Luc Moulin, Verkaufsdirektor Busse bei Scania Deutschland-Österreich, verkündet den Verkaufsstart des Citywide BEV und erklärt den E-Mobility-Plan von Scania. Foto: Schreiber

Scania hat zusammen mit dem Citywide BEV den Fahrplan für die Elektromobilität im Busbereich vorgestellt. Foto: Scania, Montage: omnibus.news

Die Produktion des Citywide-Elektrobusses startet im Juni 2021. Foto: Schreiber

Scania mischt jetzt auch im boomenden Elektrobus-Geschäft mit. Um Kunden zu generieren, fuhren die Schweden in den letzten drei Monaten mit dem Citywide BEV durch Deutschland und Österreich. Premiere für den neuen batterielektrischen elektrischen Scania, der 2019 in Brüssel auf der Busworld vorgestellt wurde. Zum Ende der Roadshow wurde auch die Presse zu einer Veranstaltung eingeladen, um neben einem Rückblick und Testfahrten mit dem Citywide BEV auch einen Ausblick auf das zu geben, was Luc Moulin, Verkaufsdirektor Busse bei Scania Deutschland-Österreich für die Zukunft plant. Die Bussparte von Scania sei jetzt gut aufgestellt erklärte dem gebürtige Luxemburger, der äußerst gut gelaunt und mit seinem charmanten Akzent auf deutschlandweit sechs Vertriebsregionen mit entsprechenden Stützpunkten und Partnern, in der Summe 150, im Gespräch mit omnibus.news hinwies. Drei mobile Bus-Service-Teams wären im Einsatz, die die Werkstätten zusätzlich zu dem dort vorhandenen Personal unterstützen würden. Und auch das neu eingerichtete Used Bus Center am Bremer Scania-Stützpunkt sei gut angenommen worden. Alle Fäden laufen aber nach wie vor in Koblenz zusammen, hier könne man auf dem direkten Wege hausintern beispielsweise zur Fianzierungsabteilung gehen und binnen kürzester Zeit ein Angebot unterbreiten und samt Fianzierung freigeben lassen, wie Luc Moulin verdeutlicht. Er habe auch den Fokus des Portfolios geschärft, während früher viele Aufbauten und verschiedene Hersteller mit einem Antrieb von Scania vertrieben wurden, habe man nun für Deutschland und Österreich einen Vertrag mit Irizar abgeschlossen und biete die auf der rollenden Basis von Scania aufgebauten Überland- und Reisebusse des Basken exklusiv und als Scania-Produkt an, einschließlich der Ersatzteile, des Serviceangebotes und einer Garantie auf das ganze Fahrzeug. Vom i3 Überlandbus nach Klasse 2 bis zum Premium-Reisehochdecker i8 werden in diesem Segment alle Bedürfnisse abgedeckt. Nur einen Doppeldecker biete Scania nicht mehr an, der Astromega von Van Hool mit Scania-Antrieb fiel dem Verschlanken zum Opfer, ihn wird es direkt über Scania mit den entsprechenden Leistungen so nicht mehr geben. Man habe bei Scania noch einige Pfeile im Köcher verriet Luc Moulin gegenüber omnibus.news, so werde es statt eines Mild-Hybriden bei den Schweden einen Voll-Hybriden geben. Und der könne gute acht Kilometer rein elektrisch fahren können. Im Zusammenhang mit Scania Zone sei der PHEV-Citywide dann eine bedarfsorientierte Lösung, um die Fahrer zu unterstützen, um Verkehrsregeln oder Vorschriften in Umweltzonen einzuhalten und auch in definierten Abschnitten rein elektrisch zu fahren. Luc Moulin berichtete, dass – basierend auf der Fahrzeugposition – dabei in Echtzeit sowohl Geschwindigkeits- wie auch Antriebsanpassungen umgesetzt werden. Scania Zone ist ein Zusatzpaket zum Scania Control Paket und wird in zwei Versionen angeboten, wie der Verkaufsdirektor Busse ergänzend verdeutlichte: In der Version namens Speed Control ermögliche die Technik, Zonen mit Geschwindigkeitsbegrenzungen einzurichten. Und in der Version Hybrid biete Speed Control zusätzlich die Möglichkeit Zonen mit Geräusch- und Emissionsbegrenzung einzustellen, um so ganz automatisch auf elektrischen Antrieb umstellen zu können. Wenn der Busfahrer die definierte Zone wieder verlasse, gehe der Bus automatisch in den normalen Betrieb über. Die Möglichkeiten werden mehr, so wie beim Portfolio im Stadt- und Überlandbereich: Der neue Citywide feierte als Elektrobus mit Batterien seine Premiere, die LowFloor- und LowEntry-Ableger werde man in Kürze vorstellen so Moulin. Für alles Baumuster des Citywide-Familie gibt es wahlweise einen konventionellen Antrieb mit Dieselmotor, aber eben auch die Möglichkeit, auf Gas oder einen Elektroantrieb zu wählen. “Bei den gut 130 besuchten Kunden, die den neuen Citywide BEV im Rahmen der Roadshow erlebt haben, war das Interesse groß”, so der Vertriebsdirektor. Nicht nur Scania Zone sei bei den Verkehrsbetrieben auf Interesse gestoßen, sondern auch die Möglichkeit, den Citywide ganz nach Kundenwunsch bestellen zu können. Den Zweiachser beispielsweise bietet Scania mit einer Länge von 11,4 bis 13,3 Metern an – in zehn Zentimeter-Einheiten ganz nach Vorgabe könne der Linienbus bedarfsgerecht auf die Räder gestellt werden, so Moulin. Auf die Frage, wann denn der neue Elektrobus verfügbar sei, erklärte der Verkaufsdirektor, dass, wenn man pünktlich zum Verkaufsstart im Juni 2021 bestelle, der Citywide BEV im März 2022 geliefert werde. Aktuell seien die ersten Fahrzeuge nach Produktionsstart schon verkauft, 30 der neuen Elektrobusse von Scania gehen nach Dänemark, wie Luc Moulin voller Stolz berichtete. Und der Gelenkbus? Auch da stand Luc Moulin omniubus.news Rede und Antwort. Der Citywide BEV als Gelenkbus werde erst 2024 verfügbar sein. Der Grund wurde ganz offen kommuniziert: Volkswagen wird dann die nächste Batteriegeneration, die nach wie vor hausintern für alle Fahrzeuge gefertigt wird, für die Fahrzeuge unter dem Dach von Traton, der markenübergreifenden Nutzfahrzeugsparte, bereitstellen. Spannend, so langsam kommt der Citywide BEV in Fahrt, nachdem die schwedische Stadt Östersund im Herbst letzten Jahres zehn Citywide BEV bestellt hat, kommen noch fünf für den Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) und den Busbetrieb Solothurn und Umgebung (BSU) hinzu. Und ganze 30 Elektrobusse von Scania gehen gleich zum Start nach Dänemark. Die Roadshow wird im Nachgang sicherlich für weitere Aufträge sorgen, denn wer liefern kann, verkauft aktuell im boomenden Elektrobusmarkt. (omnibus.news/Sr)

Den Citywide BEV von Scania gibt es mit Depotladung und drei unterschiedlichen Steckerpositionen. Foto: Schreiber

Ein invertiertes Laden mittels Pantographen ist schon möglich, die Schienen sind auf dem Dach im vorderen Bereich des Elektrobusses verbaut. Ein Panto-Up-System soll in Kürze folgen. Foto: Schreiber

 

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