieben. Wie die Schulbusse, so hätten auch die Pkw und Lkw Amerikas viele Geschichten über das gesellschaftliche Leben zu erzählen, so Niemann.Rund drei Jahren haben die Verantwortlichen hinter der Ausstellung recherchiert und die 750 Exponate zusammengetragen, die jetzt in Bremen im Übersee-Museum auf 1.200 qm zu bestaunen sind.
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