Einer der neuen Mild-Hybrid-Gelenkbusse von MAN vor der Tübinger Neckarfront. Foto: SWT

Per Tastendruck bekommen Fahrgäste die nächsten Verbindungen als Sprachansage zum Hören. Zunächst gehen zwei Haltestellen mit dieser neuen Technik in den Probebetrieb. Foto: SWT

Beim TüBus tut sich Einiges, ungeachtet der Herausforderungen in der Corona-Pandemie. Ab sofort begegnet man im Tübinger Linienbusverkehr einer neuen Bus-Marke. Die Stadtwerke Tübingen (swt) haben für ihre TüBus-Flotte sieben Mild-Hybrid-Großraum-Gelenkbusse von MAN beschafft und ersetzen damit ältere und teilweise kleinere Busse. Damit erhöhen sich auch die Kapazitäten im Linienbusverkehr. Beim Service gibt es zwei neue Angebote: Live-Daten für die virtuelle digitale Fahrgastinformation und Text-to-Speech Sprachansagen probeweise an zwei Haltestellen. Die sieben neuen MAN-Großraum-Gelenkbusse (Modell Lion’s City 19 C) kommen aus der neuesten Baureihe von MAN und sind sogenannte ‚Mild-Hybrid‘-Fahrzeuge (Efficient Hybrid). Sie verfügen über ein intelligentes Energiemanagement, das die Effizienz erhöht und dabei insbesondere den Kraftstoffverbrauch und die Emissionen optimiert – neben Verbesserungen des Fahrkomforts insgesamt. Ein kleiner Elektromotor fungiert in Schubphasen und beim Bremsen als Generator (Lichtmaschine) und umgekehrt als Starter (Anlasser). Die dann im Ultra-Cap-Modul gespeicherte elektrische Energie versorgt das 24-V-Bordnetz. Diese Technik ermöglicht es, beim Fahrzeugstillstand den Verbrennungsmotor zu stoppen und unmittelbar vor dem Anfahren wieder zu starten. Während der Fahrt entlastet das Hybridsystem den Verbrennungsmotor. TüBus hat sich damit für die derzeit beste am Markt erhältliche Antriebstechnik bei Großraum-Gelenkbussen entschieden. Dort finden sich aktuell im Fahrzeugsegment der Großraum-Gelenkbusse keine Busse mit reinem Elektroantrieb. Auch bei der bislang in Tübingen eingesetzten Baureihe CapaCity sind nur herkömmlicher Dieselmodelle verfügbar (ohne Hybridkomponente). Die Busse von MAN haben gegenüber CapaCity-Bussen zudem den Vorteil, dass sie auf allen Linien einsetzbar sind. Die Dreiachskonstruktion macht die MAN-Busse zudem wirtschaftlicher. Alle neuen Busse erfüllen die aktuell höchste Abgasnorm Euro 6. Mit einer Gesamtlänge von 18,75 Metern sind die MAN-Busse länger als ein normaler Gelenkbus, was deutlich mehr Fahrgastkapazität ermöglicht. Zu den weiteren technischen Besonderheiten zählen die Ausstattung mit vier Türen, die einen besseren Fahrgastfluss sowie optimierte Durchlüftung des Innenraums bringen. Der Fahrgastraum selbst bietet Vollpolstersitze für mehr Sitzkomfort und Klimatisierung. Ein lichtdurchlässiger Faltenübergang in der Mitte und verglaste Dachluken sorgen für ein optisch attraktives, helleres und „luftiges“ Innenraumambiente. Die sieben neuen Exemplare sind die ersten des Herstellers MAN in der TüBus-Flotte. Sie werden in den nächsten Tagen und Wochen sukzessive nach dem notwendigen Einbau der Leittechnik und der Fahrscheinautomaten in den Linienbetrieb eingeführt. Ausgemustert haben die swt ältere Busse mit Fahrzeugalter von bis zu 13 Jahren mit hohen Laufleistungen und niedrigeren Abgasnormen (Euro 5). Für die Anschaffung erhielten die Stadtwerke Tübingen Förderzuschüsse aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) des Landes Baden-Württemberg. Durch die Neuanschaffungen dieser Großraum-Gelenkbusse hat TüBus die Möglichkeit genutzt, zunehmend größere Busse anstelle kleinerer einzusetzen Dies ist insbesondere in der Zeit der Corona-Pandemie wichtig. Konkret konnten vier Busumläufe von normalen Gelenkbussen auf Großraum-Gelenkbusse umgestellt werden (insbesondere auf den Linien 13 und 17), ein Solobusumlauf der Linie 8 auf den normalen Gelenkbus. Zwei der neuen MAN-Busse gehen bald in einem besonderen Design auf die Strecke. So ist beispielsweise der Bus, den der erste Preisträger beim swt-Umweltpreis für Betriebe 2020, Romina Mineralbrunnen GmbH, gestalten durfte, in Kürze in der Universitätsstadt unterwegs. Und auch ein Bus mit einem Design der Tübinger Kunsthalle soll demnächst      ein neuer Hingucker auf den Tübinger Straßen werden. Nach der technisch anspruchsvollen Umrüstung der digitalen Fahrgastinformation (DFI) auf ein neues System, bietet nun auch die virtuelle Variante (vDFI) Live-Daten. Damit haben Fahrgäste die Möglichkeit, über die Internetadresse www.swtue.de/abfahrt auf ihren mobilen Endgeräten Abfahrtszeiten von allen Haltestellen in Echtzeit abzurufen. Das ist ein weiterer Schritt für eine optimale Fahrplanauskunft für die Fahrgäste und spielt seine Stärken insbesondere bei kurzfristigen Fahrplanänderungen oder Ausfällen im Linienbusverkehr aus. An zwei Haltestellen („Stadtwerke“ und „Hölderlinstraße“) testet TüBus eine neue Funktion, die vor allem Menschen mit Handicap bei der Orientierung an der Haltestelle helfen soll. Per Knopfdruck auf einen Taster, der denen an Fußgängerampeln ähnelt, werden die nächsten anstehenden Busverbindungen per Sprachausgabe (Text-to-Speech) über einen Lautsprecher angesagt. (MAN/TüBus/PM/Sr)

 

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