Spritpreise jenseits von zwei Euro und kein Ende in Sicht – die Preise wurden am 8. März 2022 in Oldenburg (Oldb) fotografiert. Foto: Stadtwerke Münster, Schreiber; Montage: omnibus.news

Die aktuelle Kostenexplosion hat die privaten niedersächsischen Omnibusunternehmen fest im Würgegriff. „Die Unternehmen wissen nicht, wie es in Zukunft weitergehen soll. Nach zwei Jahren Corona, und auch hier ist noch kein Ende in Sicht, nun diese Kostenexplosion mit Ausmaßen, die man so noch nie erlebt hat“, sagt Michael Kaiser, Landesgeschäftsführer der GVN-Fachvereinigung Omnibus und Touristik.

Der Tarifabschluss aus dem Januar 2022 verursacht bei den privaten Verkehrsunternehmen über 6,9 % Erhöhung der Personalkosten. Die Steigerung der Personalkosten tragen die Verkehrsunternehmen. Ohne gut bezahltes Personal würde kein Verkehr mehr stattfinden. Und jetzt, bedingt durch den Ukraine-Krieg, die Explosion bei der Dieselbeschaffung. Diese muss zwingend ausgeglichen werden.

Das Ziel muss sein, mehr Fahrgäste in den Bus zu bringen und nicht Fahrgäste zu verlieren, allein schon der Umwelt wegen. Eine Mehrwertsteuersenkung wäre der falsche Weg. Das Busgewerbe braucht eine Entlastung bei der Energiesteuer (Mineralölsteuer) für Omnibusse, und zwar in der Höhe der gestiegenen Kosten der letzten drei Monate.

„Noch ist die Bundesregierung, glaubt man der Aussage des Bundesfinanzministers vom vergangenen Sonntag, nicht bereit, diesen Weg zu bestreiten. Aber dieser Weg ist alternativlos, will man das umweltfreundlichste Verkehrsmittel und deren Eigentümer nicht gefährden und in die Insolvenz schicken“, sagt Michael Kaiser. Den Würgegriff sehen nicht nur die Niedersachsen.

Auch den privaten Verkehrsunternehmen in Baden-Württemberg machen die schwindelerregenden Dieselpreise schwer zu schaffen. Der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen (WBO) appelliert an die Politik, die Branche nicht im Regen stehen zu lassen. „Die Energiesteuer auf Treibstoffe muss schnellstmöglich gesenkt werden“, so WBO-Geschäftsführer Witgar Weber.

 Zwei Jahre Corona-Pandemie hätten ihren Tribut gefordert. Und nun die explodierenden Spritpreise: „Das kann kein Verkehr, der an Laufzeiten gebunden ist, durchhalten – das Defizit ist vorprogrammiert,“ so Weber. Der Verband wendet sich ebenso wie der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmern (BDO) mit der Forderung an Bundes- wie Landespolitiker, sofort zu handeln.

„Bei uns häufen sich die Rückmeldungen von Mitgliedern, die angesichts des explodierenden Dieselpreises nicht mehr weiterwissen“, so Weber. „Hier müssen dringend Lösungen gefunden werden. Insbesondere müssen die Landkreise als Aufgabenträger bereit sein, in die Bresche zu springen. Andernfalls ist mit einer Vielzahl von Marktaustritten zu rechnen. Dann können diese Verkehre auch nicht mehr bedient werden.“

Auch der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (BDO) ist ngesichts der massiven Preissteigerungen beim Diesel aber auch bei den klimafreundlicheren Gaskraftstoffen CNG und LNG aktiv geworden und schlägt mit den Verbände der Logistikwirtschaft jetzt Alarm. Die Kraftstoffkosten für den Transport- und Logistiksektor aber auch für den Reisebusverkehr werden zu einem fundamentalen Belastungsfaktor für den deutschen Mittelstand und die deutsche Verkehrswirtschaft.

Die Unternehmen der Transport-, Logistik- und Busbranche haben mit massiven Preissteigerungen im Einkauf bei Diesel und Gas (LNG, CNG) in kürzester Zeit zu kämpfen. Dies belastet nicht nur ihre Liquidität, sondern wird in vielen Fällen zur Existenzfrage. In einem Hilferuf an die Politik fordern die Verbände eine unverzügliche staatliche Intervention.

Andernfalls kann die Logistikwirtschaft die Versorgungssicherheit nicht aufrechterhalten und die Busbrache insbesondere nicht den Reisebusverkehr. Der Bundeswirtschaftsminister muss jetzt seine Verantwortung für den deutschen Mittelstand wahrnehmen und einen Gewerbediesel einführen sowie einen Rettungsschirm für existenzgefährdete CNG/LNG-Flottenbetreiber aufspannen. (BDO/GVN/WBO/PM/Sr)

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