Der Wasserstoffbus am Rathaus in Saarbrücken (v.l. Gilbert Schuh (Präsident des Eurodistrict SaarMoselle), Peter Edlinger (Geschäftsführer Saarbahn), Oberbürgermeister Uwe Conradt sowie Bürgermeisterin Barbara Meyer-Gluche. Foto: – Bild Saarbahn/Ulrike Reimann

Die Saarbahn setzt künftig auf die Brennstoffzelle als alternative Antriebsform ihrer Busflotte. Vier Wasserstoffbusse sollen angeschafft werden. Testweise hatte das Saarbrücker Verkehrsunternehmen den ersten mit Wasserstoff betriebenen Bus am 8./9. Februar 2021 im Einsatz. Das Testfahrzeug stammt von dem belgischen Hersteller Van Hool. Derzeit gibt es nur drei europäische Hersteller, die mit Wasserstoff betriebene Busse serienmäßig produzieren. Im Gegensatz zu Batteriebussen haben Wasserstoffbusse eine Brennstoffzelle an Bord, in der Wasserstoff in Strom für die Fahrmotoren umgewandelt wird. Die Reichweite eines wasserstoffbetriebenen Busses beträgt rund 350 Kilometer. „Die Wasserstoffbusse erfüllen das Kriterium einer großen Reichweite und kurzen Betankungszeiten. Diese können wir anders als Elektrobusse in unserem Kurssystem der Linienbusse, die bis zu 300 Kilometer am Tag nonstop im Einsatz sind, problemlos einsetzen“, informiert Saarbahn Geschäftsführer Peter Edlinger. Wasserstoffbusse haben in etwa die gleiche Reichweite wie Dieselfahrzeuge. Allerdings strömt aus dem Auspuff nur harmloser Wasserdampf. „Emissionsfreie Antriebe bei Bussen sind ein wichtiger Baustein für die umweltfreundliche Mobilität in Saarbrücken“, so Oberbürgermeister Uwe Conradt. „Wasserstofftechnologie ist daher eine große Chance für unsere Stadt.“ Ein Wasserstoffbus kostet in der Anschaffung je nach Hersteller zurzeit zwischen 625.000 und 700.000 Euro. Das ist mehr als das Zweifache eines Dieselbusses. Die Saarbahn will daher die bevorstehenden Fördermöglichkeiten des Bundes nutzen, die bis 80 Prozent der Fahrzeugmehrkosten bei der Anschaffung abdecken sollen. „Aktuell rechnen wir mit der Lieferung der ersten Wasserstoffbusse frühestens in 2023. Wir werden die Fördermittel beantragen, dann folgt die europaweite Ausschreibung. Hinzu kommen die Lieferzeiten von voraussichtlich anderthalb Jahren“, so der leitende Ingenieur in Sachen alternative Antriebe bei der Saarbahn, Torsten Burgardt. Bis der erste Wasserstoffbus rollt, verjüngt die Saarbahn noch in diesem Monat ihre Busflotte von 138 Fahrzeugen mit 20 Diesel-Bussen, welche die strenge Schadstoffklasse für Nutzfahrzeuge EURO VI erfüllen. Damit will die Saarbahn jährlich 23 Tonnen CO2 einsparen und investiert hierfür rund 5,2 Millionen Euro. (Saarbahn/VanHool/PM/Sr)

 

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