Die REVG-Busflotte soll zum Jahreswechsel 2023/2024 erste Busse mit emissionsarmen bzw. emissionsfreien Antriebstechnologien erhalten und teste aktuell unterschiedliche Konzepte, im Bild ein Solaris Urbino 12 hydrogen. Foto: REVG

Bis zum 21. Februar 2021 testet die Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft mbH (REVG) aus Kerpen einen Brennstoffzellenbus des Herstellers Solaris auf ihren Buslinien im Rhein-Erft-Kreis. Der Aufsichtsrat der REVG berät am 16.02.2021 über zukünftig hauptsächlich einzusetzende Antriebsformen im REVG-Fuhrpark. Die mit den Leasingverträgen abgeschlossene Rückgabeflexibilität der REVG-Busflotte ermöglicht es, erste Fahrzeuge bereits zum Jahreswechsel 2023/2024 gegen Busse mit emissionsarmen bzw. emissionsfreien Antriebstechnologien auszutauschen. Ob und welche Antriebsart zukünftig den Verbrennermotor bei der REVG ablösen wird, beratschlagt am 16.02.2021 der Aufsichtsrat der REVG in einer Sondersitzung zu der im Dezember 2020 vorgelegten Machbarkeitsstudie. „Wie bei allen alternativ angetriebenen Fahrzeugen spielt der Ausbau der benötigten Infrastruktur eine große Rolle. Diese ist eine wesentliche Voraussetzung für eine nachhaltige Antriebswende im Rhein-Erft-Kreis“, betont Geschäftsführer Walter Reinarz, der mit der Umstellung des Fuhrparks und einem umweltverträglichen Nahverkehr in der Region der Umsetzung der Clean Vehicles Richtlinie der EU einen Schritt näherkommen möchte. Mit dem wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellenbus von Solaris schließt die REVG ihren im Frühjahr 2020 begonnenen Praxistest mit alternativ angetriebenen Linienbussen ab. „Auf ein mit Wasserstoff betriebenes Testfahrzeug haben wir deutlich länger warten müssen, als auf bei den Herstellern bereitstehende elektrisch betriebene Busse. Wir sind gespannt, wie sich das Fahrzeug bei den jetzt vorherrschenden winterlichen Temperaturen fahren lässt“, verrät Lars Mörl, Fachbereichsleiter Technik und Projekte bei der REVG. Bei dem 12 Meter langen Linienbus Urbino hydrogen handelt es sich um das neueste Fahrzeugmodell des Herstellers Solaris. Der seit 16. Februar im Linienverkehr eingesetzte blaue Testbus passt farblich gut in den Fuhrpark der REVG, unterscheidet sich jedoch durch den hohen Dachaufbau für die Wasserstofftanks, die Brennstoffzelle und die Energiespeicher. Verkehrsteilnehmer sollten sich von dem aus dem Dach aufsteigenden weißen Qualm nicht irritieren lassen. Hierbei handelt es sich um sauberen Wasserdampf, der bei der Umwandlung des Sauerstoffs und Wasserstoffs in elektrische Energie als „Abfallprodukt“ entsteht. Im bisherigen Test auf den Linie 965 und 961 wurden jeweils für eine Woche vier unterschiedliche E-Bus-Typen und vier Hybrid-Fahrzeuge auf Zuverlässigkeit und Reichweite sowie Fahrkomfort und technische Merkmale im Linienbetrieb geprüft. Bei dem Brennstoffzellenbus handelt es sich um den ersten Bus der Testreihe, der vollständig emissionsfrei angetrieben wird. Ein Wasserstoffbus vereint die Vorteile eines leisen Elektroantriebs mit höherer Reichweite und schneller Betankung. Zum Betanken fährt die REVG die H2Mobility Tankstelle in Frechen an. Dies ist derzeit die zu Kerpen nahegelegenste Tankstation im Rhein-Erft-Kreis. (REVG/PM/Sr)

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