Autocult hat den Opel Blitz mit Aero-Aufbau von Ludewig in 43-facher Verkleinerung aufgelegt. Foto: Autocult

Getreu des Marken- und Firmennamens Autocult haben es sich das Team um Thomas Roschmann zum Ziel gemacht, längst vergessene Automobile, die über ihre außergewöhnliche Form oder ihre innovative Konstruktion auszeichnen, in Miniatur umzusetzen. Dabei geht es uns nicht nur um die Modellumsetzung, sondern auch um die jeweilige Geschichte und die Hintergrundinformationen, die man dem Sammler erzählen möchte. AutoCult erweckt damit längst vergessene Marken im Miniaturformat wieder zum Leben. Jetzt ist in einer limitierten Auflage von 333 Stück ein Opel Blitz mit Aero-Aufbau von Ludewig erschienen. Das Thema Stromlinie wurde ab der Mitte der 1930er zu einem immer beliebteren Thema in der deutschen Autoindustrie. An dieser Entwicklung hatte auch der staatlich forcierte Autobahnbau einen nicht unerheblichen Anteil. Mit dem Ausbau der schnellen Verkehrsverbindungen bekam das Thema einer möglichst hohen Durchschnittsgeschwindigkeit auch einen immer höheren Stellenwert in den deutschen Automobilwerken. Doch nicht nur bei den Personenwagen fand die Aerodynamik im Design Einzug, auch bei den Omnibussen gab es einige Exemplare, die mit einer stromlinienförmig günstig gestylten Kühlerfront dem Wind weniger Angriffsfläche boten als ihre traditionell karossierten Vertreter. Auf Basis der Opel-Blitz 2,5 t-Fahrwerke entstanden unter anderen in den Werkstätten der Firma Ludewig vollkommen neue Karosserieaufbauten. Der erste speziell gefertigte Bus datierte auf das Jahr 1934 und entstand damit in der Frühphase des neuen Bekenntnisses zur Stromlinie. Leider hat dieser genauso wenig bis heute überlebt, wie auch seine sieben – bzw. manche Quellen nennen auch acht – Nachfolger, die bis 1937/38 aufgebaut wurden. Mögen sich die Busse in den Details unterschieden haben, so war ihnen allen ein gemeinsamer Auftrag in die Wiege gelegt worden – sie sollten ihren Passagieren eine luxuriöse Fahrt gewähren. Dies galt für die von der Firma Ludewig aufgebauten Busse in erster Linie für ausgewählte Gäste, die anlässlich der Olympischen Spiele im Jahre 1936 nach Berlin kamen und wohl ihren Weg vom Hotel zum Olympiastadium in einer dieser Busse zurücklegten. Nach dem Kuriereinsatz für die Sommer Olympiade 1936 in Berlin gingen die Busse auf Werbetour und wurde unter anderen auf der IAMA im Jahre 1937 dem Publikum präsentiert. Danach ist bekannt, dass der Essener Reiseveranstalter OBI diese Busse für seine Touren einsetzte, bevor auch sie schließlich dem rigorosem Einzug von privaten Fahrzeugen durch das Militär unterlagen, eingezogen wurden und im Krieg als Mannschaftstransporter ihre letzte Verwendung fanden. Der schmucke Stromlinienbus ist, wie alle Modelle von Autocult, bei ausgewählten Händlern erhältlich, hier gibt es eine Übersicht.

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