Neoplan Skyliner

Der Skyliner von Neoplan ist in Reise- und Linienbusausführung lieferbar. Foto: Neoplan

In Rheinland-Pfalz sollen ab 2019 Doppeldecker im Linienverkehr eingesetzt werden. „Soweit uns bekannt, wird das das erste Mal im Land sein“, so Daniel Junghans, Bereichsleiter für Verkehr und Wettbewerb beim Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM) in Koblenz. Zur Zeit läuft eine europaweite Ausschreibung für sechs Doppeldeckerbusse, bis Mai 2018 können Hersteller noch anbieten. Im Frühjahr diesen Jahres war ein Skyliner von Neoplan auf einer Linie zwischen Simmern und Bad Kreuznach testweise im Einsatz. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die täglich im Bereich des Rhein-Hunsrück-Kreises befördert werden, spreche für diese Gefäßgröße, so der VRM. Eine dreistellige Zahl pendele von Simmern nach Kastellaun und zurück. Etliche seien länger als 45 Minuten unterwegs. In herkömmlichen Bussen bliebe nach Ansicht des VRM für viele nur ein Stehplatz. Um die Schülerinnen und Schüler mit vertretbarem Aufwand sitzend befördern zu können, würden Gelenkbusse eingesetzt. Im topografisch anspruchsvollen Hunsrück sei das nicht ganz einfach, Kurvenradien wären häufig zu eng, und in alten Dorfkernen fehle mitunter eine Wendemöglichkeit. Als Alternative biete sich hier der Doppeldecker mit einer vergleichbaren Beförderungskapazität (90 Sitzplätze) an. Doppeldecker sind mit einer Länge von bis zu 14 Metern rund 4 Meter kürzer als ein Gelenkbus, nur in der Höhe hätten diese Fahrzeuge mitunter einen Nachteil, wenn es niedrige Brücken auf der Linienführung gäbe, so der VRM.Doch nicht nur für Schülerverkehre, sondern auch für den regulären ÖPNV sei der Doppeldecker ein Wunschfahrzeug, denn beim VRM denkt man auch schon laut über Expressbus-Linien, zum Beispiel von Simmern nach Bad Kreuznach, nach. Mit nur einem Stop soll er genauso schnell wie ein Pkw in einer knappen Stunde in Bad Kreuznach sein. Weil die Autobahn benutzt wird, sind laut Straßenverkehrsordnung aber Stehplätze tabu. Rund 450.000 Euro müsse man für das Fahrzeug ausgeben, so die Berechnungen des VRM, aber mit Blick auf die Betriebs- und Personalkosten, die im Vergleich zum Gelenkbus geringer ausfallen würden, kein Nachteil.Fünf bis sechs Fahrzeuge sollten es sein, so der VRM-Geschäftsführer Stephan Pauly.

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