Die neue ComfortClass von Setra vor dem Padrão dos Descobrimentos in Portugal. Foto: Setra

Könnte man die Pressefahrt, zu der Setra jetzt nach Lissabon eingeladen hat, besser illustrieren als mit den Omnibussen der Ulmer vor dem Padrão dos Descobrimentos? Nein, mehr geht nicht, ganz großes Kino! Daimlers Busmarke bleibt auch beim Thema der zur Verfügung gestellten Fotos dem Premiumanspruch treu.

Heinrich der Seefahrer, dem in den 1960er Jahren zum 500. Todestag das Denkmal im Stadtteil Belém am Ufer des Flusses Tejo errichtet wurde, war Initiator der portugiesischen Entdeckungsreisen. Und in der Buswelt ist das im übertragenen Sinne zweifelsohne Daimler.

Das Thema Sicherheit und das, was es in diesem Zusammenhang zu entdecken gibt, ist das bestimmende Thema von Daimler Buses. Das Sicherheitskonzept für Omnibusse setzt sich aus vielen Bausteinen zusammen: Im Zentrum stehen fahrzeug- und einsatzspezifische Sicherheitsausstattungen, die die aktive und passive Sicherheit der Busse erhöhen.

Nahezu alle Assistenz- und Sicherheitssysteme für Omnibusse wurden in einem Omnibus von Mercedes-Benz oder Setra erstmals auf den Markt gebracht. Und das gilt für den Stadtverkehr (Preventive Brake Assist, Articulation Turntable Controller (ATC), Sideguard Assist) wie Reisebusmarkt (bereits im April 2002  gab es als Sonderwunsch das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP)).

Vom Anti-Blockier-System im Jahr 1981 über das Elektropneumatisches-Brems-System (EBS) 1997, den Abstands-Regel-Tempomaten, das Elektronische Stabilitäts-Programm, den Spur-Assistenten und den Dauer-Brems-Limiter bis zum Notbrems-System Active Brake Assist – nahezu alle modernen Assistenzsysteme hatten ihre Weltpremiere in einem Omnibus mit Stern erlebt.

Aber auch die Marke Setra muss sich nicht verstecken: Sicherheits- und Assistenzsysteme hatten ihre Premiere auch in einem Setra Reisebus erlebt – die Spanne der Innovationen reicht vom Retarder über das Antiblockiersystem bis zum Abbiege-Assistenten Sideguard Assist, um nur einige Beispiele zu nennen. 

Die nächste Generation der Reisebusse, die jetzt in Lissabon im wahrsten Sinne erfahren werden kann, unterstreicht den hohen Sicherheitsstandard mit spektakulären Neuerungen auf dem Gebiet der Assistenzsysteme. Setra TopClass und ComfortClass basieren auf einer weiterentwickelten Elektrik-/ Elektronikplattform. Sie bildet unter anderem die Basis für die neueste Generation von Assistenzsystemen.

Mit ihnen setzen Setra TopClass und ComfortClass in ihren Segmenten und weit darüber hinaus branchenweit Maßstäbe: Der optionale Active Drive Assist 2 ermöglicht erstmals das teilautomatisierte Fahren in einem Omnibus. Der serienmäßige Active Brake Assist 5 (ABA 5) ist der weltweit erste Notbremsassistent, der mit einer Vollbremsung auf sich bewegende und stehenbleibende Fußgänger reagieren kann. 

Beschleunigen, bremsen, Abstand einhalten, lenken, Spur halten und sogar ein Nothalt – der neue Active Drive Assist 2 bedeutet einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zum automatisierten Fahren mit Reisebussen. Der Active Drive Assist 2 unterstützt den Fahrer durch die Kombination verschiedener Assistenzsysteme aktiv beim Abstand- und Spurhalten.

Das System kann das Fahrzeug bremsen, beschleunigen und durch aktive Lenkbewegungen in der Spur halten. Dazu verbindet er die Funktionen der einzelnen Systeme auf einzigartige Weise und ermöglicht so bereits heute teilautomatisiertes Fahren in allen Geschwindigkeitsbereichen.

Beim Active Drive Assist 2 arbeiten alle Assistenzsysteme Hand in Hand und unterstützen einander: So agiert der Active Drive Assist 2 nach den Vorgaben des Predictive Powertrain Control (PPC), um eine möglichst wirtschaftliche Fahrweise sicherzustellen. Für die Längs- und Querführung des Fahrzeugs nutzt das System funktionale Erweiterungen, basierend auf dem bewährten Abstands-Regel-Tempomat (ART) und dem Spurassistenten.

Außerdem greift der Active Drive Assist 2 bei der Erfassung des vorausfahrenden Verkehrs auf die gleiche weiterentwickelte Radar- und Kameratechnologie wie der Active Brake Assist 5 (ABA 5) zurück. Zusätzlich ist eine Emergency Stopp Funktion implementiert. Diese bringt das Fahrzeug durch eine moderate, automatisierte Bremsung zum Stillstand, wenn der Fahrer nicht mehr reagiert.

Ein wesentlicher Baustein des Active Drive Assist 2 ist die aktive Querführung innerhalb der Fahrspur durch den aktiven Lenkassistenten mit einem Elektromotor als Unterstützung der hydraulischen Lenkung und die Verbindung mit der Längsführung des Abstands-Regel-Tempomaten (beschleunigen/bremsen/Abstand einhalten) durch die Fusion von Radar- und Kamerainformationen.

Mit dem aktiven Lenkassistenten hält der Active Drive Assist 2 den Omnibus bei aktiviertem ART zusätzlich durch kontinuierliche Lenkeingriffe auf einer vom Fahrer einstellbaren Soll-Position innerhalb der Fahrspur. Der Fahrer kann zwischen drei Einstellungen wählen: Entweder fährt der Omnibus exakt mittig in der Fahrspur oder, abhängig von der Breite der Fahrspur, leicht um zehn bis 20 Zentimeter nach links bzw. nach rechts versetzt.

Das System entlastet somit den Fahrer erheblich, indem es ihm einen Großteil der fortlaufenden kleinen Lenkkorrekturen für die Spurhaltung abnimmt. Ebenso wie der ART ist die aktive Querführung durch den aktiven Lenkassistenten über den gesamten Geschwindigkeitsbereich von 0 bis 100 km/h des Reisebusses aktiv. Voraussetzung für das System: Die Fahrspur muss auf beiden Seiten deutlich erkennbar durch Linien markiert sein.

Ein grünes Lenkradsymbol im Zentraldisplay signalisiert dem Fahrer, dass ihn der aktive Lenkassistent bei der Querführung des Fahrzeugs unterstützt. Will der Fahrer aufgrund der aktuellen Verkehrssituation darauf verzichten, kann er die Komfortunterstützung deaktivieren.

Auch bei deaktiviertem Active Drive Assist 2 übernimmt weiterhin der bewährte Abstands-Regel-Tempomat die Längsführung des Fahrzeugs, in Verbindung mit dem vorausschauenden Tempomaten Predictive Powertrain Control (PPC). Der Abstands-Regel-Tempomat bremst den Omnibus ab, bevor er auf ein vorausfahrendes Fahrzeug zu nahe auffährt, er beschleunigt ihn im Anschluss wieder bis zu der vom Fahrer eingestellten Geschwindigkeit. Bei Bedarf bremst der Abstands-Regel-Tempomat den Omnibus sogar mit Teilbremsungen bis zum Stillstand ab.

Der Active Drive Assist 2 wurde für Fahrten auf Autobahnen und autobahnähnlichen Straßen entwickelt, deshalb ist eine Mindest-Spurbreite erforderlich. Wenn Systemgrenzen wie z.B. unklare Fahrbahnmarkierung, zu schmale Spur, zu enge Kurvenradien erreicht werden, wird das System passiv. Dies wird begleitet durch eine Warnung an den Fahrer, signalisiert durch eine entsprechende Anzeige im Cockpit.

Der Fahrer bleibt trotz der Unterstützung durch den Active Drive Assist 2 immer in der Verantwortung. Sollte er die Hände vom Lenkrad nehmen, erfolgt eine Warnkaskade entsprechend den gesetzlichen Vorgaben (Hands-Off Warnkaskade). Nach 15 Sekunden warnt das Assistenzsystem mit einer gelben, danach mit einer roten Anzeige in der Instrumententafel und zusätzlich mit akustischen Warnungen in immer kleineren Abständen bis zum Dauerton.

Sind seit Beginn der Hands-Off Warnkaskade 60 Sekunden verstrichen, ohne dass der Fahrer die Hände zurück ans Lenkrad gelegt hat, wird die Emergency Stopp Funktion aktiviert. Diese leitet eine Geschwindigkeitsreduzierung ein, indem für eine Sekunde das Gas weggenommen wird. Daran schließt sich dann die Geschwindigkeitsreduzierung an.

Die Emergency Stopp Funktion übernimmt nun innerhalb der Systemgrenzen die Kontrolle des Fahrzeugs, um es in der Spur zu halten. Es werden die Scheinwerfer und 5 Sekunden vor Beendigung der Hands-Off Warnkaskade die Warnblinkanlage aktiviert, um den rückwärtigen Verkehr zu warnen und das Fahrzeug wird moderat bis zum Stillstand abgebremst. Steht das Fahrzeug, wird die elektrische Feststellbremse aktiviert und die Warnblinkanlage blinkt weiter.

Der Fahrer wird während des Eingreifens der Emergency Stopp Funktion kontinuierlich durch einen akustischen durchgehenden Piepton und eine optische Warnung im Display über den Nothalt und die Übersteuerungsmöglichkeit informiert und kann den Vorgang durch einen Kickdown abbrechen.

Das gilt es nun in den nächsten Tagen in Lissabon zu entdecken. Vorbei immer einmal wieder am Padrão dos Descobrimentos. Und wer das Denkmal genau ansieht, der erinnert sich vielleicht an den Bug einer Karavelle, dem Schiff der frühen portugiesischen Entdecker.

32 wichtige portugiesische Persönlichkeiten stehen in einer Reihe an der linken und rechten Seite des Denkmals, fast möchte man einen Vergleich zu den vielen Assistenzsystemen ziehen. An der Spitze steht dann Heinrich der Seefahrer mit einem Schiff in den Händen, den Blick über den Fluss an der Lissabonner Hafeneinfahrt.

Keine Frage, Daimler Buses ist mit Blick auf aktive und passive Sicherheit da auch angekommen, auf allerhöchstem Niveau. Mehr geht nicht, noch nicht. Die Ingenieure werden das Thema Sicherheit die die Omnibusse des Konzerns weiter bespielen. Was kommt? Etwas Spannendes, versprochen! (Daimler/DaimlerBuses/Setra/omnibus.news/Sr)

Bei der neuen ComfortClass und TopClass von Setra gibt es – wie beim Padrão dos Descobrimentos – viel zu entdecken. Foto: Setra

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