Die RATP zieht die Bluebus-Elektrobusse nach zwei Bränden aus dem Verkehr. Foto: RATP; Montage: omnibus.news

Die Régie autonome des transports Parisiens (RATP), der staatseigene ÖPNV-Dienstleister in Paris und im nahen Umland der Metropole, hat den Einsatz der Elektrobusse der Marke Bluebus gestoppt. Als Grund nennt die RATP ein zweites Feuer an Bord eines Bluebusses innerhalb kürzester Zeit. Am 4. April brannte ein Bluebus der RATP ein erstes Mal, heute hat ein weiterer Elektrobus dieser Marke Feuer gefangen.

Das Aus für die von der Bolloré-Gruppe unter der Marke Bluebus in Frankreich hergestellten Elektrobusse sei vorübergehend, so die RATP. Alle 149 Fahrzeuge müssten nun im Depot bleiben, bis die Ursache für die Brände geklärt sei. Laut RATP sei es wieder ein Elektrobus des Typs Bluebus 5SE gewesen, der Feuer gefangen hätte.

Die RATP forderte nun vom Hersteller ein umfassendes Gutachten an, um die Sicherheit zu klären. Aktuell setzt die RATP rund 500 Elektrobusse ein, neben Bluebus lieferten auch Heuliez und MAN jeweils Linienbusse mit batterieelektrischem Antrieb an die RATP. Zuletzt hat die RATP zwei Großaufträge für Elektrobusse vergeben: Irizar erhielt einen Auftrag über 113 Fahrzeuge erhalten und Bluebus erhielt einen weiteren Auftrag, diesmal über 158 Fahrzeuge.

Die RATP hat durchaus ambitionierte Ziele, wenn es um Elektromobilität geht. Die Roadmap „Bus2025“ sieht bis 2024 die Beschaffung von bis zu 800 Elektrobussen vor. Die Busse von Bluebus haben Feststoffbatterien an Bord, mit diesen Batterien an Bord sah sich auch Daimler Buses zu einem Rückruf einiger weniger eCitaro gezwungen.

Damals befürchteten die verantwortlichen Ingenieure bei Daimler Buses, dass es zu einer Überhitzung der neuen Feststoffhochvoltbatterien kommen könne. Ein Elektrobus mit eben dieser Batterietechnik hatte Anfang Februar 2021 im Werk in Mannheim in der Nacht Feuer gefangen.

Die Polizei hatte Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen, auch Daimler Buses selbst suchte und wurde fündig: Nach ersten Erkenntnissen handelte es sich bei der Ursache für den Brand im Werk wohlmöglich um einen Isolationsfehler bei der in Frankreich von Blue Solutions zugekauften Batterie, wie es seitens Mercedes-Benz gegenüber omnibus.news hieß.

Die von der Bolloré-Gruppe gefertigten Blue-Solutions-Batteriezellen bestehen aus Kupfer, Aluminium, Lithium, einem Lithium-Salz, Eisenphosphat einer Kohlenstoffverbindung sowie Kunststoff und sind unter dem Namen LMP (Lithium-Metal-Polymer) bekannt. Sie werden im Blue-Solutions-Werk im bretonischen Ergué-Gabéric gefertigt. (RATP/Bluebus/DaimlerBuses/Sr)

 

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