So kann man die Frontmaske eines MAN Lion’sCoach auch verunstalten… Foto: Schulze

Ja, die Fußball-Europameisterschaft hört auf den Namen UEFA 2020. Eher am Rande fragt man sich – ganz abgesehen davon, ob der Topfavorit Frankreich wohl zum bereits dritten Mal siegen wird – warum auf den Mannschaftsbussen und auf allen anderen flankierenden Werbemitteln das europäische Turnier als Euro 2020 bezeichnet wird? Wir haben doch 2021! Und, wenn es schon um viele unbeantwortete Fragen geht, warum heißt die Europameisterschaft nicht kurz und knapp EM, sondern Euro? Es ist ein europäisches und multinationales Ereignis, EM wäre ja nur für deutsche Fußballfans eine verständliche Abkürzung. Für die Briten ist es die European Championship und wäre dann kurz und knapp dann die EC. Das wäre dann aber zu einseitig, selbst dann, wenn man Englisch als Weltsprache und die offizielle Sprache beim europäischen Ausrichterverband UEFA als Argument anführt. Im Englischen, und da gibt es bekanntlich die begeisterungsfähigsten Fans und Dank ihnen entsprechende Wortschöpfungen nennt man die Veranstaltung dort traditionell Euro oder Euros. Da haben die Briten dann doch ein Herz für alle kontinenalen Fußballfans in Europa. Und die Jahreszahl? Auch hier ist es wieder die Corona-Pandemie, die herhalten muss: Die  Euro sollte eigentlich von mitte Juni bis Mitte Juli 2020 stattfinden. Weil Messen, Ausstellungen und auch Fußball-Großveranstaltungen gestrichen wurden, beschloss die UEFA die Verschiebung ins nächste, also in dieses Jahr. Weil es aber sozusagen die Euro 2020 ist – es speilen alle für das letzte Jahr qualifizierten Fußballteams auch in diesem Jahr – wurde der Name beibehalten. Also keine Euro 2021, sondern nach wie vor die Euro 2020, nur ein Jahr später. Die Pandemie beeinflusst auch dieses Turnier noch, die UEFA hat aber Regelungen für alle Fäller samt eines Notfall-Reglement erarbeitet. So sollen nach Angaben der UEFA möglichst zwei Mannschaftsbusse verwendet werden, um Distanz zu schaffen. Den Verantwortlichen der Teams wird sogar empfohlen, Fotos von der Sitzordnung zu machen… Mit diesem Wissen ist nun auch schon eine mögliche weitere Frage beantwortet, denn der weiße, nicht im UEFA Euro 2020-Design folierte Mannschaftsbus folgt dem farbenfrohen Mannschaftsbus, der jetzt in den Tageszeitungen sowie flankierenden Berichten im Fernsehen immer wieder einmal zu sehen ist. Und vom folierten Bus gibt es sogar noch ein zweites, optisch identisches Fahrzeug. Verwirrend? Nein, alles der Corona-Pandemie geschuldet. Auch die Interviewmöglichkeit für Journalisten, die Fußballspieler auf dem Weg von der Kabine zum Teambus kurz befragen konnten, wurde gestrichen und wird auf Nachfrage auch nicht organisiert. Bei allen Veränderungen, eine Sache ist geblieben: Die Mannschaften haben einen eigenen Teambus! Seit 2018 ist Volkswagen der Partner des europäischen Fußballverbands UEFA. Im Rahmen eines Vierjahresvertrages wirbt das Unternehmen als „Offizieller Mobilitätspartner der UEFA-Nationalmannschaftswettbewerbe” und stellt das rollende Equipment. Auch bei der Euro 2020, die anlässlich des 60-jährigen Bestehens des Wettbewerbs erstmalig in 13 Ländern ausgetragen wird. Für Journalisten bietet die Presseabteilung in Wolfsburg nboch einen tollen Service: Ausführliche Datenmappe wurden erstellt. Darin enthalten sind unter anderem Porträts aller teilnehmenden Mannschaften, taktische Spielstile aller Teams, Daten und Fakten zu den Spielern sowie Fakten zu den vergangenen Europameisterschaften. Zusätzlich stellt Volkswagen zu jedem Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft eine detaillierte Vorschaumappe zur Verfügung. Volkswagen-Chef Herbert Diess erklärte das Engagement des Konzerns bei Vertragsabschluss seinerzeit so: „Fußball passt wie keine andere Sportart zu Volkswagen. Ihn gibt es in nahezu jedem Land und er ist klassenlos – so wie unsere Autos. Für uns bietet er somit die ideale Möglichkeit, unsere Neuausrichtung international sichtbar zu machen. Denn Volkswagen wird, wie es im Fußball heißt, in den nächsten Jahren offensiv spielen. Schließlich stehen wir bei Modellen und der Elektromobilität vor der größten Offensive in der Geschichte unserer Marke.” Ganz klassisch mit Verbrenner sind aber noch die Mannschaftsbusse unterwegs. Wie sehr der werbliche Gedanke dabei im Vordergrund steht, zeigt die Folierung der Omnibusse. Die Mannschaftsbusse sind rollende Litfaßsäulen möchte man meinen, die Werbestrategen haben keine Rüchsicht auf die Designsprache der jeweiligen Omnibusse genommen. An der Front ist natürlich sofort UEFA Euro 2020 zu lesen, dazu der Name der mitfahrenden Nation und, der Sponsor gehört dazu, das Markenemblem von Volkswagen, das an manchen Mannschaftsbussen nicht auf der Glasfläche, sondern auf dem verblechten Vordach klebt. Und was sieht man noch? Es sind nicht nur Modelle der Baureihe Lion’sCoach von MAN oder Cityliner von Neoplan, die Österreicher beispielsweise fahren mit einem abgeklebten Stern in der Frontmaske. Die deutsche Nationalmannschaft kann ganz stolz mit dem silbernen Markennamen auf schwarzen Grund vorfahren. Wobei, als die DFB-Elf ihr EM-Quartier im bayrischen Herzogenaurach bezogen hat, regnete es. Und wieso steht eigentlich M AU auf dem Kennzeichen? Das steht doch nicht etwa für die Leistung der Nationalmannschaft, oder? (UEFA/MAN/Volkswagen/Tagesschau/PM/Sr)

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