Der Mercedes-Benz eCitaro Gelenkbus mit Feststoffhochvoltbatterie ist kurz zum Recall zurück ins Mannherimer Werk. Foto: Daimler

Recall für den eCitaro: Zuerst war es ESWE Verkehr aus Wiesbaden, eine entsprechende Pressemitteilung machte darauf aufmerksam, dass wegen eines Fahrzeugrückrufs von Mercedes-Benz beim Einsatz der Elektrobusse in den kommenden Wochen in der hessischen Landeshauptstadt zu vereinzelten Ausfällen kommen würde. Dann legte die MVG aus München mit einer Information für die Medien nach. Die MVG teilte mit, dass die Elektro-Gelenkbusse durch den Hersteller zurückgerufen wurden. Die ausgefallenen Elektrobusse würden bis zur Wiederinbetriebnahme durch konventionelle Busse mit Diesel- bzw. Hybridantrieb ersetzt werden, so die MVG. Während sich die ESWE zu möglichen Gründen ausschwieg, nannte die MVG als Grund die Befürchtung des Herstellers, es könne zu einer Überhitzung der Fahrzeugbatterie kommen. Schnell wurde den Branchenkennern klar, das es einen Zusammenhang mit der neuen Feststoffhochvoltbatterien geben dürfte. Ein Elektrobus mit eben dieser Batterietechnik hatte Anfang Februar im Werk in Mannheim in der Nacht Feuer gefangen. Wie die Mannheimer Polizei in diesem Zusammenhang mitteilte, sei ein in Flammen stehender E-Bus in einer Halle vorgefunden worden. Weitere Busse in der Nähe wurde ebenfalls beschädigt. Verletzt wurde aber niemand. Die Berufsfeuerwehr teilte mit, dass man mit 22 Mann vor Ort war gewesen sei und den Brand erfolgreich gelöscht habe. Der betroffene Bus sei auf einen Havarieplatz verbracht worden. Die Polizei habe die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen, auch Daimler Buses suchte die Ursache und wurde fündig: Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich bei der Ursache für den Brand wohlmöglich um einen Isolationsfehler bei der Feststoffhochvoltbatterie, wie es seitens Mercedes-Benz gegenüber omnibus.news heißt. Und weiter: Aufgrund des Isolationsfehlers könne es zu einem batterieinternen Zellschluss kommen. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Recall für den eCitaro, aber nur für die Fahrzeuge, die mit einer Feststoffhochvoltbatterie bestückt wurden. Auch hier hat omnibus.news nachgefragt: In Summe waren 30 eCitaro von diesem möglichen Fehler betroffen, wie der Hersteller mitteilt. Die betroffenen eCitaro wurden bzw. werden einer Überprüfung unterzogen und, falls notwendig, würden Abhilfemaßnahmen umgesetzt werden. Mercedes-Benz hat die betroffenen Kunden umgehend informiert und gebeten, die entsprechenden Fahrzeuge sofort außer Betrieb zu nehmen. Die ersten Fahrzeuge wurden nach Durchführung der Kontrolle bereits wieder an die Kunden ausgeliefert, es gibt also keine langfristigen Auswirkungen auf den Rollout oder die Auslieferungen des eCitaro mit Feststoffbatterie. Der eCitaro rollt bzw. stromert weiter, Mercedes-Benz setzt die angekündigte eMobility Roadmap wie versprochen um: Dem eCitaro folgte der eCitaro-Gelenkbus, der hatte schon Feststoffhochvoltbatterien an Bord und nun steht mit der nächsten Generation der Li-Ion Batterien ein weitere Punkt der eMobility Roadmap an, der einen Haken erhält. Die Li-Ion-Batterien haben eine größere Kapazität als die erste Batterie-Generation – etwa 30% mehr, wie Mercedes-Benz erklärt. Deswegen wären sie hervorragend geeignet für Kunden mit einem größeren Bedarf an schnellem und Gelegenheits-Laden. Für das Jahr 2022 ist eine Brennstoffzelle als Range Extender angekündigt. Mit dieser großen Bandbreite an elektrischen Antriebstechnologien kann Mercedes-Benz dann fast alle Anwendungsfälle der Kunden abdecken. Keine Frage, heute ist ein Recall nichts Negatives! Früher war es das Abberufen eines Amtsträgers in der Poltik vor dem Ende seiner Amtszeit. Doch spätestens seit Deutschland den Superstar sucht, weiß man, dass man mit dem Recall eine Runde weiter ist. Und auch Mercedes-Benz ist mit dem eCitaro eine Runde weiter, das Angebot der Baureihe wächst stetig: Laden per Stecker und Pantograph, Solo- und Gelenkbus oder Li-Ion- und Feststoffhochvoltbatterie, insgesamt 80 neue eCitaro wurden 2020 allein in Deutschland zugelassen, das entspricht knapp einem Viertel aller neu zugelassenen Elektrobusse hierzulande. (Daimler/Mercedes-Benz/ESWE/MVG/CMEChatrouSolutions/PM/Sr)

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