Premiere 2019 in Stockholm auf dem UITP Summit: Der e-Kent C von Otokar. Foto: omnibus.news

Aktuell rührt der türkische Bushersteller Otokar zusammen mit Webasto ordentlich die Werbetrommel, um auf die Mitfahrgelegenheit im 12m Elektrobus e-Kent C im Rahmen der IAA Mobility in München aufmerksam zu machen. Vor zwei Jahren wurde der Elektrobus vorgestellt, der jetzt europaweit an Ausschreibungen teilnehmen werde, wie es seitens des Herstellers heißt. 2019 hieß es, das ZF die benötigte Antriebstechnik liefere, jetzt setzen die Türken beim e-Kent C auf einen Zentralantrieb von Voith und Batterien von Webasto. Diese sind auf dem Dach und im Heck des Busses verbaut.

Die maximale Leistung beträgt 340 Kilowatt (455 PS), das maximale Drehmoment 40.000 Newtonmeter. Bei den Batterien, die den Bus antreiben, handelt es sich um Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt-Oxid-Batterien von Webasto mit je 35 Kilowattstunden. Es können bis zu zehn Batterien verbaut werden, was einer Gesamtspeicherkapazität von bis zu 350 Kilowattstunden entspricht. Die Reichweite des Elektrobusses liege je nach Gelände und Nutzungsprofil bei über 300 Kilometern, so die Aussage von Otokar. Der e-Kent C kann je nach Leistung der Ladeeinheit in vier Stunden von 0 auf 100 Prozent aufgeladen werden. Durchs Bremsen können bis zu 20 Prozent der verbrauchten Energie rückgewonnen werden, so der türkische Bushersteller. Und: Man plane mit eine Batterie-Nutzung von zehn Jahren bzw. 3.000 Ladezyklen.

Otokar sei mit der Wahl von Webasto als Batteriepartner sehr zufrieden, wie es in der entsprechenden Pressemitteilung heißt. Erdal Usta, Commercial Vehicles Engineering Group Director bei Otokar, erläutert: „Neue Ausrüstung und Anwendungen zu entwickeln, die den sich ändernden Anforderungen unserer Kunden gerecht werden, hat für Otokar von jeher Priorität. Bei der Auswahl unserer Lieferanten konzentrieren wir uns auf die Bedürfnisse unserer Kunden, wobei wir größten Wert auf die Zuverlässigkeit und die Leistung des Produkts legen. Die Batterien von Webasto sind äußerst zuverlässig und wir können so schnell bei potenziellen Ausschreibungen in Europa ins Rennen gehen.“

Otokar ist nach eigenen Angaben seit zwölf aufeinanderfolgenden Jahren der führende Bushersteller in der Türkei und in 50 Ländern mit seinen Bussen aktiv, hauptsächlich in Europa. Nun wollen die Türken auch im boomenden Elektrobusgeschäft mitmischen. „Natürlich sind Preis, eine langjährige Partnerschaft mit unseren Zulieferern und verlässlicher Support sehr wichtig für uns. Sogar während der Pandemie erhalten wir hervorragende Unterstützung durch die Ingenieure von Webasto. Wir freuen uns, Webasto für den e-Kent C an unserer Seite zu haben. Webasto wird für uns auch ein zuverlässiger Partner in Bezug auf Kundendienst, Ersatzteilverfügbarkeit und Garantie sein“, so Usta.

Sebastian Fuchs, Produktmanager Batterien bei Webasto, ergänzt: „Wir arbeiten sehr gut mit Otokar zusammen und haben in den vergangenen Monaten viel über die Software- und Hardware-Entwicklung von Nutzfahrzeugbatterien gelernt. Dank unserer bewährten, partnerschaftlichen Zusammenarbeit und der Modularität unserer Batterielösungen können wir sehr schnell auf dynamische Marktanforderungen reagieren. Das verschafft Otokar und all unseren Kunden einen wirklich großen Vorteil.“ Und mit dem Partner Webasto hat der e-Kent C ein namhaftes Zugpferd der Branche an Bord, dass das Vertrauen in das Produkt sicherlich erhöhen wird.

Um alle Sicherheitsvorschriften und Normen in Europa zu erfüllen, hat Otokar verschiedene Tests durchgeführt. Usta erklärt: „Wir haben die elektromagnetische Kompatibilität getestet, da im e-Kent C viele elektrische Komponenten verbaut sind, die in Kombination gut funktionieren müssen, ohne sich gegenseitig zu stören. Auch negative Effekte auf die Umgebung, wie z. B. Funkstörungen, müssen ausgeschlossen sein.“

Darüber hinaus testete Otokar die strukturelle Langlebigkeit der Buskarosserie. Die auf dem Dach und am Heck des Busses verbauten Batterien wiegen mehr als zwei Tonnen. „Wir mussten sicherstellen, dass die Karosserie dieses Gewicht während der gesamten Lebensdauer des Busses trägt. Wir haben insgesamt eine Million Testkilometer, die den Beanspruchungen unter realen Bedingungen entsprechen, absolviert, um an allen Stellen höchste Qualität und Sicherheit zu gewährleisten. Außerdem haben wir mehrere Tests in verschiedenen Regionen und unter diversen klimatischen Bedingungen durchgeführt, um die Gesamtenergieeffizienz von Heiz- und Kühlsystemen und das thermische Verhalten von Teilsystemen zu überprüfen“, erläutert Usta.

Nach Angaben von Otokar befindet sich der e-Kent C bereits in der Serienproduktion. Otokar nimmt in den kommenden Monaten an verschiedenen Veranstaltungen teil und organisiert Roadshows und Vorführungen in Europa. In Deutschland wird der elektrische Stadtbus im September auf der IAA Mobility 2021 in München zu sehen sein. Der Bus fährt dort auf der sogenannten Blue Lane von einem Messestandort zum anderen. Die Passagiere sind eingeladen, während einer Fahrt die Stärken des e-Kent C zu erleben. Der Name ist Programm, denn „Kent“ bedeutet „Stadt“ auf Türkisch und dürfte bald auch in Europa in der einen oder anderen Stadt zu sehen sein. (Otokar/Webasto/PM/Sr)

 

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