InnoTrans 2018 – Pressekonferenz Solaris Bus & Coach – Solange Olszewska, Vorstandvorsitzende von Solaris Bus & Coach; Zbigniew Palenica, Stellvertrender Vorstandvorsitzender Solaris Bus & Coach; Josu Imaz, Direktor der Tochtergesellschaft & Unternehmensentwicklung CAF; Dariusz Michalak, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender Solaris Bus & Coach (v.l.n.r.). Foto: Messe Berlin

Premiere auf der InnoTrans: Der neue Trollino 12. Foto: Binanzer

Solaris bleibt Solaris – das ist die Aussage des neuen Besitzers CAF im Rahmen der Pressekonferenz auf der InnoTrans in Berlin. Gespannt blickte die Busbranche nach Berlin, denn man erwartete beim ersten öffentlichen Auftritt nach der Bekanntgabe des Verkaufs ein Statement für die Zukunft von Solaris. Unter dem Dach des spanischen Eigentümers CAF werde es so weitergehen, als gäbe es keine Veränderungen, die Zukunft sei positiv, wie die ehemalige Eigentümerin und Geschäftsführerin verriet. Und noch etwas sagte sie: CAF sei die bestmögliche Lösung. Josu Imaz von CAF versicherte auf der Pressekonferenz, dass man nicht nur die Marke Solaris, sondern auch deren persönlichen Charakter erhalten werde. Imaz sieht für CAF als Schienenfahrzeughersteller CAF die Chance, mit Solaris als Bushersteller das eigene Portfolio optimal zu erweitern, so Imaz. Für die CAF-Bussparte, die weiterhin als Solaris firmieren werden, wolle man jetzt neue Assistenz- und Sicherheitssysteme implementieren. Die Technik werde man zukaufen. Außerdem werde man jetzt die neusten technologischen Lösungen im Bereich Heizung, Klimatisierung und Lenksystemen verbauen. Ferner hätte man noch die Reduzierung des Energieverbrauchs im Blick. Dariusz Michalak erklärte, dass die Ingenieure von Solariseine innovative Lösung in Form einer mit LPG gespeisten Hybridheizung vorgeschlagen hätten. Sie sei emissionsarm und weitaus günstiger als die Anwendung konventioneller Dieselheizsysteme. Die LPG-Behälter sind darüber hinaus kleiner als die von CNG und somit auch einfacher zu verbauen. Eine weitere Neuheit ist das eSConnect-Ferndiagnosesystem für Batteriebusse: Dieses verbessere und unterstütze die Diagnose- und Wartungsmöglichkeiten. Ferner ermögliche es darüber hinaus die Analyse technischer Daten, die vom Fahrzeug gesammelt werden. Ausgestellt wurde in Berlin ein Urbino 12 electric, als Premiere hatten die Polen den Trollino 12 im neuen Deisgn mitgebracht. Seit 2001 baut Solaris die Trollino-Baureihe, bisher sind über 1.200 Fahrzeuge an Kunden in sechzehn Ländern ausgeliefert worden. Solaris Oberleitungsbusse kann man jetzt in nahezu 50 Städten in ganz Europa antreffen, wie voller Stolz berichtet wurde. Ähnlich erfreut berichten die Polen von ihrem Trollino 24, dessen Straßentest in den nächsten Wochen beginnen werde. Der 24 m lange Doppelgelenkbus soll langfristig mit unterschiedlichen Antriebskonzepten angeboten werden. Im nächsten jahr würden erste Kundenfahrzeuge ausgeliefert werden, wie in Berlin zu hören war. Auch im nächsten Jahr werde der FuelCell auf Basis des Urbino 12 vorgestellt werden. Und ganz neu sei der Urbino LE lite hybrid, bei dem der Name Programm sei. Der „kalorienarme” Name des Fahrzeugs bezieht sich auf seinen größten Vorteil – den geringen Spritverbrauch. Dies bedeutet niedrigere Betriebskosten im Vergleich zur Standard-Urbino-Baureihe. Das Hauptziel der Ingenieure aus dem Forschungs- und Entwicklungsbüro von Solaris war die Entwicklung eines Busses, der im SORT-2-Test einen Treibstoffverbrauch von weniger als 30 Liter auf 100 km erreicht. Um dieses Ziel zu verwirklichen, hat man an mehreren Stellschrauben gedreht: Eine der größten Herausforderungen war die Senkung der Fahrzeugmasse. Der Urbino 12 LE in der Version lite hybrid hat ein Eigengewicht von weniger als 9 Tonnen; das Gesamtgewicht mit Fahrgästen beträgt 15 Tonnen. Das Herz des Antriebssystems im neuen Modell der Familie Urbino ist das Motor Cummins ISBE6 mit einem Hubraum von nur 4,5 l. Er erfüllt die restriktive Emissionsnorm EURO 6, erreicht eine Leistung von 210 PS und einen Drehmoment von 832 Nm. Ein zusätzliches Element des Antriebssystems von Urbino LE lite hybrid ist eine elektrische Maschine mit einer Leistung von 11,5 kW. Deren Aufgabe ist es, beim Bremsen die Energie wiederzugewinnen und beim Start den Verbrennungsmotor zu unterstützen. Bei so vielen neuen Projekten kommt die Unterstützung durch CAF zur richtigen Zeit. Und es bleibt zu hoffen, dass Solaris wirklich Solaris bleibt!

Premiere auf der XIV. Internationalen Messe für Öffentlichen Verkehr in Kielce: Der Solaris Urbino LE lite hybrid. Grafik: Solaris

Solaris kündigt einen Urbino 12 hydrogen – einen Brennstoffzellenbus – der neuen Generation – an. Grafik: Solaris

Der 24 m lange Trollino soll 2019 an erste Kunden ausgeliefert werden. Grafik: Solaris

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