Hoch hinaus: Der SwissTrolley plus setzt neue Maßstäbe. Foto: Hess

Das Projekt SwissTrolley plus wurde von der Carrosserie Hess AG in Zusammenarbeit mit den Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ) realisiert. Der neue Trolleybus macht seinem Namen alle Ehre: Eine Hochleistungs-Traktionsbatterie erlaubt Fahrten ohne Fahrleitung. Durch regeneratives Bremsen kann außerdem bis zu 15 Prozent Energie eingespart werden. Keine Frage, hier besteht großes Potential. Das haben auch Wissenschaftler erkannt: Als Partner sind die ETH Zürich und Berner Fachhochschule mit an Bord, sie nutzen das Projekt als Forschungsplattform für Untersuchungen in den Bereichen Steuerung und Optimierung sowie Batterietechnologie. Und es gibt weitere Rückhalt aus der Schweiz: Das Bundesamt für Energie BFE unterstützt das Vorhaben im Rahmen seiner Förderprogramme für Energieforschung und Leuchtturmprojekte. Warum ist der SwissTrolley plus so interessant? Es ist das ausgeklügelte System der Steuer- und Regelalgorithmen, die den Batterieladestand vorausschauend und energieeffizient planen und steuern können. Das Energiemanagement, das diese Aufgabe übernimmt, definiert die Reichweite und Energieeffizienz des Fahrzeugs. Nur ein optimales Energiemanagement kann also das Potenzial des Fahrzeugs voll ausschöpfen. Das Institut für Dynamische Systeme und Regelungstechnik der ETH Zürich entwickelte ein selbstlernendes Energiemanagement, welches Reichweite, Energieeffizienz, Batterielebensdauer, Energiebedarf der Nebenverbraucher unter Berücksichtigung von positionsabhängigen Streckeninformationen gleichzeitig optimiert. Zusätzlich wird eine Auslegungssoftware erstellt, die eine optimale Wahl der elektrischen Komponenten unter Berücksichtigung des geplanten Einsatzes ermöglicht. Die Hochleistungsbatterie ist zudem so konzipiert, dass zusätzlich zum Fahren im Batteriemodus die Stromspitzen der Fahrleitung abgeflacht werden. Somit entlastet der SwissTrolley plus das Stromnetz wesentlich. Durch ein GPS-basiertes und selbstlernendes Energiemanagement wird zusätzlich Energie eingespart. Im Fokus stehen auch die Batterien: Trotz modernster Batterietechnologie übersteigt die Lebensdauer von Trolleybussen diejenige von Batterien. Um die Batterie dennoch nicht unnötig oft austauschen zu müssen, forscht das Kompetenzzentrum BFH-CSEM-Zentrum Energiespeicherung der Berner Fachhochschule an entsprechenden Vorhersagemodellen und Methoden, wie die Batterielebensdauer maximiert werden kann. Erste Fahrten im Liniennetz der VBZ sollen in Kürze starten, auf die Ergebnisse darf man gespannt sein – die Schweizer versprechen aber schon jetzt ein alltagstaugliches Konzept und das Potential, Energie zu sparen.

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