Der türkische Bushersteller Temsa befindet sich aktuell in Turbulenzen. Fotos: Temsa, Montage: omnibus.news

Dünya Gazetesi berichtet über finanzielle Schwierigkeiten beim türkischen Busherstellers Temsa. Banken hätten damit begonnen, Vermögenswerte zu beschlagnahmen, so die Zeitung, weil Temsa einen Schuldenberg von 200 Millionen US-Dollar angehäuft hätte. 1968 gegründet fertig Temsa seit 1987 im türkischen Adana die Busse, die ihren Ursprung in Lizenzbauten von Mitsubishi der 80er Jahre haben. 2001 wurde dann die erste eigene Entwicklung vorgestellt: Der Reisebus namens Safari. Heute produziert Temsa jährlich mehr als 10.000 Busse, Midibusse und leichte Lastkraftwagen. Das Omnibus-Portfolio reicht vom Midibus über unterschiedliche Linien- und Reisebusse bis hin zu elektrischen Linienbussen. Im Mai 2019 kaufte mit True Value Capital Partners ein Investor aus der Schweiz die Temsa-Sparte von der Sabancı Holding, einem der größten Industriekonzerne der Türkei, für rund 375 Millionen Lira (65 Millionen US-Dollar). Nachdem der Aktientransfer einen Monat nach Übernahme abgeschlossen war, kündigte der Investor an, die bisherige Strategie fortsetzen und gleichzeitig seine Exportziele erhöhen zu wollen. Evren Ünver, Repräsentant von True Value Capital Partners, besuchte nach Abschluss der Verkaufstransaktionen das Temsa-Buswerk in der Türkei. Dabei wandte Ünver sich auch öffentlich an die Mitarbeiter des Unternehmens und erklärte, dass dies der Beginn einer neuen Ära und neuen Wachstumsphase für Temsa sein werde. Nun steht die Produktion, denn die Schulden seien nur teilweise beglichen worden und die Banken hätten mit der Sicherung ihrer Ansprüche die Notbremse gezogen. Temsa teilt mit, dass Schulden des Unternehmens gegenüber Banken nur teilweise beglichen werden konnten. Aktuell berichten mehrere türkische Medien, dass die Sabancı Holding Temsa mit allen Verpflichtungen wieder vom Investor übernommen hätte. Die Zeitungen berufen sich auf regierungsnahe Quellen, die zu berichten wissen, dass auf Anweisung von Präsident Recep Tayyip Erdogan entsprechende Gespräche initiiert worden seien, um die Arbeitsplätze zu sichern. Der türkische Finanzminister Berat Albayrak sei involviert gewesen, auch eine staatsnahe Bank sei involviert. (Dünya Gazetesi/Bloomberg/Temsa/Sr)

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