E-Bus trifft Vorfahre im OV Bureau-Kundenmagazin. Foto: Schreiber

Das OV Bureau, die öffentliche Verkehrsagentur Groningen Drenthe, organisiert den ÖPNV im niederländischen Groningen und Drenthe. Im hauseigenen Kundenmagazin haben die Niederländer jetzt einen historischen Linienbus, einen 37 Jahre alten Den Oudsten auf DAF-Basis mit einem Elektrobus, einem Ebusco 2.2, auf unterhaltsame und emotionale Art und Weise verglichen.  Busfahrer Jan Huizinga, der für Qbuzz Groningen-Drenthe fährt, und Yvonne de Noord, Schriftstellerin und leidenschaftliche Reisende, haben sich der Fahrzeuge angenommen. Yvonne zieht im Bus nicht nur ihren Schal, sondern auch ihre Handschuhe an. Die Kälte im Linienbus weckt Erinnerungen: „Als Kind war ich oft in einem solchen Bus. Im Winter stellte ich meine Füße auf den Heizung unter dem Sitz; dort, wo die warme Luft herauskam. Mein Bruder und ich saßen gern hinten und immer wenn Drempel kamen, hüpften wir!“. Wohl war, wer schon einmal in den Niederlanden war, kennt das legendäre Schild “let op dremples”. Vor fast vier Jahrzehnten stand das Thema Federungskomfort für Fahrgäste nicht unbedingt im Vordergrund, auch wenn der legendäre Standard-Linienbus der Niederländer, der CSA, schon über eine Luftfederung verfügte. Den höchsten Komfortgewinn erzielt die Luftfeder heute bekanntlich in Verbindung mit einem adaptiven Dämpfungssystem. Auch sonst hat sich die technische Ausstattung deutlich verbessert, wie Jan im Kundenmagazin erklärt: „Ich habe nur zwei Spiegel in diesem Oldtimer und sehe daher auch nicht den anderen Verkehr. Außerdem habe ich das Gefühl, dass die Lenkung schwer ist und ich gleichzeitig auf viele Dinge achten muss.” Den Oldtimer hat das OV Bureau für den Beitrag eigens im Busmuseum in Hoogezand abgeholt. Der Den Oudsten auf einer Bodengruppe von DAF aufgebaute Linienbus war bis zu seiner Pensionierung für die GADO, die Groninger Autobusdienst Onderneming, im Einsatz und ist somit ein echter Vorfahre des elektrischen Ebusco. Bart Bekkering engagiert sich im Busmuseum und hat den Oldtimer für die Ausfahrt vorbereitet: In den Fahrtenschreiber wurde beispielsweise die runde weiße Scheibe aus festerem Papier für das Aufzeichnen der Fahrzeit und Geschwindigkeit eingelegt. Und natürlich hat er auch das Zielschild entsprechend eingestellt, auf der ehemaligen Liniennummer 80 geht es, na klar, nach Groningen. „In diesem Bus von 1982 musste man alles manuell erledigen, zum Beispiel das richtige Ziel eingegeben. Das hat man über eine Kurbel hinter Windschutzscheibe eingestellt. Glücklicherweise fuhren wir meistens die gleichen Fahrten, aber mit jeder neuen Fahrt hatten Sie Pech, dann mussten Sie öfter kurbeln“, so Bekkering. Jan weiß jetzt seinen Fahrerarbeitspltz im Ebusco 2.2 noch mehr zu schätzen. “Es ist schön, dass Fahrkarten und Kassen der Vergangenheit angehören.” heute bezahlt man nur mit einer PIN oder OV-Chipkarte. Heute fahren alle Linienbusse in Groningen rein elektrisch, an das neue Fahrgefühl musste sich Jan nach eigenen Angaben erst gewöhnen: „Ich habe das Pedal getreten und bin sofort nahezu geräuschlos gefahren.” Glücklicherweise sind die Elektrobusse mit einer „Straßenbahnglocke“ ausgestattet, um Fußgänger und Radfahrer zu warnen, wie Jan anmerkt. Und auch Yvonne hat einen entscheidenen Vorteil festgestellt: “Mit einer Art Trick kann der Fahrer den Bus absenken. Auf diese Weise können mobilitätseingeschränkte Menschen und sogar Rollstuhlfahrer ohne Stufen ganz einfach in den Bus ein- und aussteigen.” Alles zu seiner Zeit, so schön der technische Fortschritt und die Entwicklung beim Busbau sind, das Schwelgen in Erinerungen hat auch etwas und der Charme, den der Bus-Oldtimer noch heute versprüht, trägt durchaus zum positiven Image des ÖPNV in Groningen bei. (Ebusco/OV Bureau/PM/Schreiber)

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