omnibus.news verlost mit Unterstützung von Brekina zum 70. Setra Geburtstag sieben Modellbusse des S6. Foto: Schreiber

Premiere vor 65 Jahren in Genf: Der Kässbohrer Setra S6. Foto: Daimler

Setra feiert 70 Jahre und omnibus.news verlost zusammen mit mehreren Modellfahrzeugherstellern jeweils sieben Modellbusse. Diesmal gibt es den S6 zu gewinnen den Brekina 87-fach verkleinert im Angebot hat. 1955 zeigte Kässbohrer den S6 auf dem Genfer Automobilsalon – Premiere für den kleinsten Setra, der je gebaut wurde. „Einen Omnibus mit den Fahreigenschaften eines Personenwagens zu schaffen“, das war die Zielsetzung für die Entwicklung, die schon im ersten Prospekt für diesen Omnibus manifestiert wurde. Der S6 stellt für die Ulmer Omnibusbauer den Anfang einer beispielhaften Kompetenz für die Konstruktion und den Bau von Kompaktomnibussen dar. Damit ist die Traditionsmarke von Anfang an  im Segment der hochwertigen Omnibusse für anspruchsvolle, kleinere Reisegruppen vertreten.

Der S6 hat im Omnibusbau zwar kein neues Marktsegment eröffnet – kleine Reisebusse gab es schon in vielfältigster Art – doch der S6 war in seiner technischen Konzeption eine Ausnahmeerscheinung. Richard Gebauer, der damalige Chefredakteur der Fachzeitung „Last-Auto und Omnibus“ schrieb im April 1955: „Der Typ S6 gehörte mit zu den interessantesten Fahrzeugen auf dem ganzen Genfer Salon“. Und abschließend resümiert er in seinem Bericht vorausschauend: „Der S6 wird den Omnibus als Verkehrsmittel beim Publikum wieder begehrenswerter machen.“

Mit einer Länge von 6.700 mm und 2.250 mm Breite war der S6 dann auch recht gut überschaubar. Eine Arbeitsgruppe von fünf Mitarbeitern, unter der Leitung eines Ingenieurs, der aus der Mercedes-Benz Rennabteilung zu Kässbohrer gestoßen war, realisierte das Vorhaben. Konsequent wurden neue Weg verfolgt. Das spektakulärste an diesem neuen Omnibus war zweifellos die Einzelradaufhängung aller aller Räder mit Schwingachsen vorne und hinten.

Dieses technische Prinzip des Vollschwingachsers beruhte auf zwei (vorne und hinten) mit dem Aufbau verbundenen Achsträgern, an denen je zwei Dreiecklenker befestigt waren, die bei Auf- und Abwärtsbewegungen ein Gummielement zu verdrehen versuchten, das diesen Bewegungen einen progressiven Widerstand entgegensetzten. Diese Kräfte bewirkten schließlich eine Abfederung, die damit erstmals einem Omnibus Merkmale des modernen Automobilbaus an Fahreigenschaft und Fahrkomfort verlieh. Anfangs verwendete Kässbohrer bei der Federung das System Neidhart. Es wurde später durch eine Gummidrehfederung abgelöst, die sich bei Setra-Bussen in den USA bestens bewährt hatte.

Die Gummifederung in Verbindung mit den Teleskop-Stoßdämpfern und einem neuartigen Federausgleich, die geringen unabgefederten Massen, der tiefliegende Schwerpunkt und das Verhältnis von Radstand (3.150 mm), Überhang (1.510 mm vorn und 1.850 mm hinten) und Spurweite (1.850 mm vorn und 1.700 mm hinten aufgrund der Doppelbereifung) gaben dem Fahrzeug eine absolut sichere Straßenlage. Die hydraulische Zweikreis-Innenbackenbremse mit zusätzlicher ZF-Motorbremse vollendete die hervorragende Fahrsicherheit des S6.

Der Antrieb wurde wie beim Setra/Pekol-Linienbus (SP) zusammengeblockt, ohne Kardanwelle zum Hinterachsgetriebe, um die Länge des Fahrzugs optimieren zu können. Otto Kässbohrer war persönlich mehrmals nach Kassel gereist, um beim Motorenhersteller Henschel für einen kleinen Vier-Zylinder-Motor für „seinen“ S6 zu plädieren. Obwohl Henschel zunächst kein Interesse an der Entwicklung zeigte, fertigten die Kasseler auf Otto Kässbohrers Drängen schließlich den Vierzylinder-Dieselmotor D 517-4 K (das K stand für Kässbohrer), im Gegensatz zu dem damals bei Kleinbussen noch üblichen Benzinmotoren. Zuerst hatten die Motoren einen Leistungsvolumen von 85 PS, später dann von 90 PS bzw. aufgeladenen 100 PS. Pkw-ähnlich war schließlich auch die Lenkradschaltung.

Die Außenhaut des S6 war aus Aluminium und die Oberlichter aus Plexiglas. Die Verglasung wurde werkseigen gefertigt. Später wurde die Aluminiumbeplankung durch eine Stahlbeblechung ersetzt, die Betätigungskräfte der Bremsanlage verstärkt und die Getriebebedienung weiter verbessert. Und schließlich erfuhr auch der Fahrerplatz mit den Bedienelementen für Heizung und Lüftung eine Weiterentwicklung.

Bei Setra wurde mit dem S6 – später S7 (Bj. 1965, BR 10), S 80 (Bj. 1968, BR 100), S208 / 209 / 210 (Bj. 1976-1991, BR 200) und S309 HD, als erster „kompakter“ in Hochdeckerversion (Bj. 1991-2001, BR 300), als S411 HD in der TopClass 400-Baureihe (Bj. 2001 bis 2014) sowie seit 2014 mit der ComfortClass-Baureihe 500 als S511 HD – die Reihe der im Markt erfolgreichen Kompaktbusse begründet. Die kleinen, doch sehr kompakten Reisebusse – bei vielen Busunternehmern auch auf der Linie im Einsatz – hatten immer ein Styling, das dem Zeitgeschmack gerecht geworden ist. und erfüllten alle Anforderungen an Fahrkomfort, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit.

Insgesamt wurden vom Setra S6 in Summe 1.172 Einheiten, einschließlich Sonderausführungen, hergestellt. Heute sind in Europa noch etwa 30 Fahrzeuge auf den Straßen als Omnibusse zugelassen. Das Design weckt nostalgische Erinnerungen und ist in seiner Art niemals „alt“ geworden. Zu den Kunden zählten damals vor allem Omnibusunternehmer aus den Setra Stammmärkten Deutschland, der Schweiz, Frankreich und Österreich. Doch auch exotische Einsätze gab es für den S6: So beim Sultan von Marokko, oder auf der Indiaman Tour von London nach Bombay. Eine der liebenswertesten Beschreibungen seines S6 hat uns ein begeisterter Amerikaner hinterlassen. Charles Patterson, so hieß er, aus Kalifornien schrieb 1977 in einer Rotarier-Zeitschrift von „Unserem Schloss für gute Reisen“ (our castle for good traveling) über seinen S6-L. Bei diesem Fahrzeug handelte es sich um einen von zwei Prototypen, die ca. 7 800 mm lang und mit einem 125 PS-Motor ausgestattet waren. Patterson ließ dieses Fahrzeug 1977 in Ulm als Homemobile umbauen. Damals konnte der Typ Setra S6 bereits auf eine 22-jährige Geschichte zurückblicken und war schon zehn Jahre zuvor vom S7 abgelöst worden – die Begeisterung aber für diesen Omnibus hat sich bei vielen Oldtimer-Liebhabern bis zum heutigen Tag erhalten.

Brekina hat bekanntlich ein Herz für historische Fahrzeuge. Keine Frage, dass der Hersteller von Modellfahrzeugen dann auch Omnibusminiaturen im Angebot hat. Und an Kässbohrer ührt kein Weg vorbei! Und natürlich ist auch der S6 als Klassiker bei Brekina im Angebot. Zum 70. Geburtstag der Ulmer Marke Setra spendiert Brekina sieben Modellbusse des S6, die jetzt auf omnibus.news verlost werden. Sieben verschiedene Farb- bzw. Dekorationsvarianten (siehe Foto) hat Brekina zur Verfügung gestellt.

Wer einen der sieben Modellbusse des Kässbohrer Setra S6 von Brekina gewinnen möchte, der muss nur ein E-Mail mit der eigenen Postanschrift für den Versand des möglichen Gewinns an post@omnibus.news schicken oder hier klicken! Teilnahmeschluss ist der 25. August 2021, 21:00 Uhr! Gehen mehrere E-Mails ein als Modellbusse des Kässbohrer Setra S6 von Brekina zur Verfügung  stehen, entscheidet das Los. Die Teilnahme ist kostenlos, alle Teilnehmer müssen das 18. Lebensjahr vollendet haben. Und: Im Rahmen der Verlosung ist jeder Teilnehmer mit der Verarbeitung der Daten im Sinne der Datenschutzgrundverordnung einverstanden. Die vom jeweiligen Teilnehmer gemailten Daten werden nicht anderweitig verwendet und auch nicht an unbeteiligte Dritte weitergegeben. Ein Anspruch auf Teilnahme oder auf einen Gewinn besteht nicht und kann auch nicht erhoben werden, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. In der nächsten Woche gibt noch eine weitere Verlosungen mit sieben Setra-Modellbussen! (Brekina/Daimler/Kässbohrer-Archiv/Setra/Schreiber)

Brekina hat den Kässbohrer S6 zur Freude vieler Omnibusfans mit der nötigen Liebe zum Detail umgesetzt. Foto: Brekina

Beginn einer großen Ära: Kässbohrer legte mit dem Setra S6 den Grundstein für Clubbusse, die es mit Setra S 511 HD noch heute gibt. Foto: Daimler

 

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