In München im Fahrversuch bei der MVG unterwegs: Der neue Lion’sCity E von MAN. Foto: MAN

Ziel der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ist es, ihre Busflotte nach und nach auf emissionsfreie Antriebe umzustellen. Aus diesem Grund unterhalten die Stadtwerke München (SWM) und die MVG Innovationspartnerschaften mit verschiedenen Herstellern. Zudem testen die Unternehmen regelmäßig neue Elektrobusse. Jetzt schickt MAN den neuen Elektrobus der Lion’s City-Baureihe für einen Feldversuch in München auf die Straße. Auf der MVG Museenlinie 100 zwischen Hauptbahnhof und Ostbahnhof komt der LionÄ’s City E zum Einsatz. „Das ist eine Premiere, denn der Lion’s City E wird in der bayerischen Landeshauptstadt München zum ersten Mal im Linienbetrieb eingesetzt”, sagt Rudi Kuchta, Head of Business Unit Bus bei MAN Truck & Bus.  „Wir freuen uns, dass MAN einen seiner ersten E-Busse gemeinsam mit uns als Verkehrsunternehmen in unserem Netz testet. Wir sind gespannt, wie er sich bewährt und was auch wir für Erfahrungen sammeln können. Unser Ziel für die kommenden zehn Jahre ist klar: weg vom Öl und hin zu Null Emissionen im Betrieb. Dafür brauchen wir zuverlässige und reichweitenstarke E-Busse”, so MVG-Chef Ingo Wortmann. Der 12m-Solobus ist komplett in MVG-Farben sowie Ausstattung gehalten und so auf den ersten Blick als Fahrzeug der Münchner Verkehrsgesellschaft erkennbar. Dank der drei Türen ist ein zügiger Fahrgastfluss auf der hochfrequentierten Linie gewährleistet. Insgesamt finden in dem Elektrobus bis zu 88 Passagiere einen Platz. Im Innenraum imponiert der optimierte Sitzbereich im Heck, der durch den Entfall des Motorturms entstehen konnte. Die Entwickler haben hier die Gestaltungsfreiheit für freundlichere Lichtverhältnisse und vier zusätzliche Sitzplätze genutzt. Angetrieben wird der Elektrobus von einem Zentralmotor an der Hinterachse. Dieser ist leichter zugänglich und weniger komplex aufgebaut als radnabennahe Motoren, zudem ist die gleiche Antriebsachse wie bei anderen Modellen der neuen Lion’s City Generation verbaut. Das bringt Vorteile bei der Wartung und den Total Cost of Ownership (TCO). Der vollelektrische Antriebsstrang leistet im Solobus 160 kW bis maximal 240 kW. Die Energie dafür stammt sechs Lithium-Ionen-Batteriemodulen mit 480 kWh installierter Kapazität. So kann der Lion’s City E zuverlässig die Reichweite von 200 km und bis zu 270 km unter günstigen Bedingungen über die gesamte Lebensdauer der Batterien sicherstellen. Mit einer Ladeleistung von bis zu 150 kW kann der Bus in weniger als drei Stunden komplett geladen werden und ist so schnell wieder einsatzbereit. „Das Thema Reichweite spielt für die SWM und die MVG eine besondere Rolle. Auch wie diese sich abhängig von der Anzahl der Fahrgäste und klimatischen Verhältnissen verhält”, sagt Kuchta und ergänzt: „Wir sind optimistisch, dass MVG und MAN sehr zufrieden mit den Ergebnissen sein werden. Schließlich konnten wir bei der Entwicklung des Lion’s City E auf die ausgereifte Batteriezelltechnologie aus dem Konzern zurückgreifen. Gleichzeitig sind die Batterien auf die besonderen Anforderungen im Stadtbuseinsatz angepasst. Das eigene Entwicklungs-Know-how von MAN zeigt sich auch in dem ausgeklügelten Temperaturmanagement, welches für eine besonders gute Verfügbarkeit unabhängig von der Jahreszeit sorgt.” Die MVG will in Zukunft keine Verbrenner mehr für ihre Busflotte bestellen. Umso wichtiger sind dem Verkehrsbetrieb die Fortschritte in der Entwicklung elektrischer Busse. „Worauf es jetzt ankommt: eine hohe Leistungsfähigkeit bei den Batterien, ein geringes Gewicht der Fahrzeuge und eine möglichst hohe Effizienz bei den Heiz- und Kühlsystemen”, so MVG-Chef Ingo Wortmann. In der Regel hat die MVG fünf Elektrobusse auf der Linie 100 im Einsatz, weitere sind bestellt und werden noch dieses Jahr in München erwartet. 2021 wird die E-Bus-Flotte der MVG aus mindestens 26 Fahrzeugen bestehen. Die Busse fahren – wie auch U-Bahn und Tram – mit 100 Prozent Ökostrom. Im Zuge der eMobility-Roadmap hat MAN mit dem neuen Elektrobus intensive Feldversuche gestartet, um umfangreiche Praxiserfahrungen im Linienbetrieb zu sammeln. Die eBus-Demoflotte bestehend aus 15 Fahrzeugen ist 2020 in fünf europäischen Ländern im Kundeneinsatz (Deutschland, Spanien, Luxemburg, Belgien, Frankreich). Bereits im Dezember 2019 hat MAN Truck & Bus die ersten beiden 12-Meter-Elektrobusse an die Hamburger Hochbahn AG und die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH für den Alltagseinsatz in der Hansestadt übergeben. MAN wird zudem auch den 18-Meter-Elektrobus für einen geplanten Praxistest an die Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB) und den spanischen Betreiber Transports Metropolitans de Barcelona (TMB) übergeben. Die ersten Kundenfahrzeuge aus der Serienproduktion des MAN Lion’s City E in der 12-Meter-Soloversion sollen im vierten Quartal 2020 geliefert werden. Der vollelektrische Lion’s City E als Gelenkbus folgt rund sechs Monate später und soll im 1. Halbjahr 2021 in Serie gehen. „Dass einer der ersten neuen MAN-Elektrobusse nun seinen geplanten Praxisbetrieb auf den Straßen Münchens startet, darauf sind wir besonders stolz”, sagt Rudi Kuchta. Schon viele Jahre treibt das Thema Elektrifizierung MAN an und um: „Bereits 1972 waren Spitzensportler bei der Olympiade in München mit MAN-Elektrobussen umweltfreundlich unterwegs und vor zehn Jahren haben wir unseren ersten serienreifen Hybridbus an die Stadt München übergeben. Der Startschuss für den Praxisbetrieb des neuen Lion’s City E auf der Linie 100 ist nun ein weiterer Meilenstein in der eMobility-Roadmap von MAN”, betont Kuchta. (MAN/PM/Schreiber)

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