Diente nur zum Sammeln von Investorengelder: Der Straddle Bus. Foto: Wong

Von Anfang an hatte der Straddle Bus einen faden Beigeschmack: Mit viel Tam Tam und bunten Bildern gestartet glaubte man zunächst nicht, dass das Konzept funktionieren könne. Der Straddle Bus ließ die Branche dann aber aufhorchen, als ein Modell im Maßstab 1 zu 10 gezeigt wurde: Über die im Stau stehenden Autos fährt der Straddle Bus einfach hinweg. Verstopfte Straßen würden auch in China immer mehr die Produktivität in den Ballungszentren verringern, sagten die kreativen Köpfe des Entwicklerteams des Straddle Busses. Kritiker, die den Ansatz als zu kühn, zu teuer und zu gewagt bezeichneten, wurden ruhig, als die Chinesen einen ersten Prototypen auf die Räder beziehungsweise Schienen gestellt hatten. Jetzt ist das letzte Kapitel des Straddle Busses aufgeschlagen worden: Bauarbeiter entfernen die Schienen, der Vorzeigebus beschlagnahmt worden. Die 300 m kurze Demonstrationsstrecke diente nur dazu, Gelder zu sammeln und Kritiker zu überzeugen, dass das Vorhaben realisierbar sei. So richtig geplant war das aber nie, denn die Polizei in Peking ermittelt seit einiger Zeit gegen die Beteiligten Personen. Von Betrug wird gesprochen, die Firma habe illegales Fundraising betrieben. Über 1,3 Milliarden US-Dollar sollen so gesammelt worden sein. Die Macher des Straddle Busses versprachen Investoren eine jährliche Rendite von 12 Prozent. Die gibt es nicht, auch das wäre – wie der Straddle Bus – einfach zu schön gewesen…

High-Tech für verstopfte chinesische Straßen. Foto: Zhang

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