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Auf Testfahrt im Park der Gärten: Der autonome Elektro-Kleinbus von Navya. Foto: Schreiber

Auf Testfahrt im Park der Gärten: Der autonome Elektro-Kleinbus von Navya. Foto: Schreiber

Während seiner Deutschland-Tour machte der autonom fahrende Elektro-Kleinbus des französischen Herstellers Navya auch im Park der Gärten in Bad Zwischenahn Station. Der Bus rollte im Schritttempo durch Deutschlands größte Mustergartenanlage, möglich sind 45 km/h. Rein theoretisch könnte der Elektro-Kleinbus hier sofort eingesetzt werden, denn noch dürfen autonom fahrende Fahrzeuge nicht auf öffentliche Straßen und nur auf privaten Grundstücken fahren. Das Zulassungsverfahren ist langwierig, bis 2030 sollen rechtliche Rahmenbedingungen für den Einsatz auf deutschen Straßen geschaffen werden. Schon vorher soll es aber die grundsätzliche Möglichkeit des autonomen Fahrens geben, allerdings noch unter „Aufsicht“ eines Fahrers. Für den französischen Elektro-Kleinbus aber keine Option, denn er hat weder einen Führerstand noch die Möglichkeit, manuell in die Fahrt einzugreifen. Bleibt also vorerst nur der Einsatz auf abgesperrten Straßen. Vom aufblühenden Markt autonomer Fahrzeuge und insbesondere der kleinen Shuttle-Fahrzeuge auf privatem Grund will der französische Hersteller Navya einen Teil des Kuchens für sich. „Wir müssen uns frühzeitig im öffentlichen Nahverkehr auf die Chancen dieser Technologie einstellen“, sagte Constantin Pitzen von der Projektgemeinschaft Büro autoBus. Pitzen hat den Kleinbus für 15 Fahrgäste auf große Werbefahrt durch Deutschland geschickt: Einkaufszentren, Krankenhäuser oder Parks sind aktuell die potentiellen Betreiber. High-Tech ersetzt den Fahrer, statt Lenkrad gibt es GPS, Radar und Sensoren zum Steuern steuern das Fahrzeugs. Im  Park der Gärten gab es eine festgelegte, genauer gesagt vorher einprogrammierte Strecke. Gibt es unterwegs ein Hinderniss, dann weicht der autonom fahrende Bus aus, verlangsamt die Fahrt oder stoppt, wenn ihm die Parkbesucher oder Spaziergänger zu nahe kommen. Selbstständig geht auch das Laden der Batterien: Sinkt die Batterieleistung unter zehn Prozent, dann fährt er zur Ladestation. Constantin Pitzen plant seit Jahren öffentliche Verkehrsabläufe, in diesem Zusammenhang kam ihm auch die Idee der autonom fahrende Busse, deren Aufgabe er als Zubringer versteht.  „40 autonom fahrende Kleinbusse des jetzt vorgestellten Typs sind schon verkauft“, sagte Navya-Manager Frédéric Sartou. Noch sind die Stückzahlen klein und die Anschaffungspreise hoch: 200.000 Euro kostet der 4,75 Meter lange Elektro-Kleinbus. Nach Aussagen der Franzosen sollen in diesem Jahr 70 dieser autonom fahrenden Kleinbusse produziert werden, im nächsten Jahr dann schon 300.
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