Bremerhaven Bus will mit dem lokal erzeugten Wasserstoff sieben Brennstoffzellenbusse im Linienverkehr betanken. Foto: BremerhavenBus, Montage: omnibus.news

Direkt vor den Toren Bremerhavens soll ab 2022 Wasserstoff für den öffentlichen Nahverkehr erzeugt werden. Die Elektrolyseanlage mit einer Kapazität von 2 Megawatt und die Wasserstofftankstelle auf dem Betriebsgelände der Bremerhaven Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft GmbH (Bremerhaven Bus) sollen von der eigens gegründeten HY.City.Bremerhaven GmbH & Co. KG betrieben werden. Hauptgesellschafter sind das nordfriesische Energiewende-Unternehmen GP JOULE und das Bremerhavener Start-up Green Fuels. Bremerhaven Bus will mit dem lokal erzeugten Wasserstoff sieben Brennstoffzellenbusse im Linienverkehr betanken. Das Projekt ist ein weiterer Mosaikstein in der Vision, den Nordwesten zur klimafreundlichen Wasserstoffregion umzubauen. Im nächsten Schritt soll die Zahl der Wasserstoffbusse in Bremerhaven auf mindestens zehn steigen. Busse mit Brennstoffzellenantrieb sind deutlich leiser als herkömmliche Dieselbusse. Aus ihrem Auspuff kommt reiner Wasserdampf. So verbessern die neuen Busse nicht nur die Klimabilanz des öffentlichen Nahverkehrs, sondern sorgen auch für bessere Luft und mehr Ruhe in der Stadt. Die Kapazität des Elektrolyseurs im Gewerbegebiet am Grauwallring reicht sogar für bis zu 34 Busse. Wasserstoff spielt eine Schlüsselrolle für die Energiewende: Er dient dazu, den mit Hilfe von Wind und Sonne erzeugten Strom langfristig zu speichern und für verschiedenste Einsatzbereiche nutzbar zu machen – zum Beispiel für die Mobilität. Im Norden Deutschlands, wo Windstrom in so großen Mengen zur Verfügung steht, dass er zu manchen Zeiten gar nicht vollständig zu den Großverbrauchern im Süden des Landes transportiert werden kann, liegt die Umwandlung in Wasserstoff nahe. Deshalb haben die nördlichen Bundesländer bereits im November 2019 eine Norddeutsche Wasserstoffstrategie vorgelegt, die u.a. die Stärkung der regionalen Wasserstoffgewinnung und -nutzung vorsieht. Im Juni 2020 hat die Bundesregierung mit ihrer Nationalen Wasserstoffstrategie deutlich gemacht, dass auch sie diese Zukunftstechnologie vorantreiben und unterstützen will. Die Projektpartner engagieren sich bereits seit mehreren Jahren für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft auf Basis erneuerbarer Energiequellen. So initiierte GP Joule zum Beispiel das Projekt eFarm, bei dem Windparks in Nordfriesland Wasserstoff für Busse und PKW in der Region erzeugen. Vor zwei Jahren haben sich GP Joule und Green Fuels zusammengeschlossen, um eine regionale Wasserstoffwirtschaft im Nordwesten mit dem Fokus auf Bremerhaven und Nordfriesland zu etablieren. Darüber hinaus ist das neue Projekt ein Teil des Programms „HyLand – Wasserstoffregionen in Deutschland“, das wiederum zum Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie der Bundesregierung gehört. Insgesamt sollen rund 90 Mio. Euro im Zuge dieses Programms im Nordwesten investiert werden. Bis zu 20 Mio. Euro schießt der Bund dabei zu. Die Geschäfte der HY.City.Bremerhaven werden André Steinau, der bei GP Joule für den Wasserstoffbereich verantwortlich ist, und Andreas Wellbrock, Geschäftsführer von Green Fuels, gemeinsam steuern. „Wir arbeiten in Bremerhaven mit starken Partnern aus der Region zusammen und bilden in diesem Projekt die gesamte Wertschöpfungskette ab, die der Energieträger Wasserstoff bietet. Das reicht von der Erzeugung vor Ort aus regionalem, grünem Strom über den Tankstellenbetrieb bis zur umweltfreundlichen Nutzung im Öffentlichen Personennahverkehr. Deshalb passt dieses Projekt ausgezeichnet in das Programm “HyLand – Wasserstoffregionen in Deutschland“, sagt André Steinau. „Wir schlagen das nächste Kapitel der Mobilitätswende auf und legen die Grundlage für die grüne Verkehrszukunft in Bremerhaven. Wasserstoffbusse können erheblich zur Senkung der CO2-und Schadstoffemissionen im Verkehrssektor beitragen. Wir sind überzeugt, dass das Projekt in der Region eine Leuchtturmfunktion haben wird,“ ergänzt Andreas Wellbrock. Neben der Bremerhaven Bus haben sich auch die UTG Unabhängige Tanklogistik GmbH und die Georg Grube Verwaltungs-KG für eine Beteiligung an der HY.City.Bremerhaven entschieden, um sich für die gerade entstehende Wasserstoffwirtschaft gut aufzustellen. (GPJoule/BremerhavenBus/PM/Sr)

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