Grundsteinlegung bei Switch Mobility in Spanien – im vierten Quartal 2023 sollen hier erste Elektrobusse aus der Fabrik rollen. Foto: SwitchMobility

Die Elektrobusse von Switch Mobility sind die Fahrzeuge der Marke Optare, die seit 2020 als Switch Mobility firmiert. Foto: SwitchMobility

Switch Mobility will in den nächsten zehn Jahre rund 100 Millionen Euro investieren, um in Spanien mehrere Elektrobusbaureihen und leichte Nutzfahrzeuge zu fertigen. Jetzt erfolgte der symbolische erste Spatenstich in Valladolid. 

An der Zeremonie nahmen Raquel Sanchez Jimenez, Ministerin für Verkehr, Mobilität und Stadtentwicklung, Alfonso Fernandez Mañueco, Präsident der Region Castilla y León, und Oscar Puente, Bürgermeister von Valladolid, teil. Der Grundstein wurde von Dheeraj Hinduja, dem Vorsitzenden von Switch Mobility, gelegt.

Der Bau soll in Kürze beginnen, wie es seitens Switch Mobility heißt. Die ersten Elektrobusse sollen binnen eines Jahres aus der Fabrik rollen, so Dheeraj Hinduja – ein durchaus ehrgeiziges Ziel! Der 35 Hektar große Standort in Spanien ist der erste in Kontinentaleuropa und soll zwei hochmoderne Produktionslinien umfassen.

Das könnte gelingen, denn hinter Switch Mobility steht die Hinduja-Gruppe. Der indische Mischkonzern mit über 70.000 Angestellten weltweit ist u.a. auf dem Finanzmarkt, dem Telekommunikationssektor, sowie in der Film- und Ölbranche und seit der Übernahme von Optare auch im Nutzfahrzeugbereich aktiv.

Die britische Busfabrik Optare wurde 2010 Teil des indischen Nutzfahrzeugherstellers Ashok Leyland, der wiederum Teil der Hinduja-Gruppe ist. Und der deutsche Markt ist auch schon ins Blickfeld genommen worden, der Eintritt werde vorbereitet, wie es auf Nachfrage von omnibus.news heißt. Hierzu stünde man schon mit Vertretern namhafter deutscher Verkehrsbetriebe im Austausch, um die Strategie zu konkretisieren.

Ziel sei es, noch in diesem Jahr ein Vertriebs- und Servicenetz in Deutschland aufzubauen, wie die Hinduja-Gruppe im Gespräch mit omnibus.news erklärte. Vor diesem Hintergrund muss auch die Präsenz auf der Bus2Bus in Berlin gesehen werden.

Dass der Name vor zwei Jahren von Optare zu Switch Mobility erfolgte, soll dem Fokus auf elektrische Fahrzeuge lenken. Der Vorsitzende von Ashok Leyland, Dheeraj Hinduja, erklärte dazu: „Optare nahm eine neue Identität und einen neuen optischen Auftritt an, um die Ambitionen im Bereich der Elektromobilität zu verdeutlichen.”

Switch Mobility betont im Zusammenhang mit der Nachricht, dass der Standort in Spanien von Anfang an völlig klimaneutral sein werde. Hierzu greife man auf erneuerbare Energien und ein Energieüberwachungs- sowie -managementsystem zurück. Für den Aufbau der Produktionsstätte werde man auf Zulieferer zurückgreifen, die mit „glaubwürdigen Netto-Null-Politiken und nachhaltigen Verpflichtungen“ agieren.

Die lokalen Politker freuen sich, nicht nur über die geplante Investitionssumme, sondern auch darüber, dass damit die Wiederbelebung des Gebiets Soto de Medinilla schätzungsweise 7.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze in der Region schaffe, zum Start sollen es immerhin schon 2.000 sein.

Damit diese Zahlen erreicht werden, hat Switch Mobility den Standort und das Konzept von Anfang an mit lokalen und überregionalen Politikern abgestimmt, wie es heißt. Auch sonst ist alles durchdacht: Dana steht als Lieferant der E-Komponenten wie Achsen, Getriebe, Motoren, Wechselrichter, Software und Steuerungen fest.

Das us-amerikanische Unternehmen hat mittlerweile ein strategisches Investment in Switch Mobility getätigt. Somit wird nicht nur die Fabrik in Großbritannien, sondern auch der neue spanische Standort ein langjähriger Kunde werden. Wieviele Anteile an Switch Mobility gehalten werden, wurde nicht gesagt.

In der ersten Phase der neuen Entwicklung werde der neue Elektrobus mit 12m Länge für den europäischen Markt produziert. In den Phasen zwei und drei werden die Kapazitäten für die Batteriemontage und die Produktion des kohlenstofffreien LCV von Switch ab 2024 hinzukommen, wie angekündigt wurde.

“Das vergangene Jahr war für Switch ein Jahr beachtlicher Fortschritte. Wir haben eine Präsenz in Großbritannien, Indien und nun auch in Kontinentaleuropa aufgebaut, verfügen über einen Auftragsbestand von über 500 Elektrobussen und haben mit unseren aktuellen Elektroprodukten mehr als 50 Millionen Kilometer zurückgelegt. Der Beginn der Entwicklung unseres Standorts in Spanien ist ein wichtiger Meilenstein in unserer globalen Wachstumsstrategie,” so Andy Palmer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und CEO von Switch Mobility. (SwitchMobility/omnibus.news/Sr)

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