Die SSB nutzt vorhandene Vorrichtungen, um Stickoxid in der Luft zu reduzieren. Foto: SSB

Die Linienbusse in Stuttgart reinigen die Luft von Stickoxiden, wie die Stuttgarter Straßenbahnen AG mitteilt. Filter finden sich ohnehin schon in den Bussen der SSB – zum Beispiel in den Klimaanlagen. Dort befreien sie die Außenluft auf ihrem Weg in den Innenraum der Fahrzeuge von Partikeln. Warum diese bereits vorhandenen Vorrichtungen also nicht dazu verwenden, gleichzeitig Stickoxid in der Luft zu reduzieren? Das war der Ansatz der SSB bei der Entwicklung neuartiger Filter. In Zusammenarbeit mit der Zulieferfirma GMT und weiteren Partnern ist es nun gelungen, einen Filter herzustellen, der mit Aktivkohle beschichtet ist und diese Aktivkohle ist speziell zur Stickoxidreduzierung zusätzlich imprägniert. Das heißt, dieser zusätzlich beschichtete Filter reduziert neben Grobschmutz und Partikeln ganz nebenbei die Stickoxide im Innenraum der SSB-Fahrzeuge. Mittels Messungen über mehrere Monate mit einem Tochterunternehmen des TÜV Nord (Fa. DMT) wurde nachgewiesen, dass die neuartigen Filter über eine Laufzeit von drei Monaten die NO2-Belastung im Businnenraum um 70 Prozent verringern. Die SSB verfolgt schon immer den Weg zu einer möglichst emissionsarmen beziehungsweise langfristig zu einer emissionsfreien Mobilität. Analog zur Einführung des synthetischen Kraftstoffes, der bei Nutzung der bestehenden Systeme zusätzlich Stickoxide im Betrieb reduziert, wurde in dieser Richtung weitergesucht und geforscht. Zielsetzung ist es, Komponenten zu identifizieren, die durch höherwertige, ins bestehende System passende, Komponenten ersetzt werden können. Ausgelöst durch eine Projektarbeit der Hochschule Esslingen, die sich mit der Frage beschäftigt hat, inwieweit man Feinstaub oder Schwebstäube durch Fahrzeuge, ähnlich wie ein Staubsauger, zusätzlich reduzieren könne, hat sich die SSB diesbezüglich auch Gedanken gemacht. Anfänglich wurde überlegt, zusätzliche Filterelemente am Fahrzeug anzubringen, ähnlich wie die Filtersäulen, die mittlerweile in der Stadt Stuttgart aufgebaut sind. Allerdings hat sich sehr schnell gezeigt, dass der zusätzliche Energiebedarf im Betrieb, aber auch der benötigte Bauraum ein Problem darstellen. Eine Analyse der im Fahrzeug verbauten Komponenten hat gezeigt, dass eine Klimaanlage auf einem Bus rund 2.500 Kubikmeter Frisch- und Umluft pro Stunde umwälzt. Sie ist daher dafür prädestiniert, einen weiteren Beitrag zur Senkung der Luftbelastung in Stuttgart zu leisten. Aufgrund der positiven Messergebnisse wurden in einem ersten Schritt die Lagerbestände der SSB umgestellt, so dass bei den Euro VI-Bussen ab jetzt bei dem zyklischen Wechsel, der aller drei Monate ansteht, die alten reinen Feinstaubfilter durch diese speziell auf zusätzliche Stickoxidreduktion konstruierten Filter ersetzt werden. (SSB/PM/Schreiber)

SSB Hybridbus

Die SSB nutzt die Linienbusse jetzt auch als rollende Luftfilter. Foto: SSB

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