SOfia wird Ende Juni 2021 als autonom fahrender Kleinbus in den Regelbetrieb des bestehenden ÖPNV-Systems der Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH (RLG) integriert. Foto: Kreis Soest

Die Zukunft der Mobilität wird mit einem autonom fahrenden Kleinbus in Soest getestet. Das vom Kreis Soest initiierte und begleitete Forschungsvorhaben „Ride4All“, das vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mit rund 2,3 Mio. Euro gefördert wird, erprobt die Nutzung des Shuttles insbesondere durch Blinde und Sehbehinderte in der Praxis. Barrierefreiheit ist schon lange ein wichtiges Thema im ÖPNV. Die offizielle Einweihung des fahrerlosen Kleinbusses „SOfia“ (SOest fährt inklusiv und autonom) durch Landrätin Eva Irrgang, dem Bürgermeister der Stadt Soest Dr. Eckhard Ruthemeyer und als Vertreter des BMVI Dr. Tobias Miethaner, Leiter der Abteilung „Digitale Gesellschaft“, markiert nun einen neuen Schritt. Mit dem bald anlaufenden Probebetrieb von SOfia Ende Juni 2021 wird ein autonom fahrender Kleinbus des Typs EZ10 von Easymile in den Regelbetrieb des bestehenden ÖPNV-Systems der Regionalverkehr Ruhr-Lippe GmbH (RLG) integriert und darauf aufbauend die inklusive und barrierefreie Nutzung des Busses im Alltag untersucht. Denn Menschen mit Behinderungen sind bisher auch im ÖPNV häufig auf Assistenz angewiesen. Dieser Unterstützungsbedarf könnte in autonomen Fahrzeugen zukünftig jedoch wegfallen, da weder Fahrer noch Begleitpersonal benötigt werden. Eine App-basierte digitale Navigationshilfe wird deshalb die mobilitäts- und sinneseingeschränkten Fahrgäste bei Bedarf im und außerhalb des Fahrzeugs sowie zur Starthaltestelle und auf dem weiteren Weg zum Ziel leiten. So können die Projektpartner wertvolle Erfahrungen hinsichtlich der besonderen Anforderungen von Menschen mit Behinderungen an autonome Fahrzeuge im regulären ÖPNV-Betrieb sammeln und für eine Weiterentwicklung nutzen. „Wir wollen Hinweise für den täglichen Gebrauch ableiten und ein Schulungsprogramm erarbeiten. Wir wollen selbst mit SOfia üben und schulen“, bestätigt der Leiter des LWL-Berufsbildungswerks Christof Marquet. Er freut sich, dass das Projekt dafür sorgen wird, „unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern das Leben in der Zukunft wieder ein Stück zu erleichtern und zu verbessern!“ Damit baut das Vorhaben auf den vorherigen Projekten im Bereich der Integration und Inklusion im Kreis Soest auf. (KreisSoest/PM/Sr)

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