Neu im Maßstab 1/87: Der Renault R4190 von REE Modeles. Fotos: REE Modeles, Montage: omnibus.news

Erste Muster gab es auf der Spielwarenmesse 2020 zu Jahresbeginn. Foto: Schreiber

Auf der Spielwarenmesse 2020 standen Ende Januar am Stand von REE Modeles erste Muster aus den Formen eines französischen Omnibus-Klassikers. Undekoriert und in grau, um die Gravuren besser kontrollieren zu können, zeigte man sich bei REE Modeles zuversichtlich, noch dieses Jahr alle für die erste Auflage geplanten Form- und Farbvarianten in den Fachhandel bringen zu können. Die Corona-Pandemie war noch kein Thema, während viele Formneuheiten der Spielwarenmesse auf sich warten lassen, trotzen die Franzosen der Corona-Pandemie und lieferten nun  alle angekündigten zehn Varianten an den Fachhandel aus. Neben unterschiedlichen Bedruckungsvarianten des Renault R4190 variiert auch die Form mit Blick auf Zielschilder und Dachgepäckträger. Mit der nötigen Liebe zum Detail hat REE Modeles den Modellbus auf die Räder gestellt, Positiv- und Negativ-Gravuren sind gelungen, die Bedruckung ist stimmig. In der Nachkriegszeit stand die Bussparte von Renault in Konkurrenz zu einem neuen Mitbewerber: Chausson als Nutzfahrzeug-Auftragsproduzent hatte mit dem neu entwickelten AP einen so genannten Bestseller im Angebot. Renault hatte dem lediglich den R215D entgegenzusetzen, der auf einem LKW-Fahrgestell basierte. Der Renault war schwer, laut, und hart gefedert. Kein Vergleich mit dem selbsttragenden Chausson! Bis 1949 war der Bus-Marktanteil von Renault, einst Marktführer in Frankreich, auf 17% geschrumpft. Es musste also ein völlig neues Modell entwickelt werden. Auf dem Pariser Autosalon 1949 stellte Renault dann den selbsttragenden R4190 mit Unterflurmotor und einer aufwändigen Radaufhängung – nach dem System Gregoire – vor. Diese Bauweise ermöglichte eine gute Straßenlage, komfortable Federung und den Verzicht auf eine Servolenkung. Je nach Einsatzgzweck konnte der neue Bus in zwei Längen, zwei Höhen und mit bis zu drei Türen geliefert werden. Somit konnte man nicht nur einen Reisebus, sondern auch einen Überland-, Vorort- und Stadtbus anbieten. Lediglich die bauartbedingte Fußbodenhöhe von 91 cm (Chausson hatte 76 cm) verhinderte eine Verbreitung als Stadtbus. Der rasche Erfolg wurde zunächst durch die Abneigung vieler Verkehrsbetiebe gegen den staatseigenen Renault-Konzern verhindert. Doch die Konstruktion erwies sich als voll praxistauglich und setzte sich zunehmend durch, vor allem bei den überregionalen Verkehrsbetrieben. Der R4190 wurde immer weiterentwickelt, hieß zunächst Saviem-LRS ZR-20, später Saviem SC1 und seit 1970 Renault S45, dann mit dem unverwüstlichen MAN Motor D0846 als Antrieb. Er war gegen andere Omnibusse in der Anschaffung mehr als preiswert, dazu robust, zuverlässig und konkurrenzlos günstig im Unterhalt. Der letzte Bus dieser Baureihe verließ nach 38.000 Exemplaren erst 1993 die Werkshallen und wurde damit der am längsten und am meisten gebauten Bus in Frankreich. Die rollende Ikone des französischen Busbaus gibt es jetzt als 87-fache Verkleinerung von REE Modeles. (ReeModeles/PM/Schreiber)

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