Die Ruhrbahn will ihren Furhpark komplett auf H2-Busse umstellen. Uwe Bonan und Michael Feller (GF Ruhrbahn), Oberbürgermeister Thomas Kufen, Alan Przylebski (Vertriebsleiter Solaris Deutschland) und Simone Raskob (Umwelt-, Verkehr- und Sportdezernentin der Stadt Essen). Foto: Ruhrbahn, Montage: omnibus.news

Die Stadt Essen will bis 2033 alle Linienbusse auf Wasserstofftechnik umstellen. Foto: StadtEssen/Opierzynski

Das ist ein echter Knaller: Die Ruhrbahn will ihre Busflotten in Essen und Mülheim bis zum Jahr 2033 komplett auf Wasserstoffbusse umstellen. Für die Stadt Essen sind 212 H2-Busse und für Mülheim weitere 46 eingeplant. Die ersten H2-Busse sollen in Essen schon in drei Jahren in Dienst gestellt werden, 2024 sind ein gutes Dutzend Wasserstoff-Busse bereits fest eingeplant.2025 kommen 35 hinzu, 2026 sollen es 57 sein und 2027 weitere 79, im Jahr 2033 soll dann der ganze Fuhrpark umgestellt sein. Der Technologiewandel soll in zwei Phasen vonstattengehen, wie die Stadt Essen mitteilt. Die erste Phase des Umstiegs, die Startphase, ebnet dabei den Einstieg in die Wasserstofftechnologie. Phase zwei (Ausbauphase) hingegen beschreibt den bis zum Jahr 2033 geplanten, vollständigen Umstieg auf Brennstoffzellenbusse. Die Ruhrbahn rechnet allein für den Standort Essen mit einem Investitionsvolumen von 140 Millionen Euro. Diese Summe schließt die Kosten für die Wasserstofftankstelle und Umbaumaßnahmen für die  Werkstätten nicht mit ein, hier sind weitere Millionen vorgesehen. Die Stadt Essen als Eigentümer der Ruhrbahn geht von entsprechenden Fördergeldern aus, sodass sich die gesamtsumme noch reduzieren wird, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Seit Anfang 2017 beschäftigt sich die Ruhrbahn intensiv mit Ideen zum Umstieg vom Dieselbussystem auf eine zukunftsorientierte und klimafreundlichere Antriebstechnologie. Am 24. März 2021 hat der Rat der Stadt Essen nun dem Wechsel von der Diesel- auf die Brennstoffzellentechnologie bei der Ruhrbahn zugestimmt. Vor dem Hintergrund drohender Dieselfahrverbote und der Reduzierung der innerstädtischen Luftbelastung durch Stickoxide und Feinstaub sowie der Verringerung der Lärmbelastung bereitet die Ruhrbahn bereits seit einigen Jahren den Technologiewechsel auf einen emissionsfreien Busverkehr vor. „Wie viele andere Großstädte stehen wir vor der großen Herausforderung der Verkehrswende. Unsere Aufgabe ist es, einen intelligenten Mobilitätsmix anzubieten, damit die Bürgerinnen und Bürger nicht nur einfach von A nach B kommen, sondern auch nachhaltig“, so Oberbürgermeister Thomas Kufen. „Dafür benötigen wir nicht nur eine gute Vernetzung im Bereich des ÖPNV, sondern auch moderne Antriebstechnologien.“ „Im Rahmen des Testbetriebs soll die Tauglichkeit einer neuen, zukunftsträchtigen Antriebstechnologie im täglichen Fahrbetrieb eines großstädtischen ÖPNV-Unternehmens erprobt und evaluiert werden. Es geht auch darum, den ÖPNV als Vorbild bzw. Vorreiter sauberer Antriebstechnologien im Fokus zu halten. Der ÖPNV in Essen soll den Bürgerinnen und Bürgern als ökologische Mobilitätsalternative dienen bzw. angeboten werden“, erklärt Simone Raskob, Dezernentin der Stadt Essen für Umwelt, Verkehr und Sport sowie Mitglied im Aufsichtsrat der Ruhrbahn. Durch den geplanten Einstieg in die Wasserstofftechnologie sind bis zum Jahr 2024 grundlegende Anpassungen bei der Ruhrbahn erforderlich. Diese betreffen sowohl die Betriebshöfe im Allgemeinen als auch die Werkstatt- und Tankstelleninfrastruktur. Darüber hinaus ist ein Konzept zur Beschaffung von Wasserstoffbussen sowie zur Versorgung mit Wasserstoff notwendig. „In drei Jahren werden wir den Betrieb unserer emissionsfreien Busflotte in Essen und Mülheim aufnehmen. Ende 2024 starten die ersten Wasserstoffbusse von unseren Betriebshöfen Ruhrallee und Rosendahl aus ihre Fahrten ins Bediengebiet der Ruhrbahn. Ich freue mich, dass wir unseren Fahrgästen dann einen noch attraktiveren und klimafreundlicheren ÖPNV anbieten können. Der Zeitplan für die Umsetzung ist dabei ambitioniert, insbesondere auch deshalb, weil wir parallel weitere, große Infrastrukturprojekte wie bspw. den Bau der CITYBAHN umsetzen werden“, erklärt Michael Feller, Geschäftsführer Ruhrbahn (Ressort Personal, Markt & Technik). Seit dem 22. März 2021 testet die Ruhrbahn im Essener Bedienungsgebiet einen Brennstoffzellenbus der Firma Solaris auf Zuverlässigkeit, Reichweite und technische Anforderungen. „Mit Blick auf den ambitionierten Zeitplan freuen wir uns, dass wir aktuell die Möglichkeit haben, erste Erfahrungen mit dem Einsatz eines Wasserstoffbusses sammeln zu können“, so Uwe Bonan, Geschäftsführer Ruhrbahn (Ressort Finanzen, Einkauf und Betrieb). Der elektrische Solaris Urbino 12 hydrogen ist mit einer modernen Brennstoffzelle ausgestattet, die als eine Art Mini-Wasserstoff-Kraftwerk an Bord des Fahrzeugs fungiert. Dank der im Fahrzeug eingesetzten Technologie hat der Bus mit einer Tankfüllung eine Reichweite von rund 350 km. Die elektrische Energie in der Wasserstoff-Brennstoffzelle wird über eine umgekehrte Elektrolyse von Wasser erzeugt und dem Antriebssystem direkt zugeführt. „Die einzigen Produkte der chemischen Reaktion in der Brennstoffzelle sind Wärme und Wasserdampf. Das Fahrzeug emittiert somit absolut keine Schadstoffe“, erklärt Alan Przylebski (Vertriebsleiter und Prokurist Solaris Deutschland GmbH) die Vorzüge des Fahrzeugs. Mitte Mai folgen weitere Testfahrten im Mülheimer Bedienungsgebiet der Ruhrbahn, dann mit einem Brennstoffzellenbus der portugiesichen Firma CaetanoBus. Noch in diesem Jahr ist der Start der Ausschreibung der Brennstoffzellenbusse geplant und bereits ab 2024 sollen dann die ersten mit Wasserstoff angetriebenen Fahrzeuge durch das Bedienungsgebiet der Ruhrbahn rollen. „Wir haben uns, trotz der Möglichkeit, auch ab den Jahren 2024 ff. noch Dieselbusse zu bestellen, gegen eine Beschaffung von Fahrzeugen mit konventionellen Antrieben entschieden und streben den kontinuierlichen Ausbau eines emissionsfreien Fuhrparks an. Die vollständige Umstellung ist bis spätestens 2033 vorgesehen“, so Bonan. (StadtEssen/Ruhrbahn/PM/Sr)

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