IXO für Hachette den Stradair RS 612 im Maßstab 1/43 aufgelegt. Foto: van Unen

Konrad Pernetta vom Modellbusmarkt Oberammergau ist in Deutschland die Quelle, um an die Modellbusse der französischen Kioskserie Autobus et Autocars du Monde zu kommen. Aktuell ist etwas ganz Besonderes im Angebot: Berliet, Marktführer bei den mittleren und schweren LKW, wollte auch in den Markt für leichte Nutzfahrzeuge vordringen und stellte 1965 den fast schon revolutionären Verteilerlastwagen Stradair vor. Angetrieben wurde der LKW von einem 4-Zylinder Diesel, der sich im vorderen Überhang befand. Ungewöhnlich, aber optisch unverwechselbar und fast eine etwas skurrile Erscheinung. Die eingentliche Sensation war aber die Luftfederung, die zu einer bislang unerreichte Straßenlage und Fahrkomfort führte. Bei einer spektakulären Präsentation ließ der Stunt-Fahrer Gil Delamare den Stradair über eine Schanze springen, um ihn nach 19 Meter dank Luftfederung sanft landen zu lassen. Wegen den überragenden Fahreigenschaften (der kräftige 120 PS Berliet Motor erlaubte eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Km/h) wurde der Stradair auch gern als Basis für Reisebusse bestellt. Mit bis zu 32 Sitzplätzen von Busunternehmen ein passende Gefäßgröße für die Alpenregionen. Die Busaufbauten stammten von Amiot, Gangloff, Jonckheere oder, wie beim Hachtette Modell, von Belle-Clot aus Grenoble. 43-fach verkleinert und durchaus detailliert hat IXO für Hachette den Stradair RS 612 aufgelegt. Dass die Franzosen den Bus ausgewählt haben, hat einen Grund: Als Lieferwagen war der Stradair kein großer Erfolg – für die Innenstädte mit Ihrer Längenbeschränkung für LKW war er zu groß und die Technk war ihrer Zeit zu weit voraus. Es entstanden lediglich rund. 3.000 Exemplare bis 1970, dann wurde die Produktion eingestellt.

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