VWG Oldenburg ZOB HBF

Auch in Oldenburg warten die Linienbusse noch auf steigende Fahrgastzahlen, wie am ZOB zu sehen ist. Foto: Schreiber

Abgespreckte Fahrpläne, Einbrüche bei de Fahrgastzahlen – droht nach der Krise in der Reisebusbranche nun auch noch eine im ÖPNV? Fakt ist, dass die Verkehrbetriebe mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen haben. Die Fahrgastzahlen und damit die Auslastungen in Bus und Bahn steigen zwar wieder, sind aber noch lange nicht da, wo sie vor dem Ausbruch der Corona-Pamdemie waren. Schon jetzt ist klar: Die Corona-Pandemie beschert den Verkehrsbetrieben bundesweit in diesem Jahr deutliche Millionenverluste. In Zeiten des Lockdowns sind nach einer Umfrage der Deutschen Presse Agentur (DPA) die Fahrgastzahlen je nach Stadt und Linie um 60 bis 90 Prozent eingebrochen. Auch wenn dieses Szeneario vielerorts der Vergangenheit angehört, bis zum Jahresende wird sich dieser Ausfall an Fahrgästen deutlich in der jeweiligen Statistik zeigen. Mit knapp über zwei Millionen Euro beziffert die Verkehr und Wasser GmbH (VWG) aus Oldenburg die finanziellen Verluste im Halbjahr 2020 mit Blick auf den Vorjahreszeitraum. VWG-Pressesprecherin Jacqueline Päpke erklärte, dass die Fahrgastzahlen in Oldenburg Ende März und April bei lediglich 20 Prozent des Vorjahresniveau gelegen hätten. Erst mit den Lockerungen im Mai sei ein erster leichter Anstieg zu erkennen gewesen. Aktuell liegen die Fahrgastzahlen der VWG noch bei etwa 60 Prozent im Verhältnis zum Vorjahr, wie Päpke erkläutert. Auch wenn alle Linienbusse der VWG – mit Ausnahme des Nachtexpresses – wieder normal verkehren würden, man sei noch weit von dem gewohnten Betrieb entfernt. Der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN), dem über 30 kommunale und private Verkehrsbetriebe angehören, teilte in diesem Zusammenhang mit, dass der Barverkauf von Januar bis Ende Mai um 40 Prozent zurückgegangen sei, allein im Mai seien es 70 Prozent gewesen. Der öffentliche Nahverkehr war in Deutschland in den vergangenen Jahren auf Rekordniveau unterwegs und hat auch während der stärksten coronabedingten Beschränkungen für eine verlässliche Mobilität fast ohne Angebotsrückgang gesorgt, wie der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), der Branchenverband für über 600 Bus- und Bahnunternehmen in Deutschland, mitteilt. Dennoch hat die Pandemie die Branche mit voller Wucht getroffen, in der Hochphase der Ausgangsbeschränkungen brachen die Fahrgastzahlen um etwa 80 Prozent ein. Der VDV pronostiierte Ende Juni für die Mitgliedsunternehmen Verluste von bis zu 7 Milliarden Euro für dieses Jahr. Daran ändere die Tatsache auch nichts, dass inzwischen 50 bis 60 Prozent der Fahrgäste zurückgekehrt sind. Das ist trotzdem noch zu wenig für das notwendige Wachstum der Branche – und um die Klimaschutzziele zu erreichen. Mit der bundesweiten Gemeinschaftskampagne #BesserWeiter wollen Bund, Länder, kommunale Spitzenverbände und die Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs ab dem 28. Juli 2020 das Vertrauen der Fahrgäste zurückgewinnen.(VDV/VWG/PM/Schreiber)

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