Der neue Enviro 500 von ADL soll nicht auf der Linie 100, sondern im Schülerverkehr zum Einsatz kommen. Foto: ADL, Montage: omnibus.news

Seit Wochen ist das Thema der Schülerbeförderung eines der Gesprächsthemen der Busbranche. Vereinzelt sind Bundesländer dazu übergegangen, zusätzliche Omnibusse anzumieten, um bei der Schülerbeförderung in Zeiten der Corona-Pandemie die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Die bayerische Staatsregierung hat beispielsweise Ende November entschieden, den Zeitraum für die so genannten Verstärkerbusse im Schulverkehr bis Ostern zu verlängern und dafür bis zu 20 Mio. Euro bereitzustellen. Auch in Berlin hat man die nächste Generation im Blick: So werden die Berliner verkehrsbetriebe (BVG) auf politischen Druck die Fahrpläne ausdünnen, weil immer mehr Menschen von Zuhause aus arbeiten und die Fahrgastzahlen dementsprechend rückläufig sind. Die BVG verliert nach eigenen Angaben in der Coronakrise im Laufe dieses Jahres mehr als 300 Millionen Fahrgäste, wie die Berliner Tageszeitung “Der Tagesspiegel” am 4.12.20. berichtete. IDort ist ferner zu lesen, dass die BVG im vergangenen Jahr 2019 mit ihren Omnibussen, Trams und U-Bahnen insgesamt 1,13 Milliarden Menschen beförderte. Nach diesem rekordjahr folgt nun ein massiver Einbruch. Eva Kreienkamp sagte der Tageszeitung in diesem Zusammenhang: „mit Glück werden es in diesem Jahr noch 800 Millionen“, so die BVG-Chefin. Die Berliner liegen damit im bundesweiten Trend, viele Nahverkehrsunternehmen melden einen Rückgang der Fahrgastzahlen um etwa 30 Prozent. Und weil in der Hauptstadt auch kaum noch Touristen erscheinen, sollen nun die Doppeldecker von der Linie 100 abgezogen werden. Der Linie, auf der auch der neue ADL Enviro 500 starten sollte. Und die Linie, die doch gerade erst 30 Jahre alt wurde! Die öffentliche Buslinie 100 startet am Bahnhof Zoologischer Garten und endet am Alexanderplatz. Unterwegs kann man viele der Sehenswürdigkeiten Berlins erleben, weil es eine reguläre Buslinie ist, werden diese während der Fahrt aber nicht wie in einem Sightseeing-Bus kommentiert. Wobei, in den Anfangsjahren waren es die Berliner Busfahrer und Busfahrerinnen, die mit ihren mitunter witzigen Haltestellenansagen dann doch eine Stadtrundfahrt und Stadtführung daraus machten. Statt Touristen sollen die Doppeldecker der 100er nun auf stark frequentierten Schülerlinien eingesetzt werden. (ADL/BVG/Tagesspiegel/Sr)

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